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PROJEKT PROF. ARCH. KLAUS KADA

Projektbericht

An der Schnittstelle zwischen dem historischen Stadtkern und seiner Erweiterung, unmittelbar neben der von der Talfer geprägten landschaftlichen Zäsur tritt der neue Gebäudekörper in Korrespondenz mit dem bestehenden Gebäudekomplex. Der Verlauf der Gebäudekanten nimmt hierbei die Straßenfluchten auf, formuliert die Uferpromenade und setzt sich in Beziehung zur gegenüberliegenden Stadtsilhouette. In der Durchdringung des Vorplatzes zeigt sich die inhaltliche Bedeutung des Neubaus.

Der Bezug des Gebäudes zum Außenraum formuliert sich in einer Umkehrung der gegebenen landschaftlichen Situation. Der Platz im Nordosten wird städtisch, steinern, staubig ausgebildet, mit glatten Oberflächen und klaren zweckgebundenen Flächen. Seine Härte stößt auf die Uferkante, die als städtische Grünachse ausgebaut wird und durch das neue Gebäude eine wichtige städtebauliche Zäsur erhält. Im Gegensatz dazu steht der Hofraum, der landschaftliche Motive Südtirols aufnimmt. Der öffentliche Weg durch die Liegenschaft läuft entlang dieser Betrachtung und regt den Benutzer zur eigenen Auseinandersetzung an.

Mit der funktionalen Trennung der Gebäudeabschnitte wird die von der Akademie gewünschte Flexibilität erreicht. Diese Segmente sind in der Lage, sich dem rationalistischen Bauwerk selbstbewußt zu nähern, ohne ihn in seiner Aussage zu verleugnen. Durch die weitestgehende Freihaltung des Hofgeländes, die Überzeichnung und Korrektur der Verbindungselemente und der angestrebten vollkommenen Wiederherstellung des Originalzustandes erweist das Projekt dem Bestand die größtmögliche Achtung.

Ein glasüberdachter, unterirdischer Gang fungiert als halböffentliche Achse und schließt das Institutsgebäude und die Bibliothek im Westen über die Seminarraumeinheit im Kellergeschoß des Altbaus mit den Institutsflächen im Osten, dem vorhandenen Auditorium und dem neuen Hörsaal zusammen. Eine akademieinterne Verbindung zwischen den Instituten und der Verwaltung ist auf der Ebene des ersten Obergeschoßes gedacht.

Die Institute sind rationell und somit flexibel gestaltet. Übersichtlichkeit, Kommunikation und die Förderung von Teamarbeit ergeben sich durch die Raumanordnung und die Transparenz des Innenausbaus. Gleichzeitig erlaubt das konstruktive Raster eine völlig herkömmliche Büronutzung. Jedem Institut wird ein gesamtes Geschoß angeboten, die Lage der Erschließung und der Sanitärbereiche ermöglichen jedoch auch die Trennung der Geschoße.

Die Seminarräume bilden gemeinsam mit dem Sprachlabor und dem Hörsaal für 180 Personen die Infrastruktur für Tagungen und Kongresse, der bei Bedarf das große Auditorium zugeschaltet werden kann. Die großzügige Eingangshalle mit Infobüro, Tagungssekretariat und Cafe fungiert als Foyer und Ausstellungsort und ist durch ihren repräsentativen Charakter und ihrer Positionierung in der Lage, ein wichtiger städtischer Kristallisationspunkt zu werden. Die vertikale Schichtung der Institutsgeschoße erlaubt hierbei einen reibungslosen Ablauf von akademieinternen und akademieexternen Funktionen. Die Bibliothek ist über den neugeschaffenen Zugang an der Drususallee sowohl für die Öffentlichkeit als auch über ihre Anbindung am Kreuzungspunkt der Achse für die Akademiemitglieder optimal erreichbar.

Die Anordnung der neuen Raumeinheiten zur bestehenden Turnhalle ermöglicht die geforderte Flexibilität, da der Saal ohne große Aufwendungen extern erschlossen und in seiner volumetrischen Aussage völlig erhalten als Ausstellungs- oder Veranstaltungsort genutzt werden kann.

Der gesamte Neubau ist durch seine Stahl-betonskelettbauweise mit aussteifenden Kernen äußerst wirtschaftlich in Planung und Herstellung. Die Instandhaltungskosten belaufen sich auf das für Komplexe dieser Art übliche Maß. Durch seinen kompakten Baukörper und die Möglichkeit der passiven Sonnenenergienutzung im Winter wird eine hohe energietechnische Effizienz erreicht. Eine ökonomische Elektro- und Heizenergieversorgung ist durch die zentrale Anordnung des Technikraumes gegeben. Die individuell zu regulierenden Sonnenschutzelemente insbesondere der Südfassade garantieren in ihrer Ausführung ein angenehmes Raumklima zu jeder Jahreszeit. Die Arbeitsräume im Norden bieten lichttechnisch optimale Voraussetzungen für Computerarbeitsplätze. Alle Arbeitsräume sind natürlich belichtet und belüftet.

Der gesamte Neubau ist in zwei Bauabschnitten denkbar, wobei der erste Bauabschnitt das Gebäude auf BP 1104 und der zweite Bauabschnitt das Gebäude auf GP 2168/19 umfaßt. Bei gleichzeitiger Sanierung und Umwidmung des Altbestandes ist ein reibungsloser akademischer Ablauf schon mit dem ersten Bauabschnitt gegeben.

 


 
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