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Die Zukunft im Blick
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Die Zukunft im Blick
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„Ihr habt's gut", hören wir immer wieder von den Touristen, die sommers wie winters über den Brenner strömen. „Bei euch ist einfach das Gras grüner, das Wasser klarer und der Himmel blauer als bei uns." Den „Urlaub auf dem Land", den kann der gestresste Städter in Südtirol noch machen. Die Einheimischen profitieren davon, meinen die einen... | Andere behaupten der Massentourismus bringe nur Probleme, da zuviel verändert, verbaut und zerstört würde. Wie immer liegt die Wahrheit wohl in der Mitte. Worum es geht, ist einen für alle Beteiligten gesunden Zwischenweg zu finden. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung weist in diese Richtung.
Laut dem Brundtland-Bericht von 1987 zeichnet sich nachhaltige Entwicklung dadurch aus, dass gegenwärtige Bedürfnisse erfüllt werden, ohne zukünftige Generationen dadurch in irgendeiner Weise zu benachteiligen. Allerdings ist es nicht möglich die Bedürfnisse zukünftiger Generationen vorauszusagen. Deshalb verlegt man sich darauf Veränderungen zu verhindern, die unumkehrbar sind. So wird im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung z.B. in großem Stil versucht die Ausrottung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zu verhindern.
Doch Nachhaltige Entwicklung funktioniert nicht nur im großen Stil, mit supranationalen Verträgen und Einhaltungsklauseln, sondern auch ganz bescheiden in den eigenen 4 Wänden. So soll z.B. der ökologische Fußabdruck helfen die Nachhaltigkeit des eigenen Lebensstils zu bewerten. Das Konzept des ökologischen Fußabdruckes wurde in den frühen 90er Jahren entwickelt und ist eine Methode zur Bilanzierung des menschlichen Naturverbrauches. Der Verbrauch an bioproduktiver Fläche wird dabei in Flächeneinheiten ausgedrückt. Zwar haben diese Resultate pädagogischen Wert – der ökologische Fußabdruck steht auf vielen Schulplänen – als politische Handlungsempfehlungen taugen sie jedoch nicht.
In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut und der Landesumweltagentur entwickelt das Institut für Alpine Umwelt derzeit stattdessen ein Set von 88 Indikatoren auf Gemeindeebene. Dabei wird mit verschiedenen ökologischen, ökonomischen und sozialen Indikatoren ein breites Themenspektrum abgedeckt.Darunter finden sich auch vor komplexe Themen, wie die Artenvielfalt auf Gemeindeebene.
Mit diesen Indikatoren sollen in naher Zukunft die Entwicklungen der 116 Gemeinden in Südtirol analysiert und auf ihre Nachhaltigkeit hin bewertet werden. Dieses Projekt wird dabei helfen Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und politische Diskussionsprozesse ins Rollen zu bringen und passt somit gut zu Kapitel 28 der Agenda 21 laut dem „viele der in der Agenda 21 angesprochenen Probleme und Lösungen ihre Wurzeln in Aktivitäten auf örtlicher Ebene haben" und darum „die Beteiligung und Mitwirkung der Kommunen ein entscheidender Faktor bei der Verwirklichung der Agendaziele" sind. Da die Bürger auf Gemeindeebene traditionell starken Einfluss auf ihr unmittelbares Lebensumfeld nehmen, sind die gesammelten Gemeindeindikatoren eine wichtige Datengrundlage für die Evolution von Diskussion und Konsensbildung. Somit wird auch der Prozess des gegenseitigen Lernens von Bürgern und Verwaltung unterstützt und das Bewusstsein für Fragen der nachhaltigen Entwicklung geschärft. Damit die Daten für jedermann zu jeder Zeit verfügbar sind, sollen sie kontinuierlich im Internet veröffentlicht werden.
05.08.05
Dominik Holzer
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