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Lobbying für zeitgenössische Architektur 
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Bundesweite Anlaufstelle in Österreich für baukulturelle Initiativen ist die Architekturstiftung Österreich. Seit 1996 versteht sie sich als gemeinsame Plattform der einzelnen Architekturhäuser in den Bundesländern. Wir sprachen mit der Geschäftsführerin, Barbara Feller.

Wie kam es zur Architekturstiftung Österreich?
Die Vorarbeiten haben 1995 begonnen. Damals gab es noch nicht in allen Bundesländern Architekturhäuser. Es existierte bereits das älteste Haus, das Architekturhaus Graz.  Dieses verstand – und versteht sich immer noch – als eine Institution zur Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Baukultur an der Schnittstelle zwischen Produzenten und Öffentlichkeit. Das Grazer Haus war in gewisser Weise Vorreiter für Gründungen ähnlicher Institutionen in allen anderen Bundesländern, die zum Großteil Mitte der 90er Jahre stattfanden. Im Zusammenhang damit hatte man die Idee eine stärkere Zusammenarbeit zwischen diesen Häusern zu organisieren. Da damals das Stiftungsgesetz ganz neu war, entschloss man sich in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, eine bundesweite Initiative in Form einer Privatstiftung ins Leben zu rufen. 

Welches sind die Hauptaufgabengebiete dieser Dachorganisation?
Eine wichtige Aufgabe ist die interne Vernetzung, das heißt in erster Linie die Zusammenarbeit in administrativen Bereichen sowie der gemeinsame Webauftritt. Daneben ist die Architekturstiftung für interregionale Projekte zuständig, das heißt für Leitprojekte, wie zum Beispiel die österreichweiten Architekturtage. Eine weitere wichtige Aufgabe der Stiftung, ist das Lobbying in Richtung Politik und Wirtschaft. Das ist eines der ursprünglichen Anliegen der Architekturstiftung, das jetzt die Architekturvermittlung noch erweitert, um die Berufsvertretung und um den Bereich Ausbildung. Ganz wichtig ist auch das Projekt Architektur und Schule, in dem wir schon seit langer Zeit versuchen, junge Menschen mit Architektur und Baukultur in Kontakt zu bringen.

Wie sieht das Zielpublikum der Stiftung aus?
Wir als Stiftung sehen unsere Rolle mehr im Hintergrund. Wir selbst führen sehr wenige Aktionen durch und haben eine eher koordinierende Rolle. In die Öffentlichkeit selbst treten eher unsere Stifter, also die einzelnen Architekturhäuser. Unser Zielpublikum ist eher ein interner Expertenkreis. Wir richten uns an Politik, Wirtschaft und unsere Stifter, die Architekturhäuser selbst. Daneben kooperieren wir mit Wirtschaftsbetrieben und Zusammenschlüssen, bei denen wir versuchen ein besseres Bewusstsein für Architektur und Baukultur zu verankern.

Was ist für sie ganz persönlich Baukultur und was unterscheidet den Begriff von dem der Architektur?
Baukultur ist für mich der wesentlich weitere Begriff. Da geht es um die gestaltete Umwelt, um Freiräume, sozusagen um die Einrichtung. Baukultur ist die gestaltete Umgebung, in der wir uns bewegen. Räume, auch der Naturraum, sobald er in irgendeiner Weise gestaltet ist. Architektur ist für mich enger, wirklich auf ein gebautes Objekt fokussiert. Ich bin selbst keine Architektin und tue mir vielleicht daher mit dem Begriff Baukultur leichter. Unter Baukultur fällt für mich beispielsweise auch ein bestimmtes Straßenpflaster. Es geht hier generell um gestaltete Räume, um gebaute Räume, aber auch um Freiräume.

Das Interview führte Claudia Tappeiner.


 


 
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