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In Harmonie mit der Umgebung 
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Sinn und Zweck eines Gebäudes ist der, dass Menschen darin einen Raum finden. Einen zum Leben, zum Arbeiten, zum Schlafen, zum Wohnen, zum Lernen… Verschiedene Personen stellen unter Umständen gänzlich unterschiedliche Ansprüche an ein und dasselbe Gebäude. Der Architekt Andreas Flora sprach mit uns über seine Sichtweise als Planer.

Ein ganz wichtiges Personenpaar beim Bau eines Gebäudes sind Architekt und Bauherr. Wo fangen Ihre Aufgaben als Planer an und wo hören die des Bauherrn auf und umgekehrt?
Ich sehe den Architekten eigentlich als Berater. Ob ich nun verbal berate, in Textform oder in Form einer Zeichnung, es ist immer eine Beratungsfunktion. Man hat einen gewissen Vorsprung an Know-How und das stellt man dem Bauherrn unter Bezahlung zur Verfügung. Wie dann diese Zusammenarbeit funktioniert, hängt ganz stark von den handelnden Personen ab. Es gibt Bauherrn, die stellen dir als Planer eine bestimmte Summe zur Verfügung und sagen dann, mach du! Mit anderen gestaltest du jeden einzelnen Schritt gemeinsam. Ob das nun angenehm, zielgerichtet, fruchtbringend ist oder nicht, liegt dann bei den einzelnen Akteuren.

Somit wäre in diesem Fall Planung und Bau eines Gebäudes, vom ersten Gespräch bis zur Fertigstellung des Hauses, ein Prozess, an dem beide gleichermaßen beteiligt sind. Ist das richtig?
Ja auf jeden Fall. Und nicht nur die beiden. Am Prozess ‚Bau' sind viele andere Personengruppen ebenfalls beteiligt. Ob das nun die Firmen sind oder die Baugesetzgebung oder die Gemeinden und natürlich auch der Bauherr. Jeder trägt für einen Teil dieses Prozesses irgendwo die Verantwortung. Der Architekt hat, wie schon gesagt, eine beratende Funktion. Ob der Bauherr das dann aufnimmt, entscheidet sich natürlich dann im Prozess. Manche Bauherren lassen sich für die Vorschläge des Architekten gewinnen, andere nicht. 

Wie sehr ist für den Planer der Austausch, das sich Kennenlernen und das Eingehen auf den Bauherren von Bedeutung? Oder ist es sogar unbedingt notwendig, damit eine gute Zusammenarbeit funktioniert?
Es gibt natürlich von den Architekten her verschiedene Strategien. Manche gehen auf Konfrontation. Sie geben ihre Linie vor, vielleicht weil sie sich sagen, ich hab' genug gebaut, genügend Aufträge, ich weiß, was ich sage. Der Bauherr hat das zu akzeptieren.
Ich persönlich werde das wohl nie so machen. Wenn ich beispielsweise an ein privates Bauvorhaben denke, muss ich mir vor Augen halten, dass der Bauherr in dem Haus, das ich ihm plane, dann ein Leben lang wohnen muss. Wenn ich ihm meine Vorschläge nicht so erklären kann, dass er sie nachvollziehen kann, dann wird wohl an der ganzen Sache etwas nicht stimmen.
Natürlich versucht man von vorneherein zu analysieren, wer ist derjenige, der mir da gegenüber sitzt. Was will er?
Wenn ich das gleiche Haus für mich selbst bauen würde, würde es wahrscheinlich komplett anders aussehen. Auch wenn ich selbst den Entwurf gemacht habe.
Wichtig ist meiner Ansicht nach immer das Umfeld, in dem ein Gebäude steht. Ich meine damit nicht nur den physischen Kontext, also den Ort, wo das Haus steht. Obwohl das auch wichtig ist. Ein Gebäude muss natürlich mit seiner Umgebung harmonieren. Genauso wichtig ist aber meiner Ansicht nach das soziale Umfeld, in dem sich der Bauherr bewegt, wie er lebt, denkt und handelt.
All' das sollte in die Planung eines Gebäudes miteinfließen.

18.04.2005
Bilder: Wohnhaus Fam. Spitaler/ Eppan.
Das Interview führte Claudia Tappeiner.

 


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