EU: bis hierher und nicht weiter?
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EU: bis hierher und nicht weiter?
Lettland ist drin. Rumänien hofft auf 2007. Serbien-Montenegro, mit Vorbehalten, auf 2015. Russland wird voraussichtlich nie Teil davon sein. Vier junge Teilnehmer des EURAC Master in European Integration and Regionalism über das Verhältnis ihres Heimatlandes zur Union.
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Unsere erste Gesprächspartnerin Kristine Drevine ist ein neues EU-Mitglied aus Lettland. Sie selbst hat bei der EU-Kampagne der lettischen Regierung mitgearbeitet. |
Lange Zeit hielt sich Lettland sehr verhalten, was einen möglichen EU-Beitritt betraf. Dies lag wohl auch an der Bevölkerung. Während die russische Minderheit im Nachbarstaat Litauen nur rund acht Prozent beträgt, macht diese Gruppe in Lettland mehr als ein Drittel der Bevölkerung aus. In der Hauptstadt Riga leben sogar mehr Russen als Letten. Nach der Unabhängigkeitserklärung Lettlands 1991 war die Stimmung zwischen Letten und der russischen Minderheit lange Zeit angespannt. Der Einfluss Russlands war noch immer sehr groß. Mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Sowjetunion wandte sich auch die russischsprachige Bevölkerung Lettlands zunehmend dem Westen zu. Die Neuorientierung brachte dem Land einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Thema EU-Beitritt erhitzte dennoch die Gemüter. „Vor allem die ältere Generation äußerte ihre Ängste, von einer Staatenunion in die andere überzugehen", erklärt Kristine Drevina, lettische Teilnehmerin am Master in European Integration and Regionalism. Im September 2003 gab es in Lettland ein Referendum zum EU-Beitritt, bei dem sich 70% der Wähler für die EU aussprachen. Dem Referendum war eine massive EU-Kampagne von Seiten der lettischen Regierung vorausgegangen, die nun doch fürchtete, als einer der ärmeren Beitrittskandidaten, den Zug in allerletzter Sekunde zu verpassen. Kristine Drevina hatte bei der Kampagne mitgearbeitet. „Die lettische Bevölkerung ist heute bereit, den Gürtel enger zu schnallen, damit die nächsten Generationen vom Beitritt profitieren können," erklärt sie. Und tatsächlich sind viele Preise, wie etwa der Benzinpreis, unmittelbar nach dem Referendum gestiegen. Die Bauern sind nach wie vor ratlos: „Sie fürchten sich zwar vor der großen Konkurrenz, hoffen aber gleichzeitig, dass ein Beitritt mehr Agrarsubventionen bringt als ein nicht-Beitritt. Während der Wahlkampagne hörte Kristine Drevina häufig den Ausspruch: „Demokratie ist nicht das Wahre, aber etwas besseres wurde bislang nicht erfunden." Es lebe die EU.
Sigrid Hechensteiner
14.06.2004
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