Rumänien: Das Armenhaus Europas hegt große Pläne
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Das Armenhaus Europas hegt große Pläne
Wir setzen unsere Reihe zur EU-Osterweiterung fort und wenden uns heute einem Beitrittskandidaten für 2007 zu: Rumänien. Magda Voinea, Teilnehmerin des EURAC Master in European Integration and Regionalism spricht über das Verhältnis ihres Heimatlandes zur Union.
Nach dem Niedergang des Kommunismus lag die Wirtschaft in Rumänien brach: versäumte Privatisierungen, politisierte Verwaltungen und andauernde Koalitionsstreitigkeiten legten das Land lahm. Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 730 Euro zieht der Staat auch heute noch mit einer Reihe von Entwicklungsländern gleich, wie etwa den Philippinen. Seit 2000 sucht Rumänien den Anschluss an die EU. Die Regierung musste die Bevölkerung erst gar nicht von der Notwendigkeit eines Unionsanschluss überzeugen. „Kampagne gab es keine, und trotzdem spricht sich rund 80% der Rumänen ganz klar für einen Beitritt aus," erklärt Magda Voinea, Teilnehmerin am Master in European Integration and Regionalism. 2003 erneuerte die EU ihre Beitrittspartnerschaft mit Rumänien. Für die kommenden ein bis zwei Jahre bleiben die Reform der öffentlichen Verwaltung, der Wirtschaft, des Justizwesens und der Agrarpolitik vorrangige Anliegen. „Rumäniens Reformen sind träge", so Magda Voinea, „werden jetzt aber von der Regierung mit der Aussicht auf 2007 stärker vorangetrieben." Vorangetrieben werden sie auch durch Subventionsgelder für EU-Erweiterungsländer. Die Gelder fließen in die Reformen der öffentlichen Verwaltung, des Justizwesens und der Wirtschaft. Schwierig wird, laut Magda Voinea, vor allem die Umstrukturierung der Landwirtschaft in Richtung einer gemeinsamen Agrarpolitik. „Viele Rumänen realisieren noch nicht, was es heißt, in einem gemeinsamen Europa wettbewerbsfähig zu bleiben", ist sie überzeugt. „Sie verlassen sich noch zu sehr auf Hilfe von außen". Beim letzten Gipfel in Brüssel lobte der Europäische Rat, die von Rumänien erzielten Fortschritte. Der weitere Fahrplan Richtung Westen folgt klar vorgegebenen Stationen. Nur das Tempo der Reformen sollen die Rumänen selber festlegen. Es muss sich also erst zeigen, ob Rumänien mit 2007 Schritt halten kann.
Sigrid Hechensteiner
14.06.2004
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