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Serbien-Montenegro: Ein EU-Konstrukt mit fraglicher Zukunft 
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In unserer Reihe "Reaktionen auf die EU-Erweiterung" äußert sich heute Srdjan Majstorovic aus Serbien-Montenegro zum eventuellen EU-Beitritt seines Landes 2015.
2002 hat sich die auf Serbien und Montenegro zusammengeschrumpfte Republik Jugoslawien endgültig von ihrem Staatsnamen verabschiedet. Die Staatsunion Serbien-Montenegro ist eine Neugründung auf Zeit. Das Abkommen zwischen Belgrad und Podgorica kam auf Druck der EU zustande und verschiebt eine Entscheidung über die endgültige Staatsform der beiden Länder auf 2005. Ein Referendum soll voraussichtlich im nächsten Jahr über die Fortsetzung der Staatsunion entscheiden. In die gemeinsame Verantwortung Serbien-Montenegros fallen nur die Außenpolitik, die Verteidigungspolitik und der EU-Beitritt. Alles andere bleibt dem jeweiligen Staat vorbehalten. So existieren etwa zwei Währungen: in Serbien der Dinar, in Montenegro der EURO. „Über einen EU-Beitritt wird zwar nachgedacht und ansatzweise auch verhandelt", so der serbische Teilnehmer am Master Srdjan Majstorovic „aber noch steht der Staatenbund auf zu wackeligen Beinen, als dass das Thema die Tagespolitik regiert". Noch verarbeiten die Menschen den Krieg, sind mit dem Wiederaufbau beschäftigt und mit der Bereinigung ethnischer Konflikte, die immer wieder aufflammen. Dennoch sprachen sich bei einer Umfrage in Serbien erst kürzlich 75% der Bevölkerung für einen Unionsbeitritt aus. „Dabei wissen die meisten viel zu wenig über die EU", erklärt Srdjan Majstorovic. Aber die Serben seien sich ihre Außenseiterrolle in der Geschichte Europas allmählich leid.
Während in die zehn neuen Beitrittsländer in den letzten Jahren viele Subventionsgelder aus dem EU-Topf geflossen sind, profitiert Serbien-Montenegro nicht von dieser Finanzspritze. „Unsere Reformen müssen wir aus den Fonds für westliche Balkanstaaten finanzieren", sagt der Student. Von 2002 bis 2006 waren es gerade einmal 4,65 Milliarden Euro, die auf fünf Staaten verteilt wurden. Dies sei nicht viel, wenn man den Entwicklungsstand auf dem Balkan bedenke. Dennoch sei ein später Start in die EU gar nicht so schlecht, so Srdjan Majstorovic weiter, „wir können erst einmal abwarten und schauen wie es den 10 neuen Beitrittsländern in den nächsten Jahren ergeht."

Sigrid Hechensteiner

14.06.2004


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