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Russland: Sag niemals nie 
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Der letzte Beitrag unserer Reihe zur Europäischen Union ist Russland gewidmet. Anna Pospelova gibt uns Einblick in das Verhältnis ihrer Landsleute zur Union.

Mittelfristig verfolge Russland nicht das Ziel eines EU-Beitritts, lies der Russische Präsident Putin erst kürzlich verlauten. Langfristig schließe er es nicht aus. „Bis vor kurzem wäre eine derartige Aussage von Seiten Russlands undenkbar gewesen", ist die Russin Anna Pospelova, Teilnehmerin am Master in European Integration and Regionalism, überzeugt. „Russen sind Russen, sie fühlen sich nicht als Europäer." Dennoch spreche sich die russische Regierung immer wieder und in aller Deutlichkeit für ein geeintes Europa aus, versichert die junge Frau. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass acht der zehn neuen Beitrittsländer einst als sowjetische Satelliten enge Handelsbeziehungen mit Moskau hatten. Ihr Anschluss an den Westen eröffnet Russland langfristig aber eine neue und größere Wirtschaftsperspektive: den Zugang zu einem von 455 Millionen Einwohnern bewohnten Binnenmarkt. In den ehemaligen sowjetischen Satelliten waren es nur 72 Millionen. Zwar haben die EU-Neuzugänge mit 1. Mai 2004 die gemeinsame Handelspolitik der EU übernommen, mit all ihren multilateralen Handelsverpflichtungen und -abkommen, doch ergeben sich daraus auch Begünstigungen für Drittländer. So wird etwa der Importzoll in die neuen EU-Länder für Drittstaaten herabgesetzt, wovon auch Russland profitiert. Als nicht WTO-Mitglied ist Russland aber auch von vielen WTO-Handelsbegünstigungen ausgeschlossen. Und so hat Russland vor kurzem der EU eine Liste mit 14 Anliegen übermittelt, die neben Handelsaspekten auch politische Forderungen enthält. Brüssel zeigt sich zu Verhandlungen bereit.
Auf die Frage, wie weit sich die EU nach Richtung Osten ausweiten werde, hätte Anna Pospelova bis vor kurzem „bis hierher und nicht weiter" geantwortet. Staaten wie die Ukraine oder Weißrussland sind ihrer Meinung nach Russland zu stark verbunden. Doch ganz so sicher ist sie sich nach Putins Aussage nicht mehr.

Sigrid Hechensteiner

14.06.2004


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