Afghanistan: der Kampf nach dem Krieg - Teil 3
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Afghanistan: der Kampf nach dem Krieg - Teil 3
Historische Rückblende
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Fünf Jahre nach der Absetzung des Königs Zahir Shah erfolgt 1978 ein Staatsstreich der Armee. Bald erheben sich die afghanischen Stämme gegen das anti-islamische Regime, woraufhin sowjetische Truppen Ende 1979 einmarschieren. Der Kampf der Mudschaheddin gegen die Besetzer beginnt. |
Michail Gorbatschow nennt Afghanistan "eine blutende Wunde" und zieht die sowjetischen Truppen 1989 aus dem zerstörten Land ab. Zeitgleich mit der Machtübernahme der Mudschaheddin erobern die Taliban von Kandahar aus Stück für Stück das Land, bis auch Kabul 1996 unter ihrem Raketenbeschuss fällt. Die Amerikaner greifen erstmals 1998 ein. In Folge der Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania fliegen sie Raketenangriffe auf Stützpunkte von Bin Laden. Erst nach dem 11. September 2001 gelingt es der Nordallianz, mit Hilfe der USA und Großbritanniens, Kabul zu erobern und eine Übergangsregierung unter Ministerpräsidenten Kasai zu bilden. Inzwischen hat der Verkehr zugenommen. Die blutige Geschichte Afghanistans hat der hektischen Betriebsamkeit zwischen den Mauerresten keinen Abbruch getan. Frauen in blauen Burkas mit schreienden Kindern im Arm drängen sich durch die Gassen, ein beinamputierter Mann feilscht lautstark mit einem Händler. Neben der neuen Moschee, wo das Taliban-Regime Standgericht hielt, macht sich ein Zeltlager breit. Susanne Schmeidl wendet ihren Kopf in Richtung Auffanglager: „Die Zahl der ankommenden Landbevölkerung, deren Dörfer zum Großteil vermint sind, steigt täglich." Im kommenden Winter drohe Kabul eine humanitäre Katastrophe. „Wenn Pakistan und der Iran seine Flüchtlingslager schließen, werden noch mehr Menschen nach Kabul strömen." „Der UNHCR bringt Menschen, die alles verloren haben, nach Kabul und überlässt sie dort ihrem Schicksal", erzählt mir später ein dänischer ISAF-Soldat. Überhaupt funktioniere die Zusammenarbeit mit der Internationalen Gemeinschaft nur schlecht. Vor allem mit den Amerikanern sei es schwierig. „Sie agieren ohne Abstimmung mit den anderen Einsatztruppen." Am Balkan, wo der Däne auch schon im Einsatz war, hätte es besser geklappt, die Mission sei aber auch weniger gefährlich gewesen. Kurz nach seiner Ankunft in Afghanistan geriet sein Camp unter Raketenbeschuss: „Verletzte gab es zum Glück keine."
21.10.2004
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