Afghanistan: der Kampf nach dem Krieg - Teil 2
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Afghanistan: der Kampf nach dem Krieg - Teil 2
Welcome to Kabul
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Die Landung zwischen Sondermaschinen der Vereinten Nationen und Kampjets der Einsatztruppen ist holprig. „Welcome to Kabul" prangt es in riesigen Lettern über dem Hauptgebäude. |
Susanne Schmeidl, Kopftuch, lange Hosen und traditionelles Überkleid, winkt mir zu. Ob ich sie überhaupt in ihrer Verkleidung erkannt hätte, fragt sie mich. Zum eigenen Schutz aber auch aus Respekt gegenüber der afghanischen Bevölkerung verhüllt sie ihren Körper. Seit über zwei Jahren leitet die Deutsche das Afghan Civil Society Forum der Schweizer NGO Swisspeace, die zahlreiche Hilfsprojekte in Afrika und Asien betreut. „Inzwischen haben wir schon zwei Häuser in Kabul und arbeiten fast ausschließlich mit Afghanen", erklärt sie mir im Taxi.
| Swisspeace genießt einen hervorragenden Ruf in Afghanistan. Die innovative Aufbauarbeit in den Dörfern - von Schweizern, Amerikanern, Finnen und der Deutschen Böll-Stiftung finanziert, fallen auf fruchtbaren Boden. Sie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Stammesführern. |
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„Eines der Häuser in Kabul, das Stammesbüro", so die Einsatzleiterin, „ist Koordinierungsstelle für Stammesführer, die nach Kabul kommen". Der enge Kontakt zu den einzelnen Stämmen hilft in vielerlei Hinsicht. Neben der Koordination zahlreicher Hilfsprojekte wird auch an langfristig friedensstiftenden Maßnahmen gearbeitet. Wie etwa an der Realisierung aktueller politischer Landkarten. Diese enthält auch die Einteilung in Stammesgebiete, die nur selten mit den politischen Grenzen übereinstimmen. Außerdem zeigen die Karten wo noch immer Kampfhandlungen stattfinden, wo Amerikaner stationiert sind oder wo Al-Qaida Kämpfer vermutet werden. „Ministerpräsident Hamid Kasai und wichtige internationale Geldgeber haben auch schon an den Treffen mit Stammesführern teilgenommen", berichtet Susanne Schmeidl, als wir die amerikanische Botschaft erreichen. Hier werden gerade ganze Straßenzüge verlegt und eine stacheldrahtverstärkte Schutzmauer nach der anderen aufgezogen. Die Wachen verfolgen unsere langsame Fahrt mit ihren Gewehrläufen. Einen schaurig schönen Gesamteindruck von Kabul bietet das schwer in Mitleidenschaft gezogene Mausoleum des letzten regierenden Königs. Die zerbombte Grabstätte ragt auf einer kleinen Erhebung, gleichermaßen als Monument der Zerstörung, empor. In der Bevölkerung heißt es, der Zustand des Mausoleums zeige, wie es um Afghanistan bestellt sei. Der Blick auf die Stadt vermittelt eindringlich das Ausmaß der Zerstörung in den letzten Jahren.
21.10.2004
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