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Nachhilfestunden in Sachen Autonomie 
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Ein neues Projekt der EURAC exportiert das Know-how der Forschungseinrichtung nach Südostasien. Im Rahmen eines modulartigen Workshops werden südasiatische Minderheitenvertreter über die Möglichkeiten von Autonomiemodellen und Minderheitenschutz aufgeklärt.

In den letzten acht Jahren hat die EURAC die tibetische Exilregierung in Sachen Autonomiemodell und Minderheitenschutz beraten. Doch sind die Tibeter nicht das einzige südasiatische Volk, das um Selbstbestimmung ringt. Um Autonomie kämpfen beispielsweise die etwas bekannteren Kaschmiri – deren Siedlungsgebiet seit über 50 Jahren Zankapfel zwischen Pakistan und Indien ist, aber auch die etwas weniger bekannten Adivasi in Indien. Letztere sind eine indigene Volksgruppe, deren Ursprungsland sich auf vier unterschiedliche indische Bundesstaaten erstreckt. 
Die Erfahrungswerte des Bereichs Minderheiten und Autonomien können auch für diese Völker von Interesse sein. Und so organisiert die EURAC in Kooperation mit lokalen Partnern in den nächsten drei Jahren Südostasien-Workshops. Den Teilnehmern aus den betroffenen Gebieten werden in mehreren Schulungseinheiten Instrumente zum Schutz von Minderheiten und Konfliktlösungsmodelle dargelegt.

Der Workshop
Das in fünf Modulen strukturierte Austauschprogramm „Europe-Asia Exchange Project on Experiences of the Politics" umfasst zwei regionale Workshops in Nepal und Pakistan, zwei Vertiefungsseminare in Bozen und ein Abschlussseminar zur Umsetzung von Projekten in Neu Delhi. Hintergrund der Module sind die soziale Diskriminierung, kulturelle Assimilierung, politische Unterdrückung und Entrechtung, Zwangsumsiedlung und militärische Okkupation südasiatischer Minderheiten. Teilnehmer sind Minderheiten- und Konfliktlösungsexperten, Journalisten, Rechtsexperten und NGO-Mitarbeiter. Bislang fanden zwei Module statt: im Mai 2004 in Katmandu und im September in Bozen. Ziel des zu 80% von der EU finanzierten und in Zusammenarbeit mit vier südasiatischen Menschenrechtsorganisationen realisierten Gesamtprogramms ist es, voneinander zu lernen: Europas Lösungswege sollen mit den Konfliktlösungen in Südasien verglichen, Unterschiede, Gemeinsamkeiten und „best practices" herausgearbeitet werden.


Follow-up Workshop in Bozen
Der Themenbogen der ersten zehntägigen Veranstaltungsreihe in Bozen spannte sich von der allgemeinen Entwicklung in der EU in Sachen Föderalismus, Regionalismus und Osterweiterung bis hin zu internationalen Regelungen zum Schutz der Menschenrechte und Minderheiten auf Ebene europäischer und weltweiter Organisationen. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Südtirol-Autonomie, doch kamen alle maßgeblichen Autonomiemodelle innerhalb der EU zur Sprache.
Die Teilnehmer versuchen nun die gewonnenen Erfahrungen in Projekte für Minderheiten ihrer Heimatländer umzusetzen. So plant die pakistanische Koordinatorin des „Journalist Resource Centre" etwa, die behandelten europäischen Autonomiemodelle in verschiedenen Tageszeitungen ihrer Heimatregion zu publizieren, um auf mögliche Lösungsansätze aufmerksam zu machen. Viele der Informationen aus den Workshops werden in Minderheitensprachen übersetzt, um mit der betroffenen Bevölkerung in Dialog zu treten.
(Günther Rautz, Koordinator des Projektes)

19.10.2004
 


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Prima tappa bolzanina dell'"Europe-Asia Exchange Project on Experiences of the Politics"

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