Vom Kolonialstaat zur Unabhängigkeit
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Vom Kolonialstaat zur Unabhängigkeit
Kolonialmächte 1505 kamen die Portugiesen als erste europäische Kolonialmacht nach Sri Lanka und brachten die Westküste und den Norden des Landes unter ihre Gewalt(1505-1655). Zur damaligen Zeit fanden sie auf der Insel drei getrennte Staaten vor: Kandy, Kotte und Jaffna. Danach kamen die Holländer, die ebenso lange über diese Gebiete herrschten. (1655-1796) Sie wurde abgelöst von den Engländern (1796-1948), die 1815 das Land zu ihrer ernannten und es 1833 unter eine zentrale Verwaltung setzten. Gegen die ausländischen Kolonialherren kämpften Singhalesen, Tamilen, Moslems und Weddas gemeinsam. 1818 und 1848 kam es zu zwei großen Rebellionen, die blutig niedergeschlagen wurden. Um den Widerstand zu brechen, zerstörten die Kolonialherren die auf Selbstversorgung basierende Wirtschaft Sri Lankas, allen voran die Bewässerungssysteme. Sie führten Monokulturen, wie Tee und Kautschuk ein, enteigneten die Einheimischen und vertrieben die Hochlandsinghalesen. Da sowohl die Singhalesen als auch die Tamilen die Arbeit auf den Teeplantagen verweigerte, holten die Engländer die Indien-Tamilen ins Land. Ihr in der ganzen Welt gemachten Erfahrungen im Umgang mit kolonisierten Völkern – „teile und herrsche", setzten die Engländer auch in Sri Lanka erfolgreich ein. 1948 erhielt Sri Lanka die „Unabhängigkeit" von den Engländern. Eingesetzt wurden inländischen Statthalter, die ihre Politik weiterführten. Die Engländer hinterließen ein Land mit exportabhängiger Wirtschaft, einer mehrheitlich im Elend lebenden Bevölkerung, in deren Bewusstsein der ethnische Konflikt stets lebendig war.
Kein leichter Weg zur Unabhängigkeit Nach der Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1948 wurde in Sri Lanka ein an das englische Vorbild angelehntes parlamentarisches System eingeführt. Dadurch konnte die singhalesische Mehrheit ihre Dominanz ausüben. Einige Monate nach der Unabhängigkeit verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Staatsangehörigkeit, mit welchem die Teeplantagen–Arbeiter (Indische Tamilen) ihre sri-lankische Staatsangehörigkeit verloren und staatenlos wurden. 1956 erließ man zudem das „Singhala-only"-Gesetz, welches neben Englisch lediglich das Singhalesische als Amtssprache anerkennt. Die Tamilen reagierten mit Autonomie-Forderungen. Die friedlichen Proteste wurden jedoch nicht ernst genommen oder sogar mit Gewalt unterdrückt. Dies wiederum bewirkte eine allmähliche Radikalisierung der tamilischen Jugend. Es gab 1957 und 1983 inselweit große Pogrome, die mit staatlicher Unterstützung vom Mob gegen die Tamilen verübt wurden. Dadurch verloren mehrere Tausende Zivilisten ihr Leben, Hunderttausende wurden obdachlos. Anfang der 70er Jahre kam es zu einer weiteren Radikalisierung der gesamten sri-lankanischen Politik, was 1971 zu großen Studentenunruhen führte. Mehr als 10.000 Jugendliche und junge Erwachsene (hauptsächlich Singhalesen) wurden umgebracht und mehr als 20.000 wurden verhaftet. Anfang der 80er Jahre forderten tamilische Separatistengruppen einen unabhängigen Staat im Nordosten des Landes, was eine neue neue Dimension in die politischen Auseinandersetzungen des Landes brachte. Die Regierung ging gegen ihre Gegner äußerst brutal vor und es entwickelte sich ein Krieg im Norden und Osten, der bis heute anhält. In dieser Politik spielte auch der Nachbar Indien eine große Rolle. Indien unterstützte die militanten Tamilengruppen mit Waffen und bot militärische Ausbildungsmöglichkeiten und Stützpunkte in Tamil Nadu an. Ein guter Nährboden für ein schnelles Wachstum der Rebellengruppen. Anfang der 80er Jahre entstanden mehrere Tamilische Befreiungsorganisationen: Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), Peoples Liberation Organisation of Tamil Eelam (PLOT), Eelams Peoples Revolutionary Liberation Front (EPRLF), Tamil Eelam Liberation Organisation (TELO), Eelam Revolutionary Student Organisation (EROS). Aus diesen verschiedenen Gruppen, ging die LTTE, u.a. auch durch brutale Liquidationen anderer Gruppenmitglieder, als stärkste Bewegung hervor. Sie setzte Selbstmordkommandos ein und verübte zahlreiche Anschläge. Darunter auch die Attentate an mehreren prominenten Politikern, wie Präsident Premadase und den Führer der tamilischen TULF, Amirthalingam.
06.12.2004
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