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Die Stimme der Ladiner - Teil 2 
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Was sind ihre Themen?
Wir versuchen, über alles zu berichten, was die Menschen in den Tälern betrifft, also Politik, Gesellschaft, Sport und so weiter. 
Der erste Teil bringt Beiträge zu Aktuellem aus Politik und Sozialem. In der Mitte haben wir die Talschaftsseiten mit 4-5 Seiten pro Tal. Hinzu kommen noch Leserbriefe, bei denen wir immer eine rege Teilnahme zu verzeichnen haben, Anzeigen natürlich und allerlei Veranstaltungshinweise.

Das Ladinische besteht ja aus verschiedenen Idiomen. In welchem Ladinisch schreibt La Usc de Ladins?
Die Talschaftsseiten sind klar nach Idiomen unterteilt. Die Grödner Seiten sind in Grödnerisch, die des Gadertals in Badiotisch usw. Im ersten, allgemeinen Teil wählt in der Regel der Autor des Artikels selbst die Sprachform -  außer bei Themen, die von allgemeinem Interesse sind. Hier wird auch die ladinische Hochsprache verwendet.

Gibt es denn eine solche?
Das Land Südtirol hat einen Beschluss herausgegeben, in dem festgesetzt wurde, dass die beiden offiziellen Idiome das Grödnerische und das Gadertalerische sind. Dies allerdings nur, und das steht explizit so im Beschluss, bis eine andere Lösung gefunden ist.

Wie muss ich mir diese aktuell als Hochsprache verwendete Sprache vorstellen? Ist das eine künstlich erstellte Mischung aus allen Idiomen?
(lacht) Ja, so wird das immer ideologisch verkauft. Das, was ich vorher gesagt habe, ist die politische Entscheidung. Die rein sprachwissenschaftliche Überlegung bleibt immer irgendwo in der Ecke - man hat nicht die Abstraktionsfähigkeit… Man braucht nur alle anderen Sprachen als Vergleich herzunehmen. Wieso hat beispielsweise die deutsche Sprache eine Hochsprache? Da wird man leicht Antworten finden, das gleiche gilt für das Italienische oder das Französische. Eine Hochsprache entsteht immer konsensuell, aufgrund interner und externer Anforderungen und unter Bezugnahme der effektiv existierenden Idiome. Was das Ladinische anbelangt, steht aktuell die Sprachstruktur einer Hochsprache. Doch ist ja jede Sprache ausbaufähig und so ist auch ladinische Hochsprache ein „work in progress".

Welche Rolle hat ihre Zeitung als einziges komplett auf Ladinisch herausgegebenes Printmedium in diesem schriftsprachlichen Entwicklungsprozess? Wir tragen sicher zur Festigung und zum Ausbau der ladinischen Sprache bei, schon allein deswegen, weil wir vom Korpus her die konsistenteste Datenbank besitzen.

Bozen, 12.07.06

Das Interview führte Julia Reichert.


 


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