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Wo Daten und Waren fließen 
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„Ein Kühlschrank ist kein Kühlschrank, wenn er in Detroit steht, während er in Houston gebraucht wird." Walter Mitterer illustrierte so am vergangenen Donnerstag Abend an der EURAC, dass ein Unternehmen ohne eine funktionierende Logistik im Wettbewerb nicht mehr bestehen kann.

Er selbst ist als Chef der Sales-Marketing-Abteilung von Fercam „Profi-Logistiker". Das Bozner Unternehmen transportiert mittlerweile Waren von 1800 Kunden kreuz und quer durch Europa und nach Übersee.
Gemeinsam mit Christoph Roth von Siemens bestritt Mitterer den Logistik-Abend der Reihe „Lernen von anderen Branchen", die die Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG), das EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement und der TIS innovation park seit zwei Jahren regelmäßig für die heimischen Unternehmer organisieren.

„In Südtirol werden die Wirtschaftskreisläufe zum Großteil noch als regionale Kreisläufe wahrgenommen ", erläutert der Moderator des Abends SMG-Direktor Christoph Engl den Nachholbedarf vieler Südtiroler Wirtschaftsbranchen in Sachen Logistik. „Der Bauer liefert seine Äpfel an die Genossenschaft, der Rest ist ihm egal." Dass Logistik zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden kann, müssten viele erst noch lernen. Dabei wäre die Planung der  Warenflüsse in den heutigen gesättigten Märkten unabdingbar, denn Logistik gebe die „Antwort darauf, ob Kunden zu dem Zeitpunkt kaufen können, in dem sie dazu Lust haben.", erklärte er. Besonders im Tourismus sei dies von großer Bedeutung. Wenn ein Urlauber in dem Moment, in dem er einen Urlaub buchen möchte – zum Beispiel sonntags abends -, dies nicht tun kann – weil das Reisebüro geschlossen hat – verzichtet er eventuell ganz darauf. Hat ein Hotelier oder eine Tourismus-Region in diesem Sinne eine gut funktionierende Homepage mit einer Online-Buchungsfunktion, kann er sich mit der „bloßen" Bereitstellung digitaler Daten unter Umständen bei diesem Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern.

Dass Datenflüsse in der heutigen Logistik eine mindestens ebenso große Rolle spielen, wie Warenflüsse, hatte Christoph Roth von Siemens zuvor eingehend erläutert. Der studierte Physiker ist bei Siemens für die Entwicklung der „Radio Frequency Identification" (RFID) verantwortlich. RFID ist ein Verfahren, mit dem Gegenstände und Lebewesen automatisch identifiziert werden können. Dies geschieht mittels eines Transponders. Dieser wird der Ware, oder in der Rinderzucht den Tieren, eingesetzt und überträgt deren Bewegungen direkt an ein Datenzentrum, das alle Bewegungen aufzeichnet. Der Vorteil für Produzenten, Händler und Endkunden: Die Waren können jederzeit lokalisiert und rückverfolgt werden. „In der Fluggepäcklogistik konnten die Kosten, die jährlich durch fehlgeleitete Gepäckstücke entstehen, durch den Einsatz von RFID um 700 Millionen Dollar gesenkt werden.", berichtete Roth.
Ob mit RFID oder den herkömmlichen Barcodes, mit denen Fercam seine Warenströme kontrolliert, will der Unternehmer seine Logistik verbessern und kostengünstiger halten, muss er zunächst an der – heute digitalen – Planung der Transportwege arbeiten. „In der Datenstruktur liegt ein höheres Optimierungspotential als im wahrhaften Transport", erklärte Roth. „Ich muss mir weniger die Frage stellen: welches Verkehrsmittel verwende ich? – als: wie optimiere ich die Transportwege?"
Wichtig sei dabei die Vernetzung von verschiedenen Systemen, fasste Christoph Engl abschließend zusammen. „Auch in der Logistik liegt die Zukunft in der Vernetzung!" sagte er.

19.10.2007

Julia Reichert


 
   


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