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Den Krabbeltieren auf der Spur 
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Termiten haben's gut. Wenigstens die in Afrika. Afrikanische Termiten schaffen es nämlich, ihre Waren von A nach B zu transportieren, ohne dass es zu Staus, Stockungen und Verspätungen kommt.

Ameisen haben's auch gut, fast noch besser sogar. Die schaffen es, selbst in Panik, die normalerweise zum Zusammenbruch aller logistischen Systeme führt, wohl geordnet und in Reih und Glied, ihren Bau zu verlassen. Der Mensch – die Krone der Schöpfung – tut sich mit Logistik im Allgemeinen etwas schwerer; das hängt vor allem damit zusammen, dass er sich erst seit ein paar tausend Jahren mit dem Thema Logistik beschäftigt, während Ameisen und Termiten dieses Terrain schon seit Jahrmillionen beackern. Durch eine Vielzahl neuer Technologien tun sich nun für menschliche Logistiksysteme allerdings neue Wege auf, die lückenlose Logistik leichter machen.

Hauptproblem für die Lieferung von Waren sind vor allem die Staus auf überfüllten Autobahnen. Sind die Straßen heute schon voll, prognostizieren Experten allein für deutsche Straßen einen Zuwachs von 25 Prozent im Personen- und von über 60 Prozent im Güterverkehr.
Die Lösung für dieses Problem sind so genannte Telematik-Systeme. Bei drohenden Staus werden Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Überholverbote aufgehoben. Über programmierbare Verkehrsschilder werden dann die geänderten Regeln dem Autofahrer angezeigt. Mit Hilfe solcher Telematik-Systeme können nicht nur Staus vermieden werden, es sinken auch Unfallgefahr und Schadstoffausstoß.

Unternehmen, die über einen Fuhrpark verfügen, stehen vor dem Problem, dass die Kommunikation zwischen Fuhrparkmanagern und Fahrern optimiert werden muss. Onboard-Computer, Navigationssysteme und die geeignete Software sorgen dafür, dass diese Kommunikation gewährleistet wird. Neue Aufträge und Zieladressen können per SMS direkt and den Fahrer übermittelt werden, umgekehrt kann der Fahrer erledigte Aufträge auf diese Weise der Zentrale mitteilen und so die Aufträge quittieren.

RFID (Radio Frequency Identification) ist schließlich das intelligente Logistik-System, das die lückenlose Ortung und Verfolgung jeder Ware ermöglicht und zwar vom Zulieferer über die Fabrik bis hin zum Verbraucher. Auf der Ware angebrachte Funketiketten, so genannte „Tags", speichern neben allen wesentlichen Produktdaten auch Informationen über Transportweg und Zielort. Die Lesegeräte für den Datenaustausch mit den Funketiketten werden an strategisch wichtigen Punkten der Lieferkette platziert und registrieren Menge und Art der Lieferung und leiten diese Informationen über Mobilfunk oder Satellit an die nächste Station der Lieferkette. Mit Hilfe von RFID werden außerdem Inventuren erleichtert; Bestände in Lagern lassen sich leichter erfassen und kontrollieren.

Unternehmen und Verbraucher profitieren also von den technologischen Errungenschaften im Logistikbereich. Der Unternehmer bringt seine Waren schneller, sicherer und kontrollierter zum Kunden; der Kunde wiederum erhält seine Ware ohne unnötig lange Lieferzeiten und weiß genau, welche Stationen seine Ware durchlaufen hat.
Ob diese neuen Logistiksysteme so perfekt sind wie die von Termiten und Ameisen, ist schwer zu überprüfen. Aber es sieht doch ganz so aus, als sei der Mensch dem Geheimnis der kleinen Krabbeltiere schon nach ein paar tausend Jahren auf die Spur gekommen.

Logistikgeheimnissen weiter auf die Spur kommen SMG, EURAC und TIS innovation park am Donnerstag, 18. Oktober, um 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Lernen von anderen Branchen". Die Veranstaltung zum Thema Logistik trägt den Titel „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort".

Heiko Schoberwalter

 


 
   


Sulle tracce delle termiti 
(versione italiana)

 
 
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