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IKEA family und Südtiroler Haut Couture  
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Design oder Nichtsein? lautete nicht nur der Titel, sondern tatsächlich die alles entscheidende Frage bei der jüngsten Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Lernen von anderen Branchen" am 8. Mai in der EURAC.

Antwort gaben zwei Frauen aus zwei unterschiedlichen Branchen: Die eine, Katrin Hopfgartner ist Leiterin der IKEA Filiale in Innsbruck. Die andere, Alexandra Stelzer, ist Modedesignerin und Inhaberin des Südtiroler- Made-in-Italy-Labels DE CALL.

Äußerlich könnten die beiden Damen unterschiedlicher nicht sein. Klischee bestätigt. Glitzern muss es in der Modebranche und wenn es nur auf dem T-Shirt von Alexandra Stelzer ist. Der IKEA-Look ist bodenständiger, wenn auch mit Farbakzenten, wie einem roten Oberteil von Katrin Hopfgartner. Die Präsentationsformen variieren nicht minder: Langjährige souveräne, gut recherchierte IKEA-Routine auf der einen Seite, Bilderhagel von Haute-Couture-Modellen und Textattacken auf der Mode-Seite. In ihrer Message sind sich die beiden Damen jedoch einig: Design ist für die Wettbewerbsfähigkeit eines jeden Betriebes existentiell, doch darf es nicht losgelöst vom Produktionsprozess entstehen.

IKEA formt die 10.000 Artikel aus seinem Warensortiment nach demokratischen Design, wie Katrin Hopfgartner zu berichten weiß: schöne Formen, beste Funktion und niedriger Preis. Ziel - natürlich: möglichst viele Menschen ansprechen! Und wer kennt Ivan, Billy und Robin nicht. Seit 1951 der erste Katalog in die schwedischen Haushalte flatterte, haben sie ihren Siegeszug in die skandinavischen, europäischen und heute gar in die japanischen und chinesischen Haushalte angetreten.
Anstoß für das IKEA-Design geben häufig innovative Materialen oder gar die Material-Produzenten. „Bei unserem Skope-Stuhl aus dem Jahr 1974 war unser Designer auf der Suche nach einem modernen Kunststoff", erzählt Katrin Hopfgartner. „Bei einem Hersteller von Schüsseln und Eimern fand er schließlich sein Glück. Dieser konnte die Bedürfnisse des Designers am besten nachvollziehen und einen kostengünstigen Kunststoff liefern." Das leichte Material des Couch und Beistelltischs Lack stamme von einem Türenhersteller, das Gerüst des Moment-Sofas von 1985 von einem Einkaufswagen-Produzenten, sagt sie. „Für IKEA orientiert sich Design am Produkt und am Material, enge Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden sind für unser demokratisches Design unverzichtbar.", erläutert die Store Managerin. IKEA family eben.

Materialen sind auch für Alexandra Stelzer Anstoß für das DE-CALL-Design. Neun Kollektionen produziert die Meranerin jährlich. Inspiration schöpft sie, so berichtet sie, aus ihren Reisen – der Notizblock liegt immer auf dem Nachttisch bereit, falls die Kreativität nächtens erscheint – und aus den großen Stoffmessen, die einmal jährlich in Mailand und Paris stattfinden. Dort beginnt der Produktionsprozess vieler DE-CALL-Modelle: „Wenn mich ein neuer Stoff nicht überzeugt, warte ich lieber auf das nächste Jahr.", sagt die Designerin. „Design ist die Essenz einer jeden Marke, doch nur im sinfonischen Zusammenspiel mit Material und Verarbeitung, und der nötigen Kommunikation, würde ich das Design als Nonplusultra einstufen."

13.05.2008

Julia Reichert


  VERANSTALTUNG
   


Lernen von anderen Branchen: Design oder Nichtsein

8. Mai 2008

 

  THESEN
   


Fünf Thesen zum Design sind das Ergebnis der Diskussionsrunde von Lernen von anderen Branchen am 8. Mai in der EURAC.

 
 
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