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Auto oder Weltreise? 
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Wieso nicht BMW und Mercedes die ersten Konkurrenten von Audi sind, sondern Möbel und Urlaub, wie sich Audi mit dem A2 verschätzt hat und auf was es bei der Entwicklung neuer Produkte ankommt: Audi-Produktmanager Matthias Müller spricht über die Bedürfnisse der Konsumenten.

Herr Müller, Sie wurden als Referent zur Veranstaltung „Lernen von anderen Branchen" in die EURAC nach Bozen eingeladen. Da stellt sich die Frage: Was kann ein kleines Südtiroler Unternehmen vom großen Autokonzern Audi lernen?
Die Geschäftsprozesse eines großen Unternehmens unterscheiden sich nicht grundsätzlich von denen eines kleinen Unternehmens. Audis Kerngeschäft besteht aus drei Hauptprozessen – aus dem Produktentstehungsprozess, dem Produktherstellungsprozess und dem Produktvermarktungsprozess. Diese drei Prozesse gibt es unabhängig von Branche und Größe auch in anderen Unternehmen. Anders ist in großen Unternehmen eigentlich nur die starke Arbeitsteiligkeit. In einem Ein-Mann-Betrieb macht eine Person alles, bei unserer Tochter Lamborghini in Bologna verteilt sich die Arbeit auf 500 bis 600 Personen und bei Audi eben auf 50.000. Der Ansatz bleibt immer der gleiche.

Produktentwicklung ist eine der großen Triebfedern der Automobilbranche – oder eigentlich handelt es sich ja meistens um Produktverbesserung. Sind Sie der Meinung, dass sich beispielsweise der Tourismus hier einiges von der Autobranche abschauen könnte?
Es ist ja faszinierend, dass es zwischen den beiden Branchen eine Konkurrenzsituation gibt, die uns im ersten Moment gar nicht bewusst wird. Bei der Eröffnung eines großen Möbelhauses in München hat der Geschäftsführer kürzlich gesagt, dass zunächst nicht die anderen Möbelhäuser seine größten Konkurrenten seien, sondern die Automobilindustrie und die Tourismusindustrie. Die Begründung leuchtet ein: Der Konsument verfügt über ein gewisses Budget, und er muss entscheiden, ob er ein Auto kauft, eine Weltreise unternimmt oder seine vier Wände mit neuen Möbeln ausstattet. Erst wenn sich der Konsument für ein Auto entschieden hat, kommt für Audi der Wettbewerb zu Mercedes, BMW oder anderen Anbietern ins Spiel.

Das ist ein interessanter Gedankengang, der allerdings die Frage nicht beantwortet: Kann der Tourismus von der Automobilindustrie lernen?
Produktentstehungsprozesse laufen immer nach äußerst ähnlichen Mustern ab. Unterschiede ergeben sich darin, wie sie im Unternehmen gelebt werden – das hängt zum einen von der Unternehmensstrategie ab, zum anderen von den Personen, die am Prozess mitwirken.

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Interview Teil 2

 
 
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