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Geothermie optimal genutzt  
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© Walter Niedermayr
In der internationalen Wein- und Architekturszene gilt der soeben fertiggestellte Weinkeller von Manincor als Modellbeispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien. So wird etwa der Weinkeller mit Erdwärme gekühlt, das Wasser über eine Hackschnitzelanlage erhitzt.

Die Entscheidung das Weingut Manincor nach unten auszubauen fällte Bauherr Michael Graf Goëss–Enzenberg aus zwei Gründen: zum einen sollte das historisches Gebäude aus dem Jahr 1608 geschützt werden, zum anderen die reizvolle Reblandschaft drumherum erhalten bleiben. Das Ergebnis ist ein drei Stockwerke tiefer Keller, in dem die Trauben ohne Pumpen allein durch das natürliche Gefälle zu Wein verarbeitet werden. Dieses schonende Verfahren sorgt für besonders guten Wein.
In zweieinhalb Jahren Bauzeit wurden 40.000 m3 Erde bewegt, 8000 m3 davon kamen als Überschüttung wieder zurück. „Praktisch haben wir keinen Quadratmeter Weinberg aufgegeben", sagt der Hausherr sichtlich stolz. 
Der unterirdische Keller ist auch aus energetischer Sicht faszinierend:
die Außentemperatur wirkt sich durch die 80 cm dicke Betondecke und die zusätzliche 1,5 m Erdauflage fast gar nicht auf das Raumklima aus, die Tagesschwankungen beeinträchtigen den Innenraum weder im Sommer noch im Winter. Die Energie, die es darüber hinaus braucht, um das Raumklima auf idealem Niveau zu halten (z.B. 15°C und 75% Luftfeuchtigkeit in den Holzfasskellern), stammt aus der Erde: rund um den Kellerbau wurden in 70 Meter tiefe Bohrungen 28 Erdsonden gelegt, in denen Wasser zirkuliert. In dieser Tiefe hat das Erdreich eine konstante Temperatur von ca. 8°C . Mit dieser Wärme kann über eine so genannte Wärmepumpe je nach Bedarf Wärme im Winter oder aber Kälte im Sommer produziert werden. Die Feuchtigkeit wird über einen großen umlaufenden Klimaschacht von 3000m3 Volumen geregelt, der wie eine Lunge den ganzen Keller mit 90%iger Luftfeuchtigkeit versorgen kann: Die Feuchtigkeit dringt teilweise durch  Löcher in der Spritzbetonwand aus dem umliegenden Erdreich und, falls das nicht ausreicht, durch eine Tropfbewässerung ähnlich wie im Weinberg. Je nach Bedarf kann diese 90% feuchte Luft mittels Ventilation in den Keller gesaugt werden. 
Zusätzlich wurde auf Manincor eine Hackschnitzel-Heizanlage gebaut, mit der Heißwasser für Betrieb, Haus und Hof aus eigenem Brennholz (Rebholz, Apfelholz und aus den hofeigenen Wäldern) gewonnen wird.
Durch den so genannten „patio" und weitere Lichteinlässe kommt auch Tageslicht in die unterirdischen Kellerräume. Die einzelnen Ideen für den Einsatz erneuerbarer Energien im Betrieb eines Weinguts sind nicht neu, doch sie wurden in ihrer Gesamtheit als Ideallösungen für Manincor konzipiert und umgesetzt. 
(Beatrix Unterhofer)


Nähere Infos unter www.manincor.com

06.08.2004


 


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