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Die Sonne ist ein gigantisches, unerschöpfliches Kraftwerk, welches zum Nulltarif arbeitet. Solarenergie ist krisensicher, nachhaltig, vor Ort verfügbar und wird seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch die Erde eine unaufhörliche Energiequelle darstellt. |
In einem Pilotprojekt im Rahmen des europäischen Förderprogramms CAN-Südtirol kam eine Kooperation zwischen drei Südtiroler Firmen, Fa. Ebner Energie Technik in Eppan, Fa. Solaria KG in Lana sowie Fa. Verandis KG in Kaltern zustande. In dem Kooperationsprojekt werden Solarenergie und Geothermie gemeinsam eingesetzt, um ein Treibhaus in Algund autark zu betreiben: das Nullenergie-Gewächshaus „Posaidon".
Stefanie Ebner, Geschäftsführerin der Firma Ebner Energie Technik und Sprecherin der Kooperationsgruppe erklärte uns das Projekt.
Frau Ebner wie funktioniert das Algunder Nullenergie-Gewächshaus?
Die Algunder Pilotanlage ist ein autarkes, energieunabhängiges System. Es werden keinerlei fossile Brennstoffe benötigt. Die Produktion von Wärme und Strom erfolgt ausschließlich über die Nutzung von Sonne und Geothermie, das heißt das Gewächshaus versorgt sich selbst mit Energie sowohl für die benötigte Kühlung im Sommer als auch für die Heizung im Winter.
Was versteht man denn genau unter Geothermie und wie wird diese Energieform in Algund eingesetzt?
Zu Geothermie kann man auch Erdwärme sagen. Es handelt sich dabei um die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Erdoberfläche. Im Schnitt nimmt die Temperatur pro 100 m Tiefe um etwa 3°C zu. Mit vertikal oder horizontal verlegten Sonden kann diese Wärme genutzt werden. In Algund wurde ca. 100m in die Tiefe gebohrt. In einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert nun Wasser. Dieses wirkt als Wärmeträger. Über die Erdwärmesonden wird das Wasser in die Tiefe gepumpt. Hier wird es auf die benötigte Temperatur gebracht, um anschließend wieder nach oben gepumpt zu werden und zwar in die doppelschichtigen Scheiben des Gewächshauses. Hier zirkuliert nun das Wasser und erwärmt das Treibhaus im Winter bzw. kühlt es im Sommer.
Das hört sich perfekt durchdacht und auch für einen Laien sehr einleuchtend an. Funktioniert es tatsächlich?
Wir haben allen Grund, das anzunehmen. Ob alles genauso klappt, wie es geplant ist, wissen wir allerdings noch nicht. Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Die Pilotanlage steht. Die ersten Versuche wurden ebenfalls bereits durchgeführt. Nun müssen die Daten ausgewertet werden, darauf folgt die Optimierungsphase und später, wenn alles gut läuft, die Lancierung des Produkts.
Was würden Sie sagen, sind die Hauptvorteile dieses Nullenergie-Gewächshauses gegenüber einem konventionellen Gewächshaus?
Nun, der größte Vorteil ist sicher der, dass hier keinerlei Emissionen erzeugt werden. Somit findet in keinster Weise eine Umweltbelastung statt. Hinzu kommt, dass die Energiegewinnung zu 100 Prozent autark erfolgt.
Was kann man über die Kosten sagen?
Die Investitionskosten sind natürlich beim Nullenergie-Gewächshaus höher als bei einem konventionellen Gewächshaus. Unsere Wirtschaftlichkeitsanalyse ergab jedoch, dass eine erhebliche Einsparung bei den laufenden Energiekosten möglich ist. Hier können im Jahr schon ca. 4000,- Euro eingespart werden. (jr)
Im Bild: das Algunder Nullenergiegewächshaus im Rohbau
20.08.2005