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Auf die Stimmung kommt es an… 
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„Ski World Cup at Christmas" nennt sich das alljährlich stattfindende Grödner Weltcuprennen. Skisport allein genügt heute nicht mehr, um die Massen zu begeistern, das wird schon aus dem Titel klar. Atmosphäre muss her! Eine EURAC-Studie gibt darüber Aufschluss.

Sportliche Großveranstaltungen, wie Weltcups, sind inszenierte Ereignisse. Ist die Regie gut, ziehen diese Events die Zuschauermassen durch ihre besondere Ausstrahlung geradezu magisch an. In einer Besucherzufriedenheitsstudie hat das EURAC-Institut für Management und Tourismus das Grödner Skirennen „Saslong Classic" unter die Lupe genommen und versucht „den klassischen Saslong"- Besucher auszumachen. Was erwartet er von der Veranstaltung? Welche Bedürfnisse hat er? Welche Leistungen nimmt er in Anspruch? Wie nimmt er die Atmosphäre wahr?
Der Leiter des EURAC-Instituts Harald Pechlaner und die Präsidentin des Grödner Organisationskomitees Stefania Demetz sprechen über die Ergebnisse der Studie und deren Umsetzung beim diesjährigen Rennen am 17. und 18. Dezember in St. Christina.

Wie sieht er denn nun aus, der „klassische" Besucher der Saslong?
Pechlaner:
In unserer Studie haben wir mit 20 Interviewern rund 750 Besucher befragt, gut die Hälfte der Interviewten stammte aus Südtirol, ein gutes Viertel waren Grödner. Die Saslong Classic wird also vorwiegend von Einheimischen und Tagesgästen besucht, meist gemeinsam mit Freunden. Der typische Zuschauer ist jung, zwischen 16 und 35 Jahre alt, und kommt wegen des Live-Erlebnisses: er möchte das Rennen spüren und etwas erleben. Vor allem möchte er sich in Gemeinschaft amüsieren – er wünscht sich eine Art Volksfest!

Also steht der Sport nicht wirklich im Vordergrund?
Pechlaner:
Nein. Auf dem Weg zur Freizeitgesellschaft hat der Besucher einer sportlichen Großveranstaltung heute hohe Anforderungen und viele Bedürfnisse. Sportliche Höchstleistungen kombiniert mit einem reibungslosen Ablauf allein, können die Besucher heute nicht mehr faszinieren und nachhaltig für ein Event begeistern. Der Zuschauer der Saslong Classic erwartet sich eine besondere Atmosphäre. Der Besuch muss zu einem einmaligen Erlebnis werden, bei dem das eigentliche Produkt – das Rennen – einer viel breiteren Erlebnisdimension weicht.

Ist das für Sie als Organisatoren nicht schwierig, Frau Demetz? Immerhin organisieren Sie ja ein Sportevent und keine Unterhaltungsshow.
Demetz:
Leicht ist es sicher nicht. Doch sehen wir genau darin die große Herausforderung, der wir uns in den nächsten Jahren stellen werden. Es geht darum ein Gleichgewicht zu finden zwischen einem Event, das den Ansprüchen der Besucher gerecht wird, vom Unterhaltungswert her viel bietet aber dennoch den Sport stets in den Mittelpunkt stellt.

Was hat Sie denn dazu bewegt, eine Besucherzufriedenheitsanalyse für „Ihren" Weltcup durchführen zu lassen?
Demetz: In Gröden werden nun seit 35 Jahren Weltcuprennen durchgeführt. Bislang haben wir bei der Organisation immer eher nach Intuition gehandelt. Der Erfolg zeigt, dass wir dabei scheinbar auch ganz gut gelegen haben. In den letzten Jahren konnten wir einen großen Publikumszuwachs verzeichnen. Eine sehr erfreuliche Tatsache, natürlich. Doch reichte uns das nicht. Wir wollten es nun genau wissen. Wer sind denn die Leute, die zu uns nach Gröden kommen? Was gefällt Ihnen am Weltcup? Welche Angebote nehmen Sie überhaupt war? Und natürlich auch, wo liegen die Kritikpunkte?

Ich gebe die Frage weiter, Herr Pechlaner, wie zufrieden ist denn nun das Publikum und wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?
Pechlaner:
Die Studie zeigt, dass sich die langjährige Erfahrung des Organisationskomitees bewährt hat. Es ist dem Team gelungen, eine Weltcup-Veranstaltung auf hohem Niveau aufzubauen. Rund 55 Prozent der Befragten gaben an, „zufrieden" mit dem Gesamtkonzept der Veranstaltung zu sein, 32 Prozent zeigten sich „sehr zufrieden". Die Zuschauer wurden zu einzelnen Aspekten befragt, beispielsweise zu Parkplatzsituation, Eintrittskartenverkauf, Zuschauerplätze, Unterhaltungsprogramm, Verpflegung, Servicequalität der Mitarbeiter und zum Preis- Leistungsverhältnis. Aus diesen Faktoren wurde dann ein so genannter „Kundenpfad" ermittelt, aus dem hervorgeht, wie gut jeder einzelne Aspekt bewertet wurde. Anschließend wurde eine Regressionsanalyse durchgeführt, um den Einfluss der Abschnitte des Kundenpfades auf die Gesamtzufriedenheit zu analysieren. Heraus kam, dass die Stimmung bei der Veranstaltung und die Zuschauerplätze den höchsten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit haben. Genau hier sollte das Grödner Organisationskomitee daher ansetzen.

Wie haben Sie denn die Ergebnisse aufgenommen, Frau Demetz?
Demetz:
Nun, ich bin sehr selbstkritisch. Insofern war ich natürlich sehr gespannt und vielleicht auch ein bisschen bange. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass das Ergebnis so positiv ausgefallen ist. Am meisten gefreut habe ich mich über das große Lob, das unsere Servicemitarbeiter eingeheimst haben. Auf einer Skala von 1 bis 5 lag der Wert für die Freundlichkeit und Tüchtigkeit der Mitarbeiter bei 4,38. Das ist sehr schön und für alle sicher auch ein toller Ansporn. Wir arbeiten mit über 500 Personen zusammen und dabei sind fast alle Freiwillige. Was die Verbesserungsvorschläge anbelangt, werden wir natürlich in kleinen Schritten an die Umsetzung denken. Einige News gibt es sogar schon für das heurige Rennen.

Welche denn?
Demetz: Zu viel verraten, möchte ich natürlich noch nicht. Um dem Publikum, Lust aufs Kommen zu machen, hier nur ein kleiner Ausblick. Um die Zuschauer näher ans Renngeschehen heranzuholen, haben wir an der an der spektakulärsten Stelle der Saslong, den Kamelbuckeln, eine riesige Videowand installiert. Gleiches gilt für die Bühne der Rahmenveranstaltungen. Auch das Abendprogramm kann sich sehen lassen. Für besinnliche Stimmung in der Vorweihnachtszeit sorgt die Grödner Bläsergruppe, auf die Partyfreaks warten die „Kamelbuckelparty" und die „World Cup Adventures".

13.12.04

 

 

 


 


 
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