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Kirchenheizung 
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 „Kirchenheizung – ja und? Das kann doch nicht so schwierig sein", ist so mancher wohl geneigt zu sagen. Aber: „Nicht zu frieren", wünschen sich die Kirchgänger, „möglichst billig", diktieren die finanziellen Möglichkeiten, und zudem gilt es zu beachten, dass Altäre, Orgel und Fresken unter der Beheizung nicht leiden.

 

Standardlösung gibt es nicht

Da sich die Kirchen in Größe, Lage, Ausstattung und Häufigkeit der Gottesdienste deutlich unterscheiden, gibt es kein Patentrezept für das optimale Heizen. An der Europäischen Akademie Bozen wird seit drei Jahren an Leitlinien gearbeitet, die den Verantwortlichen helfen, das für die jeweilige Kirche bestmögliche Heizungssystem mit vertretbarem Aufwand zu ermitteln.

 

Die Praxis kennt in Kirchen vor allem drei Arten von Heizungen, die auch in Kombination auftreten können:

 

Luftheizungen blasen über Öffnungen im Boden oder in der Wand warme Luft in den Raum.

Fußbodenheizungen geben durch im Boden verlegte Leitungen Wärme an den Raum ab.

Bankheizungen gibt es in Form von Heizrohren oder –flächen unter der Sitz- oder Kniebank.

Auch möglich, aber weniger häufig, sind Strahler und die für Wohnräume typischen Radiatoren.

 

 

Schwarze Schlieren an den Wänden...

... sind ein typisches Zeichen für starke Luftbewegung, aber oft auch Kondensation an den Wänden – denn wo die Wand feucht wird, wie der Spiegel im Bad, bleibt Schmutz regelrecht „kleben". Werden Kirchen nicht richtig beheizt, dann können z.B. bei zu warmer und trockener Luft Kunstgegenstände aus Holz austrocknen oder umgekehrt, bei zu hoher Feuchtigkeit, schimmeln. Ändert sich die Luftfeuchte ständig, blättern Farbfassungen vom Holz ab und an den Wänden „blühen" Salze aus und zerbröckeln die Fresken.

 

...nach Reinigungsprobe des Restaurators

 


Energie und Kosten sparen?

Die anfallenden Kosten durch Heizungsschäden sind langfristig gesehen meist größer als der Einbau und Betrieb der richtigen Heizung für das jeweilige Gotteshaus.

Was aber nicht heißen soll, dass Energiesparen in Kirchen falsch ist! Energieschleudern wie Uraltkesseln, schlechten Leitungsisolierung und undichten Fenstern und Türen entgegenzuwirken, lohnt sich allemal. 

 


 Lokalaugenschein und Messungen

Lokalaugenschein und Temperaturmessungen während der Heizzeit in 50 Südtiroler Kirchen haben gezeigt, wie heterogen das Bild ist: Lufttemperaturen von 5°C bis 15°C, gleichmäßige Verteilung, aber auch Unterschiede von über 15°C zwischen oben und unten, jährliche Kosten von 500°€ bis 12500°€, kaum Schäden bis rabenschwarze Wände, ...

Aber auch wenn es darum geht, die Situation in einer bestehenden Kirche zu verbessern, kann es sinnvoll sein, Temperatur und Feuchtigkeit an Schlüsselstellen zu messen. 

 


 Mit dem Rechner in die Kirche schauen

Derzeit wird mit so genannten Raumströmungs-Simulationen am PC unter­sucht, wie sich die Luft im Raum bewegt und wie sich in Folge Temperatur und Feuchtigkeit im Raum verteilen. Man kann so „ausprobieren", was passiert, wenn in eine Kirche anstatt einer Luftheizung eine Bodenheizung eingebaut wird, was passiert, wenn nicht durchgehend, sondern stoßweise geheizt wird, oder was passiert, wenn die Decke isoliert wird.

Bewertet werden die Ergebnisse sowohl unter dem Aspekt der Denkmalpflege als auch der erreichten „Behaglichkeit" (Temperatur im Aufenthaltsbereich und Wandtemperaturen).

 

 

CFD – Computational Fluid Dynamics

steht für numerische Strömungssimulation. CFD-Computer-Programme lösen die Gleichungen, die die Strömung beschreiben, in vielen kleinen Zellen des Raumes. Die Ergebnisse können sehr anschaulich dargestellt werden: Im Bild ist die Kondensationsgefahr (rot) an der Decke im hinteren Ecke einer Kirche vor und nach Anbringen der Isolierung klar ersichtlich.

 


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