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Akzeptanz in Schutzgebieten 
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In besiedelten Schutzgebieten müssen Wissenschaftler sehr oft mit Nutz-Schutzkonflikten rechnen und mögliche Lösungsansätze für Akzeptanzprobleme bei Besuchern und Einheimischen suchen. Neu ist aber, dass die Sozial- und Politikwissenschaften sich häufiger denn je dem Thema „Naturschutz" wissenschaftlich beschäftigen. Hinter dieser Entwicklung verbirgt sich die Erkenntnis, dass Naturschutz nicht ohne die Miteinbeziehung der Bevölkerung Erfolg haben kann. Dies trifft vor allem für europäische Schutzgebiete zu, wo kaum noch großflächige Gebiete ohne anthropogenen Einfluss zu finden sind. Für die Akzeptanz eines Schutzgebietes ist es deshalb von grundlegender Bedeutung, die Meinung der einheimischen Bevölkerung zu kennen und die Bürger in die Geschehnisse miteinzubeziehen.

Projektbeschreibung

Im Jahre 2001-2002 wurde in den Gemeinden des Nationalparks Stilfserjoch eine großangelegte Befragung durchgeführt. Ziel dieser Akzeptanzstudie war es, anhand einer repräsentativen Umfrage die Einstellung der einheimischen Bevölkerung zum Nationalpark auszuloten.
Gerade was die Umstände der Entstehung anbelangt, ist der Nationalpark Stilfserjoch mit einer schweren Hypothek gestartet: Die Ausweisung des Nationalparks im Jahre 1935 empfand die betroffene Bevölkerung Südtirols als eine erneute Repressalie seitens der faschistischen Machthaber. Erst in den letzten Jahren wurde durch institutionelle Veränderungen (Gründung des Nationalparkkonsortiums) die lokale Bevölkerung stärker in die Gestaltung des Schutzgebietes eingebunden.
Ob die institutionellen Veränderungen und die stärkere Einbindung der Bevölkerung zu einer positiveren Haltung gegenüber dem Schutzgebiet geführt hat und wie die Bevölkerung die Stärken und Schwächen des Nationalparks sieht – das sollte durch diese repräsentative Befragung der Bevölkerung untersucht werden.
In einem Gebiet, das wesentlich auch vom Tourismus lebt, müssen natürlich auch Meinungen und Wünsche der Gäste berücksichtigt werden. Zu diesem Zweck wurde begleitend zur Befragung der einheimischen Bevölkerung eine Gästebefragung durchgeführt.

Eckdaten zur Akzeptanzstudie Nationalpark Stilfserjoch

  • Nationalpark Stilfserjoch: liegt in den Zentralalpen, Flächenausdehnung von 134.620 ha, Höhenausdehnung von 650 bis fast 4000 m (Monte Ortles).
  • Befragt wurde die Bevölkerung aller 24 Nationalparkgemeinden (Südtirol, Trentino, Lombardei).
  • Im gesamten Nationalparkgebiet wurden von der dort ansässigen Bevölkerung 1100 Fragebögen ausgefüllt: 400 im Südtiroler Teil des Nationalparks (40,1%), 400 im Lombardischen Teil (45,3%) und 300 im Trientner Teil (14,6%).
  • Folgende Themenschwerpunkte wurden in 32 Frageblöcken abgehandelt: Einstellung zur Natur, Wirkung des Nationalparks auf verschiedene Personen und Nutzungsmöglichkeiten, Bedeutung und Zufriedenheit mit der Nationalparkverwaltung, Konfliktpotentiale, Informationen zur befragten Person im allgemeinen (Freizeittätigkeiten, demographische Daten...).
  • Gästebefragung: In 175 Gastbetrieben wurden 1400 Fragebögen von den Gäste ausgefüllt.
  • Die Ergebnisse wurden sowohl der Bevölkerung und Öffentlichkeit als auch dem Nationalparkrat vorgestellt. Weiters werden die Daten wissenschaftlich publiziert.

Laufzeit: 2001 - 2004

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Projektpartner und Finanzierung

Das Projekt wurde durch die Autonome Provinz Bozen-Südtirol, Abteilung Natur und Landschaft, sowie durch das INTERREG-II-Programm Italien/Schweiz der Europäischen Union kofinanziert.
 
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Kontakt

mail      Ulrike Tappeiner

mail      Roberta Bottarin


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