Forschung im Nationalpark Stilfserjoch
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Der 1935 gegründete Nationalpark Stilfserjoch ist der größte Nationalpark des italienischen Alpenraums. Er erstreckt sich über Teile der Provinzen Bozen, Trient und Sondrio. Eine Besonderheit dieses Nationalparks ist die enge Verflechtung zwischen Kultur- und Naturlandschaft. Der Mensch als wichtiger Gestalter ist überall spürbar. So findet die Forschung hier beste Voraussetzungen, um die natürliche, aber auch anthropogen bedingte Entwicklung von Lebensgemeinschaften und Ökosystemen über längere Zeit und vergleichend über unterschiedliche Gebiete zu verfolgen. Gerade Bestandesaufnahmen (Inventare) und Dauerbeobachtungsprogramme liefern dazu dienliche Daten. Ein angepasstes Forschungs- und Monitoringkonzept ist daher ein Muss.
Projektbeschreibung
In mehreren Teilprojekten versucht der Bereich "Alpine Umwelt" gemeinsam mit den zuständigen Institutionen eine angepasste Forschung im Nationalpark zu entwickeln. Konkrete Ziele dabei sind:
- Entwicklung eines Strategiepapiers für die Forschung im gesamten Park
- Erstellung eines konkreten Forschungskonzeptes für das Umfeld des Besucherzentrums in Trafoi
- Aufbau eines Monitoringkonzeptes im Umfeld des Hauses der Natur in Trafoi
- Konzeption einer Forschungsdatenbank für das Haus der Natur in Trafoi
- Konkretisierung und Umsetzung erster Forschungen
Im Jahr 2001 wurden ein umfassendes, kohärentes Forschungskonzept für den Nationalpark und darauf aufbauend ein Monitoringkonzept ausgearbeitet. Darin werden die relevanten Themenschwerpunkte für den Nationalpark abgeleitet, die Vorgehensweise zur kontinuierlich und langfristig Erfassung der themenrelevanten Entwicklungen und ihrer auslösenden Wirkungen definiert, sowie ein Instrument zur Überprüfung der Erfolge eingeleiteter Maßnahmen geschaffen. Ein weiterer integraler Bestanteil der Forschung war zudem der Aufbau einer angepassten Datenbank, die die Möglichkeit bietet, alle Messdaten und dazugehörigen Metadaten des Nationalparks Stilfserjoch langfristig systematisch geordnet zu verwalten.
Aufbauend auf dem Forschungs- und Monitoringkonzept bilden Untersuchungen zur Vegetationsverteilung und der Landnutzung weitere Schwerpunkte in diesem Projekt. Bisher wurden folgende Themen bearbeitet:
Flächige Vegetationskartierungen von hochalpinen, nationalparktypischen Räumen im Oberen Trafoital: Die aktuelle Vegetationsverteilung sollte als Basis für Forschungstätigkeiten im Bereich der Klimaveränderung, der Areal- und Landschaftsveränderung, sowie der Bodenentwicklung dienen.
- Punktuelle Spezialuntersuchungen zur Vegetation im Oberen Trafoital: Durch eine genaue Erhebung der derzeitigen Vegetationszusammensetzung entlang eines Höhengradienten (Transektuntersuchungen) sollen zukünftige Untersuchungen zu den Themenschwerpunkten Klimaveränderung und Populationsdynamik, Artenvielfalt und Folgen von Landnutzungsänderungen bearbeitet werden können.
- Flächige Bewirtschaftungserhebungen von hochalpinen, nationalparktypischen Räumen im Oberen Trafoital: Die Landnutzung ist eine der wichtigsten, treibenden Kräfte für viele ökologische Veränderungen. Durch die Kartierung der aktuellen Bewirtschaftung soll daher eine gute Datenbasis geschaffen werden, die in Zukunft die Bearbeitung von Fragestellungen in Hinblick auf Sukzessionsprozesse, Populationsdynamik und Landschaftswandel ermöglichen wird.
- Analyse der klima- und bewirtschaftungsbedingten Vegetationsveränderung: Durch den Vergleich der Vegetationsverteilung im Jahre 1953 und einer erneuten Kartierung derselben Plots sollen die Auswirkungen des Klimawandels und der Bewirtschaftungsänderung im Valle del Braulio untersucht werden.
Laufzeit: 1998 - 2005
Projektpartner und Finanzierung
Förderung über INTERREG-II Italien - Schweiz.
Kontakt
Flavio V. Ruffini eMail
Ulrike Tappeiner eMail
Erich Tasser eMail
Ausgewählte Publikationen
Weitere Publikationen
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