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Ökologisch motivierte Direktzahlungen 
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Beurteilung aus der Sicht des standörtlichen, biotischen und landschaftlichen Ressourcenschutzes

In der europäischen Agrarpolitik werden zunehmend ökologisch motivierte Ausgleichszahlungen diskutiert und eingeführt. Auslöser hierfür sind ein wachsendes Umweltbewusstsein der Bevölkerung und die Notwendigkeit des Abbaues der produktionsfördernden Unterstützung (Stichworte: WTO, EU). Diese Beiträge sind zukünftig an kontrollierbare, konkrete ökologische Leistungen, an vordefinierte Landschaftselemente oder an Landschaftspflegeleistungen zu binden, die dem Bauern Bewirtschaftungserschwernisse bzw. eine Ertragsminderung oder zusätzlichen Arbeitsaufwand verursachen.

Projektbeschreibung

Die Studie der Europäischen Akademie gibt einen kurzen Abriss über den tief greifenden Strukturwandel im Berggebiet und untersucht die Wirkungen von Direktzahlungen sowie ihr Verhältnis zu anderen Abgeltungsformen.
Daraus wurde ein Anforderungsprofil für ökologisch motivierte Direktzahlungen in der Berglandwirtschaft entwickelt und dieses in ein umfassend wirksames Konzept zur Landnutzung gesetzt:


Mit Hilfe der Berglandwirtschaft können wertvolle Grünlandbiotope erhalten werden.
Oben: Bayerische Buckelwiesen
Unten: Feuchtes Davallseggenried bei Scuol (Unterengadin)

  • Der gesamtbetrieblich ökologische Landbau, ergänzt mit Aufgaben im Bereich der Kulturlandschaftspflege und des Naturschutzes, schont die standörtlichen, biotischen und landschaftlichen Ressourcen nachhaltig und ist daher besonders förderungswürdig und für den Alpenraum besonders angemessen.
  • Diverse Spezial-Programme sind zur Erhaltung der Berglandwirtschaft und ihrer charakteristischen Elemente notwendig.
  • Es ist ein Anreizsystem in Form von Direktzahlungen und Umweltbeihilfen zu schaffen, um die Berglandwirtschaft in die gewünschte Richtung zu lenken. Anreize sollen vor allem über betriebliche Kulturlandschaftsbeiträge erfolgen, deren Bemessungsgrundlage die Arbeitsleistung ist. Die Ansätze beruhen auf Freiwilligkeit.
  • Neben einer auf den Gesamtbetrieb bezogenen Basisförderung (Sockelbeitrag) sind Landschaftspflegeleistungen auf der Basis eines regionalen Leitbildes (Bonusbeitrag) verstärkt zu fördern. Längerfristig ist auch eine Einhaltung von Mindestanforderungen an die landwirtschaftliche Produktion mittels Lenkungsabgaben durchzusetzen.
  • Die Finanzierung einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Berglandwirtschaft hat über Steuergelder, Lenkungsabgaben und Nutznießerbeiträge zu erfolgen. Nutznießerin einer intakten Berglandwirtschaft und reichhaltigen Kulturlandschaft ist die gesamte Volkswirtschaft. Sonderfinanzierungen, z.B. durch den Tourismus, sollen vermehrt in Betracht gezogen werden.
  • Eine zentrale Bedeutung bei der Neuausrichtung der Berglandwirtschaft haben lokale Institutionen, z. B. Bewirtschaftervereine. Sie setzen die erarbeiteten Leitbilder zur Landnutzung in die Realität um, kontrollieren die Wirksamkeit der verschiedenen Maßnahmen und steuern die Feinverteilung der Gelder. Sie sind Bindeglied zwischen regionaler Behörde und Bauernschaft.

    Laufzeit: 1993 - 1996

    Projektpartner und Finanzierung

    • Dr. Ing. Mario F. Broggi, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Akademie Bozen
    • Dipl.-Ing. agr. ETH Roman Sutter, Agrarökologische Beratung, Appenzell und Glarus, CH
    • Dr. Kurt Kusstatscher, Vegetations- und standortkundliche Beratung, Bozen, I

    Kontakt

    mail      Flavio V. Ruffini

    Ausgewählte Publikationen

    Link zu html-Text Ruffini, Flavio V. / Mattanovich, Ernst:Ökologisch motovierte Direktzahlungen in der Berglandwirtschaft. In: Academia 10 (1997).
    Link zum Verlag Fachbereich Alpine Umwelt - Europäische Akademie Bozen: Ökologisch motivierte Direktzahlungen in der Berglandwirtschaft des Alpenbogens. Beurteilung aus der Sicht des standörtlichen, biotischen und landschaftlichen Ressourcenschutzes. Berlin: Blackwell Wissenschaftsverlag, 1997. - 223 S. - ISBN 3-8263-3153-2

    Weitere Publikationen


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