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Großflächige Schutzgebiete im Alpenraum 
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Die Alpen sind ein vielgestaltiger Naturraum. Er reicht von den Gletschern bis hinunter in die submediterranen Eichenwälder der Südalpen und beinhaltet eine Vielzahl an Natur- und Kulturlandschaften. Diese große Vielfalt spiegelt sich auch in einem außergewöhnlichen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten. Ziel muss es sein, diese Vielfalt für unsere Nachwelt zu sichern. Den Schutzgebieten kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu.

Projektbeschreibung

Die Schutzgebietspolitik aller Alpenstaaten sowie die bestehenden großflächigen Schutzgebiete im Alpenraum werden in dieser Studie einer detaillierten Analyse unterzogen:
Im Alpenraum gab es zum Zeitpunkt der Erhebung 13 Nationalparks, 68 Naturschutzgebiete und 34 regionale Naturparks (Frankreich und Italien) über 1000 ha. Damit bestehen großflächige Schutzgebiete auf insgesamt 24'260 km² oder 12.7 % der Alpenfläche. Dieser relativ hohe Prozentsatz beruht vor allem auf den ausgedehnten Naturparks, machen diese doch mehr als die Hälfte der Gesamtfläche aus. Damit ist in den Alpen ein relativ hoher Anteil unter Schutz gestellt. Dies mag einerseits mit den geringeren anderweitigen Nutzungsinteressen in großen Teilen der Alpen und andererseits mit dem Abwechslungsreichtum und der Schönheit des Naturraumes zusammenhängen.

Ein systematischer Vergleich der alpinen Naturwerte mit der naturräumlichen Ausstattung in den vorhandenen Schutzgebieten zeigt inhaltliche wie geographische Defizite der bisherigen Schutzgebietsausweisung auf:
Es sind nur wenige Promille der Waldzone als offizielle Wildnisgebiete ausgewiesen, große Defizite gibt es im Laub- und Mischwaldbereich. Die randalpinen Bereiche sind, abgesehen von Bayern, kaum vertreten. Die Naturparks und Landschaftsschutzgebiete, die kulturlandschaftliche Strukturen erhalten und die Regionalentwicklung fördern sollen, besitzen zum Teil eine stark eingeschränkte Wirkung im Bereich des Naturschutzes.
Als Faustregel kann gelten: Je strenger die Schutzauflagen sind, umso höher liegt das Schutzgebiet.

Schutzgebiete sollten deshalb künftig:

  • möglichst großflächig sein, um natürlichen Prozessabläufen den notwendigen Raum zu geben;
  • verstärkt naturlandschaftliche Aspekte bzw. Wildniszonen insbesondere auch unterhalb der Waldgrenze enthalten;
  • sich ins internationale Netz der Schutzgebiete eingliedern (z.B. Trittsteinbiotop, Refugium von seltenen Arten, ...);
  • vordringlich bisher unterrepräsentierte Vegetationsformen (z.B. Laub- und Mischwaldbereich) enthalten bzw. eine geographische Ergänzung darstellen;
  • neben naturlandschaftlichen Aspekten auch gefährdete Kulturlandschaften berücksichtigen (Stichwort Biosphärenpark der UNESCO).

Laufzeit: 1994 - 1998

Projektpartner und Finanzierung

  • Dr. Ing. Mario F. Broggi, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Akademie Bozen
  • Dipl. Biologe Rudolf Staub


 Kontakt

mail      Flavio V. Ruffini


 Ausgewählte Publikationen

Broggi, Mario F. / Staub, Rudolf / Ruffini, Flavio V.: Inseln für den Naturschutz. In: Academia 16 (1998)
Link zum Verlag Broggi, Mario F. / Staub, Rudolf / Ruffini, Flavio V.: Großflächige Schutzgebiete im Alpenraum: Daten, Fakten, Hintergründe. Berlin: Blackwell Wissenschafts-Verlag, 1999. - 241 S. - ISBN 3-8263-3215-6

Weitere Publikationen


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