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Die RVP im Alpenraum - eine Pilotstudie 
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Zwischen 1996 und 1997 koordinierte das Alpenforschungsinstitut Garmisch-Partenkirchen ein internationales Forschungsprojekt, in welchem bestehende Ansätze zur Überprüfung der Raumverträglichkeit im Alpenraum vergleichend analysiert wurden. Der Bereich „Alpine Umwelt" beteiligte sich am Vorhaben mit einer Pilotstudie: am Beispiel „Fernheizwerk Bruneck" wurden vergleichbare Ansätze in der Autonomen Provinz Bozen untersucht.

Eine Raumverträglichkeitsprüfung ermittelt und bewertet die umweltrelevanten, sozialen und auch wirtschaftlichen Auswirkungen eines raumrelevanten Vorhabens auf den betroffenen Raum. Ein solcher Prüfansatz ist dann notwendig, wenn das geplante Projekt soziale, regionalpolitische und umweltrelevante Auswirkungen über den Standort und dessen unmittelbare Umgebung hinaus erwarten lässt. In diesem Ansatz werden auch die Wechselwirkungen mit den Nachbarräumen berücksichtigt. In der RVP wird geklärt, ob ein Vorhaben mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar ist und in welcher Form es mit anderen Planungen und Maßnahmen (anderer Planungsträger) abgestimmt werden kann.


Ausgangslage des Projektes

Viele Einzelfeuerungsanlagen verbunden mit einem großen Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet belasteten den Brunecker Talkessel erheblich mit Emissionen (Raumwärmebedarf und Warmwasserbereitung der Gemeinde wurden zu rund 81 % mit Heizöl gedeckt).

Ziel einer großflächige Fernwärmerversorgung war es,

  • die Emissionen im Gemeindegebiet zu reduzieren,
  • eine höhere Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und eine höhere Flexibilität in der Energieversorgung zu erreichen,
  • lokale Energieträger zu nutzen,
  • Gefahrenguttransporte im Stadtgebiet zu minimieren,
  • sowie die Anzahl der Einzelfeuerungsanlagen im Brunecker Talkessel zu senken.



Die RVP zum Fernheizwerk

Kernpunkt der Studie ist ein zweistufiger Ansatz:

Zunächst wurden der Großraum und seine Tragfähigkeit untersucht. Im Rahmen der RVP wurden die Übereinstimmung der Projektziele mit internationalen, regionalen und kommunalen

Leitbildern und Programmen, die Verfügbarkeit und das Einzugsgebiet der Biomasse und die ökonomischen Aspekte untersucht, sowie die besten Standort- und Projektalternativen ausgewählt.

Darauf aufbauend wurden in einem zweiten Schritt die potentiellen Umweltauswirkungen der zwei bestgeeigneten Varianten am bestgeeigneten Standort analysiert und Vorschläge für eine Vermeidung und Verminderung der negativen Umweltauswirkungen erarbeitet (UVP gemäß Landesgesetz Nr. 7 vom 24.07.1998 und Durchführungsverordnung Nr. 15 vom 26.03.1999).



Folgen des Projektes

Das Ausführungsprojekt zum Bau des Fernheizwerkes mit Verteileranlagen, welches vom Planungsbüro EUT aus Brixen erstellt worden ist, wurde von der Baukommission Gemeinde Bruneck in September 2000 und vom Verwaltungsrat im November desselben Jahres genehmigt.

Ab den Frühjahr 2001 sind die Ausschreibungen und Bauarbeiten zügig vorangetrieben worden. Die offizielle Eröffnung des Fernheizwerkes erfolgte den 20.09.2003.

Zitat aus der Präsentationsbroschüre der Stadtwerke Bruneck, S. 9.

„[…] Der Genehmigung des Gemeinderates war die Ausarbeitung der vorgeschriebenen Raum- und Umweltverträglichkeitsstudie vorausgegangen, welche bei der Europäischen Akademie Bozen eingeholt worden war. Die erwähnte Unweltverträglichkeitsstudie hat eindeutige, klare und zwingende Vorteile durch den Bau eines Fernwärmeheizwerkes und die folgende flächendeckende Versorgung des Gemeindegebietes mit Fernwärme hinsichtlich der raum- und umweltspezifischen Wirkungen, auch unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeitskriterien, erhoben. […]"

Presse

 Nuova centrale per il teleriscaldamento (Alto Adige, 22.09.2003).

 39.000 Tonnen weniger Abgase (Dolomiten, 22.09.2003).


Download

 Kurzfassung Raum- und Umwelt-Verträglichkeitstudie. Fernheizwerk Bruneck. (S. 30, 1.7 MByte)


Laufzeit:
1997 - 1999



Projektpartner und Finanzierung

Landesagentur für Umwelt und Arbeitsschutz der Autonomen Provinz Bozen
Stadtwerke Bruneck



Kontakt

      Flavio V. Ruffini  

      Ulrike Tappeiner



Ausgewählte Publikationen

Ruffini, Flavio V. / Fumai, Marianna / Tappeiner, Ulrike: Endbericht Raum- und Umwelt-Verträglichkeitsstudie. Fernheizwerk Bruneck. Städtisches Elektrizitäts- und Wasserwerk Bruneck. 1999. - 268 S.


KONTAKT  
   Tel.+39 0471 055 333
 Fax+39 0471 055 399
 

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Stadtwerke Bruneck



Landesagentur für Umwelt und Arbeitsschutz

 
 
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