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Atlas der karpatischen Makroregion. 
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Hintergrund

 

Aufgrund ihrer Verschiedenartigkeiten und Kontraste stellt die karpatische Makroregion ein besonders interessantes Studiengebiet dar. Neben den österreichischen Regionen des Burgenlands, Niederösterreichs und des Wiener Gebiets umfasst sie nämlich auch die gesamte Slowakei, einen großen Teil Rumäniens und einige Regionen Tschechiens, Ungarns, Polens, Serbiens und der Ukraine. 3,4 Millionen Einwohner leben in Österreich, die gleiche Anzahl in der ehemaligen jugoslawischen Republik Serbien und fast 48 Millionen Personen in den ehemaligen Ostblockländern (Tab. 1 und Abb. 1), die in den vergangenen zwei Jahrzehnten erhebliche politische und wirtschaftliche Veränderungen erfahren haben.

 

Tab. 1: Fläche und Bevölerung der karpatischen Makroregion (2004).

Land

Fläche km²

% der gesamten Fläche

Bevölkerung (2004) in Mio.

Dichte

Österreich

23.641

5,3

3,45

146,1

Tschechien

21.749

4,9

3,61

165,9

Ungarn

54.303

12,1

7,23

133,1

Polen

45.324

10,1

10,06

222,0

Romenien

166.213

37,1

15,45

92,9

Serbien

30.652

6,8

3,55

115,9

Slovakei

49.005

10,9

5,38

109,8

Ukraine

56.695

12,7

6,16

109,7

Gesamt

447.582

100,0

54,89

122,6

Quelle: Österreich, Tschechien, Ungarn, Polen, Romenien, Slovakei: Eurostat, 2004; Serbien: Statistical Office of the Republic of Serbia, 2005; Ukraine: State Statistics Committee of Ukraine, 2004.

 

Abb. 1: Karpatische Makroregion nach NUTS3 (Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik- Kleinere Regionen/Großstädte).

 

Ziele und Methoden

 

Das Hauptziel dieses internationalen Projektes ist die Ausarbeitung eines Atlasses, der die wichtigsten strukturellen, demographischen, sozioökonomischen und kulturellen Merkmale der karpatischen Makroregion erläutert. Dabei sollen auch die teilweise auf das Gebiet und teilweise auf die Länder und deren Politiken zurückzuführenden Verschiedenheiten hervorgehoben werden. Der Atlas enthält hauptsächlich die Beschreibungen der wichtigsten aktuellen Tendenzen und teilweise auch Erläuterungen.

 

Struktur

 

Der Atlas besteht aus drei Abschnitten: "Geographie", "Bevölkerung und Kultur" und "Wirtschaft und Kooperation". Jeder Abschnitt setzt sich aus mehreren Kapiteln zusammen. Der Abschnitt "Geographie" z.B. umfasst folgende Kapitel:

 

- karpatische Makroregion;

- natürliche und anthropogenetische Gefahren;

- Erhaltung der Natur;

-  Bodennutzung

- Kulturlandschaften

 

Alle Kapitel wurden mit einer oder mehreren Themenkarten, die auf der Grundlage der Eurostat- Daten bzw. der Daten der nationalen und/oder regionalen Statistikbüros der Länder der Makroregion ausgearbeitet wurden, ausgestattet. In jeder einzelnen mit einer Erläuterung versehenen Landkarte werden bestimmte Phänomene auf NUTS2 (Region) bzw. NUTS3 (Provinz) Ebene dargestellt und eventuelle Besonderheiten hervorgehoben. Da sich Berggebiete auch innerhalb kurzer Entfernungen durch erhebliche Unterschiede auszeichnen, hat man in den interessantesten Fällen eine Vertiefung auf LAU2- bzw. LAU1- Ebene (Gemeinden bzw. Gemeindeaggregate) vorgenommen. Ein ähnliches Ergebnis ist der Abb. 4 zu entnehmen.

 

Inhalt

 

Fast 20 Jahre nach der politisch- wirtschaftlichen Wende und nach dem Übergang von der Zentralverwaltungswirtschaft zur Marktwirtschaft zeichnen sich die ehemaligen Länder des Warschauer Pakts durch besonders diversifizierte wirtschaftliche Rahmenbedingungen aus: die reichsten Gebiete, in denen sich ein hoher Bevölkerungs- und Arbeitsplatzanteil konzentriert, sind Großstädte wie Budapest, Bratislava und Krakau. Es handelt sich um leicht zugängliche Gebiete mit einer leistungsfähigen Anbindung an das europäische und internationale Straßenverkehrsnetz  und einem intensiveren Umlauf von Kapital, Informationen, Personen, Technologien und Geschäftstätigkeiten. Die magyarische Hauptstadt z.B. ist das wichtigste Geschäfts-, Dienstleistungs- und Handelszentrums Ungarns und der Mittelpunkt des Transportsystems. Ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner kann mit dem vieler Gebiete der alten EU- Länder verglichen werden und ist doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt. Ungarn weist auch den höchsten Anteil an Angestellten im Dienstleistungssektor, in dem sich der größte Teil der ausländischen Investitionen konzentriert, auf.

Die Situation ist in zahlreichen ländlichen Randgebieten ganz anders: dort führen die geringen Investitionen und die hohe Arbeitslosigkeit zu einem Teufelskreis aus wirtschaftlicher Stagnation und Entvölkerung. Letzteres Phänomen hängt in den unterentwickelten Gebieten oft mit einer selektiven  Migration zusammen, d.h. es emigrieren vorwiegend junge Leute und gebildete Personen, deren Fertigkeiten für andere Märkte interessant sind. Ein Beispiel hierfür sind die serbischen Bezirke Zajecarski, Pomoravski und Branicevski, die 2005 eines der höchsten Alterungsindexe der karpatischen Makroregion aufwiesen (Abb. 2). Der hohe Indexwert verweist auf die beträchtliche Emigration zahlreicher junger Leute in Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise der neunziger Jahre.

 

Abb. 2: Alterungsindex (2005).

 

Neben den wirtschaftlichen und demographischen Unterschieden zeichnet sich die karpatische Makroregion durch eine erhebliche Vielfalt an Infrastrukturen, Orten von kulturellem Interesse sowie durch eine besonders gemischte Bevölkerung mit verschiedenen ethnischen, nationalen sprachlichen und religiösen Zugehörigkeiten aus. Was den religiösen Aspekt betrifft, fällt auf, dass der größte Teil der polnischen Bevölkerung katholisch ist, während die Hälfte der Tschechen agnostisch, atheistisch oder nicht religiös ist und Rumänen und Serben vorwiegend orthodox sind (Abb. 3).

 

Abb. 3: Religiöse Zugehörigkeit (2002-2006).

 

Auch die Landschaft ist sehr diversifiziert. Die Karpaten erstrecken sich über 190,000 km², d.h. über 40% des Gebietes der karpatischen Makroregion. Es handelt sich um das weiteste Bergsystem Europas nach den Alpen. Im Gegensatz zu den Alpen sind nur wenige Gipfel der Karpaten mehr als 2.500 Meter hoch. Die Karpaten haben keine steilen Bergspitzen, weiten Schneefelder, großen Gletscher, hohen Wasserfälle und keine große Anzahl an Seen. Die Donau trennt sie von den Alpen und vom Balkangebirge und sie sind von allen Seiten vom Flachland umgeben: im Südwesten von der Pannonischen Tiefebene, im Süden von der Niederdonauebene (Rumänien) und im Nordosten von der Galizischen Ebene.


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Flavio V. Ruffini

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Thomas Streifeneder

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Department of Geography, University of Olomouc (CZ)

Koordinierungseinheit Alpenkonvention - IMA (International Mountain Agreements)

 

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Interreg IIIB CADSES

Ministerium der Regionalen Entiwicklung des Tschechiens

 
 
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