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Verkehr, Raum, Umwelt und Entwicklung 
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Umweltauswirkungen großer Schieneninfrastrukturprojekte
- wissenschaftliche Exkursion

Vom 23 bis 26 März 2004 organisierte das Institut für Regionalentwicklung eine wissenschaftliche Exkursion nach Österreich und in die Schweiz. Ziel war es, vertiefende Einblicke in das Themenfeld Verkehr, insbesondere die Umweltauswirkungen großer Schieneninfrastrukturprojekte zu erhalten und einen Vergleich mit der schweizerischen Planungsrealität zu ermöglichen.

Den aktuellen Anlass der Exkursion stellte der – sich in der Anfangsphase verschiedener administrativer und planerischer Schritte befindliche – Ausbau der Eisenbahnlinie München-Verona mit dem Brenner-Basistunnel als Herzstück dar.

Projektbeschreibung

Auf der ersten Etappe der Reise, in Vorarlberg (A), stand der Besuch einer auf Seilbahntransportsysteme spezialisierten Firma auf dem Programm. Hierbei bot sich die Gelegenheit eine Baustelle, auf der das RopeCon System (Seilgezogenes Förderband für lange Strecken, speziell für den Transport von Aushubmaterial) angewendet wird, zu besichtigen (siehe Abb. 1).


Abb. 1: RopeCon Fördersystem

Die zweite Etappe führte die Exkursionsgruppe in das Bundesamt für Verkehr in Bern: Dieser Besuch ermöglichte eine eingehende Beschäftigung mit der Verkehrspolitik, den Grenzübergängen, der Finanzierung und der Tunnelsicherheit sowie einen Blick auf die Eisenbahngroßprojekte in der Schweiz.
Die Schweiz arbeitet derzeit an vier großen Modernisierungsvorhaben der Eisenbahn:

  • die Realisierung eines Hochleistungs-Schienennetzes durch die Alpen (NEAT);
  • die Anbindung der Schweiz an das europäische Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz (HGV);
  • die Lärmsanierung (Lärmschutz und neue Bahntechnik);
  • Bahn 2000 (neue Verkehrsknoten im Bahnnetz der Schweiz).

Diese Modernisierungsvorhaben werden zur Hälfte aus einem eigenen Fonds finanziert, dessen Mittel aus folgenden Quellen stammen:

  • den Einnahmen der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA);
  • einer Mehrwertsteuererhöhung um 0,1 %;
  • aus Darlehen, die der Bund am Kapitalmarkt aufnimmt;
  • den Erträgen der Mineralölsteuer.

Des Weiteren wurden im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft die durch die Bahn hervorgerufenen Lärmbelastungen diskutiert. Entlang der schweizerischen Eisenbahnstrecken sind rund 270.000 Menschen über den Grenzwerten liegenden Lärmbelastungen ausgesetzt. Die Maßnahmen zur Lärmsanierung der Eisenbahn erfolgen auf drei Ebenen und müssen bis 2015 umgesetzt werden:

  • Sanierung und Modernisierung des Rollmaterials (u. a. durch den Einsatz von Kunststoff-Bremssohlen);
  • Erstellen von Lärmschutzwänden;
  • Einbau von Schallschutzfenstern.

Der Besuch der kantonalen Leitstelle des Kantons Uri war für die Exkursionsteilnehmer besonders interessant. Der Kanton weist in einigen Bereichen eine vergleichbare Situation mit dem Eisacktal und dem Südtiroler Unterland auf: Die Zulaufstrecke zum Gotthard-Tunnel verläuft im Kanton Uri durch den engen und dicht besiedelten Talboden sowie  eine hydrogeologische besonders sensiblen Abschnitt.

Die definitive Trassenführung ist in diesem Bereich um Altdorf und den Vierwaldstättersee derzeit noch immer offen. Dies auch deshalb, weil eine Weiterführung der Tunnelstrecke nach Norden bis zum Vierwaldstättersee eine zusätzliche Finanzierung bedarf.
Zum Abschluss der Reise wurden zwei Baustellen (Faido und Bodio) des Gotthard-Basistunnels besucht. Dieser 57 km lange Tunnel wird ab 2014 von Güter- und Personenzügen mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h befahren werden. Er besteht aus zwei einspurigen Röhren und verbindet die Nord- und Südseite der Alpen auf der Höhe der Talsohlen.

An der Exkursion nahmen Vertreter der lokalen Politik und Fachleute der Autonomen Provinz Bozen teil.

______________________________________

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Links
Homepage der Autonomen Provinz Bozen zum Brenner-Basistunnel und dem viergleisigen Ausbau der Brenner-Eisenbahn

AlpTransit Gotthard AG

Bundesamt für Verkehr

Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft


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März 2004

 
 
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