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Landnutzung, Naturschutz und Entwicklung 
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Natura 2000 in Südtirol

Natura 2000 ist ein europaweites Netz naturräumlich wertvoller Gebiete. Rechtliche Grundlage des ökologischen Netzes Natura 2000 ist die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union (92/43/CEE). In Natura 2000 sind zudem die aufgrund der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/CEE) ausgewählten Schutzgebiete einbezogen. Das oberste Ziel ist die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa, über den Schutz verschiedener natürlicher und naturnaher Lebensraumtypen, der Flora und der Fauna.
Das Land Südtirol hat bisher 41 Gebiete für Natura 2000 vorgeschlagen und damit 19,9 % der Landesfläche für dieses europäische Netzwerk von Schutzgebieten gemeldet. Es sind dies zum Großteil Gebiete, welche schon vorher unter Landschaftsschutz standen (Flächen in den Nationalparken und Naturparken, Biotope).
Der Bereich Regionalentwicklung hat die wissenschaftliche Beratung und Unterstützung während der verschiedenen Umsetzungsphasen von Natura 2000 auf dem Gebiet der Autonomen Provinz Bozen übernommen. In diesem Rahmen hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern der öffentlichen Verwaltung entwickelt.


Abgeschlossene Projektphasen

Erste Phase (1994-1996):
Die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung der Provinz konzentrierte sich auf die wissenschaftliche Beratung bei der Bestimmung der Gebiete von gemeinschaftlichem Interesse, die der Kommission vorgeschlagen werden sollten. In die Vorbereitung der endgültigen Liste wurde auch eine Gruppe von Experten miteinbezogen. Außerdem wurden in einer ersten Bestandsaufnahme die Daten zum „natürlichen Gut", welche an die Kommission gesandt wurden, untersucht und Lücken aufgezeigt, welche durch spezifische Untersuchungen und zukünftige Aufnahmen geschlossen werden müssen.

Zweite Phase (1997-2000):
Erarbeitung einer Strategie für Öffentlichkeitsarbeit und Information der Bevölkerung über diese Initiative der EU:

  • Publikation „Natura 2000 in Südtirol": Dieses informative Buch gibt einen Überblick über die Geschichte des Naturschutzes in Südtirol und beschreibt, wie sich dieser unter dem Einfluss der europäischen Richtlinien weiterentwickeln wird (2001);
  • Power-Point-Präsentation als Grundlage für die Informationsveranstaltungen; 
  • Zusammenarbeit bei der Erstellung einer Homepage mit Informationen zur Umsetzung der EU-Richtlinie; 
  • Ausarbeitung eines Informationsfolders.

 

Parallel zu den Tätigkeiten im Bereich der Informationsvermittlung wurde auch die eigentliche wissenschaftliche Arbeit fortgeführt. In diesem Zusammenhang sei z. B. die Sammlung der Urteile des Europäischen Gerichtshofes über die Umsetzung der Richtlinie in den Mitgliedsstaaten erfolgt.

Dritte Phase (2000-2005): Ausarbeitung von Grundlagen und Hilfsmitteln für das Management und die Verwaltung der Natura-2000-Gebiete
Schwerpunkt dieser Phase ist es, die notwendigen Grundlagen auszuarbeiten, um die praktische Umsetzung von Natura 2000 in Südtirol zu ermöglichen. Im Vordergrund steht dabei Grundlagen für das Management und Verwaltung der Gebiete zu gewährleisten. Das Gebietsmanagement ist dabei so zu gestalten, dass der gute Erhaltungszustand der zu schützenden Lebensräume und Arten nicht beeinträchtigt wird. Der Art. 6 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sieht vor, dass für die Verwaltung der Gebiete spezielle Managementpläne ausgearbeitet werden können. Diese sollen den Ausgleich zwischen stattfindender Nutzung und den ökologischen Notwendigkeiten der Schutzgüter finden. Das Institut für Regionalentwicklung hat für die Erarbeitung der Managementpläne einen Leitfaden und die bis zu diesem Zeitpunkt in Südtirol fehlenden Typenlisten für Lebensräume, Nutzungen, Kulturgüter, Erhaltungszustand und Erhaltungsziele ausgearbeitet. Um diese Grundlagen einen umfassenden Praxistest unterziehen zu können wurden Gebiete mit unterschiedlichen ökologischen Ausstattungen, Größe und Nutzungsbelastung ausgewählt und für diese in Zusammenarbeit mit privaten Experten Pilotmanagementpläne ausgearbeitet:

  • Biotop Kalterer See (2002)
  • Naturpark Schlern (2002-2003) 
  • Biotop Castelfeder (2004)

 
Abb. 1: Naturpark Schlern: Lebensraumkarte.

Mit den Erfahrungen aus der Erarbeitung der Managementpläne für die Pilotgebiete konnte der Leitfaden kontinuierlich weiterentwickelt werden.

 

Laufende Projektphasen

Vierte Phase (2005-2007):
In dieser vierten Phase werden spezifische Belange bearbeitet, für welche sowohl auf regionaler als auch auf internationaler Ebene Defizite bestehen. In Zusammenhang mit dem Management der Natura-2000-Gebiete stellt sich vielfach die Frage, wie die touristische Nutzung auf die Bedürfnisse der zu schützenden Arten und Lebensräume am besten abgestimmt werden kann. Unsicherheiten und Forschungsdefizite bestehen insbesondere in der Art, wie dies praxisnah geschehen kann. Dies sind denn auch die wesentlichen Inhalte des Projektes AlpNaTour (Gefördert im INTERREG IIIA Alpine Space). Außerdem wird der Bereich ein Monitoring-Konzept für die Gebiete ausarbeiten. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie verlangt von den Mitgliedsstaaten eine regelmäßige Berichterstattung zur Situation in den Natura-2000-Gebieten. Im Besonderen müssen die Mitgliedssaaten alle sechs Jahre einen Bericht über die zufrieden stellende Entwicklung des „guten Erhaltungszustands" der Arten und Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse in den ausgewiesenen Gebieten ausarbeiten.


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Ausgewählte Publikationen

Ruffini, Flavio V. / Morandell, Irene / Brutti, Enrico : Natura 2000 in Alto-Adige. Bolzano: Ripartizione Natura e paesaggio – Provincia autonoma di Bolzano / Alto Adige, 2001. – 256 p. – ISBN 88-7283-156-3

Ruffini, Flavio V. / Caldonazzi, Michele / Zanghellini, Sandro / Martellato, Lidia / Borghi, Barbara: Natura 2000. Piano di gestione del sito di interesse comunitario Lago di Caldaro. Bolzano: Ripartizione Natura e paesaggio – Provincia autonoma di Bolzano / Alto Adige, 2002. Relazione - 171 p.. Cartografie 15 carte colori.

Ruffini, Flavio V. / Mattanovich, Ernst / et. al.: Natura 2000 - Managementplan Naturpark Schlern. Abteilung 28 Natur und Landschaft - Autonome Provinz Bozen-Südtirol, 2002. Bericht - 129 S., 9 farbige Pläne.

Martellato, Lidia: Mediazione: i piani di gestione Natura 2000. In: Academia 33 (2003), S. 16-17.


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 Flavio V. Ruffini

 

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