|
Flächennutzung, Naturschutz und Entwicklung
Home |
Forschungsbereiche |
Nachhaltige Entwicklung |
Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement |
Projekte |
Passer
Die Passer - ein Wildbach im Blickpunkt vieler Interessen
Hintergrund: Fließgewässer zunehmend unter Druck
Im Alpenraum stehen Fließgewässer unter großem Druck. Die meisten Gebirgsbäche und Flüsse sind heute verbaut. Die zunehmende Ausdehnung von Siedlungen, die Notwendigkeit sicherer Verkehrswege und die Anforderungen der Landnutzung verlangen nach einem immer intensiveren Schutz. Die Raum- und Gefahrenzonenplanung als präventives Instrument zum Naturgefahrenschutz weist bei der Umsetzung allerdings große Schwachstellen auf. Zudem wird Wasser in immer größerem Ausmaß zur Energiererzeugung genutzt.
Gleichzeitig nehmen Menschen Flussräume nicht immer bewusst wahr: Fließgewässer sind selbstverständlicher Bestandteil der Umgebung und „einfach da". Ihre Rolle als Lebensraum, als vielfältig strukturiertes, die Landschaft bereicherndes Element, als Kulisse und Grundlage für Freizeit und Erholung und schlicht als ein Naturraum mit Eigenwert ist häufig nicht in den Köpfen der Menschen vorhanden. Dabei ist die Bedeutung dieser Gewässer nicht hoch genug einzustufen. Das zeigt auch die Tatsache, dass gerade die gewässernahen Bereiche ein sehr beliebtes Erholungs- und Freizeitziel sind.
Die Passer
Die Passer, die vom Timmelsjoch bis nach Meran fließt und in die Etsch mündet, gehört im Vergleich mit anderen Fließgewässern in Südtirol zu den weniger stark verbauten Wildbächen. Der Nutzungsdruck steigt auch hier: viele unterschiedliche Interessensgruppen stellen Ansprüche an den Fluss: Kraftwerksbetreiber, Landwirte, Naturschützer, Freizeitsportler, Erholungssuchende, Einheimische wie Touristen.
 Abb. 1: Die Passer in der Gilfschlucht.
 Abb. 2: Die Passer: ein belebendes Element mittem im Zentrum von Meran.
Ziel: Die Bedeutung der Passer aufzeigen
Ziel der „Passerstudie" ist, die vielfältige Bedeutung des Flusses für die Menschen und das Tal aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, welche Nutzungsansprüche an den Fluss gestellt werden und wo Schnittstellen liegen. Die Passer soll (wieder) wahrgenommen und ins Bewusstsein gerückt werden. Es sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie der Fluss den Menschen näher gebracht, gleichzeitig sein Eigenwert geschützt und der Flussraum als Natur- und Lebensraum gesichert werden kann.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage nach der Bedeutung der Passer für Erholungssuchende; für Touristen und Einheimische, im Bereich der Stadt Meran und außerhalb.
Methoden – räumliche und sozial-räumliche Untersuchungen
Die Studie gliedert sich in vier Arbeitsschritte:
-
Bestandsaufnahme: Erhebung und Beschreibung der räumlichen Gegebenheiten und Nutzungen des Flussraums
-
Untersuchung des Besucherverhaltens: Interviews mit Erholungssuchenden an der Passer und die Aufnahme ihres Verhaltens sollen Aufschluss über die Wahrnehmung des Flusses, eventuelle Konfliktpunkte und das Erholungspotenzial des Raumes geben.
-
Befragung betroffener Interessenvertreter: Repräsentanten verschiedener Gruppen mit Bezug zur Passer werden interviewt. Welche Bedeutung hat der Fluss aus ihrer Sicht? Welche Ansprüche und Interessen an die Passer bestehen? Wo kommt es zu Konflikten?
-
Experteninterviews: Gespräche mit Experten werden geführt, um Informationen zur Entwicklung des Flussraumes und „neutrale" Meinungen zur Passer zu sammeln.

Abb. 3: Mareike Thies und Anna-Sophie Wurr bei den Erhebungsarbeiten.
Passer_Nutzungsspuren.JPG PasserSteine_PasserWasser.JPG _________________________________________________
Die Studie zur Passer wird in Kooperation zwischen der EURAC und der Leibniz Universität Hannover (Deutschland) im Rahmen eines studentischen Projektes von Anna-Sophie Wurr und Mareike Thies bearbeitet. Betreut wird die Projektarbeit von Univ.-Prof. Dr. Bettina Oppermann, Institut für Freiraumentwicklung (Leibniz Universität Hannover) und Flavio V. Ruffini, Leiter des Instituts für Regionalentwicklung und Standortmanagement. Unterstützt wurden die Praktikanten inbesonders auch von Hannes Paregger und Anna Franz.
|
| |
Finanzierung |
|
| |
|
Der Studentenaustausch wurde durch das EU-Programm "LEONARDO" unterstützt.
|
|
|
|
|
|
|