kontakt | site map | impressum           italiano 7.9.2008
Logo EURAC  
  zu diesem Institut    
       Über uns    
       Projekte    
       Publikationen    
       Partner    
  NEWS ARCHIV    
      Veranstaltungen    
      Kurse    
      Forschung    
      Neuerscheinungen    
      Stellenangebote    
SUCHE IN EURAC.EDU  
 

Wie entstehen Schäden? 
Home  |  Forschungsbereiche  |  Nachhaltige Entwicklung  |  Institut für Erneuerbare Energie  |  Projekte  |  Kirchenheizung  |  Wie entstehen Schäden?  

Schäden durch Heizen

Kondensation an Fresken
Jeder kennt aus dem eigenen Badezimmer die unangenehm beschlagene Spiegelfläche nach dem Verlassen der Dusche. In der Kirche herrscht im allgemeinen zwar keine „Waschküchenatmosphäre", doch auch dort kann aufgeheizte warme Luft viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Das bedeutet in einer temperierten Kirche folgendes: Die beheizte Luft im Aufenthaltsbereich der Kirchgänger nimmt, wie in einer Duschkabine, Feuchtigkeit auf (z.B. aus feuchter Kleidung und Atem). In der Nähe der kalten Kirchenwände kühlt sie dann jedoch so weit ab, daß sie den vorher aufgenommenen Wasserdampf nicht mehr halten kann. Diese Feuchtigkeit kondensiert daher, wie beim Badspiegel, an den Wandflächen, und das ist schlecht: An feuchten Oberflächen bleiben Staub und Schmutz regelrecht „kleben", und die Wände schimmeln.


Trockene Luft und Fresken
Was geschieht, wenn gerade niemand duscht, das Bad aber trotzdem beheizt wird, oder anders gefragt: wenn die Kirche temperiert wird, während niemand drinnen sitzt? Die erwärmte Luft wird relativ trocken und entzieht den Wänden ihre Feuchtigkeit. In vielen Wänden sind aufgrund ihres Aufbaues oder nachheriger Einwirkungen, ähnlich wie in Nudelwasser, Salze verschiedenster Art gelöst. „Verkocht" die warme Heizluft jedoch das Wasser aus der Wand, kristallisieren die Salze und bilden außen an der Wand sog. Salzausblühungen. Kristallisieren die Salze hingegen knapp unter der Oberfläche der Fresken, sprengen sie die oberste Schicht weg, was die Wissenschaftler als Abmehlungen bezeichnen.


Schwankende Luftfeuchtigkeit und Holz
Stark schwankende Luftfeuchtigkeit bringt nicht nur die Wände ins Schwitzen, sondern verlangt auch allem Holz in der Kirche das Letzte ab: Beispielsweise gibt der kunstvoll geschnitzte Altar bei geringer relativer Luftfeuchtigkeit Wasser an die Luft ab, bei großer Feuchtigkeit nimmt er wieder Wasser auf. Diese Vorgänge bringen den Altar zum Schwellen und Schwinden.
Für das Holz selbst wird das erst dann zum Problem, wenn die Luftfeuchtigkeit so weit absinkt, dass sich Schwindrisse bilden, die auch durch neuerliche Feuchtigkeitszufuhr nicht wieder behoben werden können. Viel früher geht es hingegen den Holzmalereien an den Kragen: Die Farben dehnen und stauchen sich nicht mit dem Flügelaltar oder den Tafelbildern, sie blättern einfach ab.


Luftbewegung
Wenn es in einem Raum an verschiedenen Stellen unterschiedlich warm ist, dann bewegt sich die Luft schneller als in gleichmäßig warmen Räumen. Das gilt auch für Kirchen, wo im Winter stärkere Luftwirbel entstehen können: Die Kirche wird „zugig", und, was von der Denkmalpflege her bedenklicher ist, die schnelle Luft reißt mehr Staub und Schmutz vom Boden mit sich, Kerzen flackern und rußen, und all dieser Dreck lagert sich letztendlich an den Wänden und den Gemälden ab.

Grundsätzlich gilt also: Heizungsbedingte Veränderungen von Temperatur und Feuchtehaushalt wirken sich auf Gemäuer und Einrichtungsgegenstände aus, und sind daher denkmalpflegerisch relevant.


Schäden durch Nicht-Heizen

Frost
Aber nicht nur Heizen, auch Nicht-Heizen bringt das Gotteshaus in Schwierigkeiten: Sinkt die Mauertemperatur unter 0°C, gefriert das in feinen Ritzen gespeicherte Wasser, sprengt und zerstört Schritt für Schritt Mauermaterial, Putzschichten und - in schlimmen Fällen - auch Fresken. Wird eine Kirche plötzlich stärker besucht, steigt auch die Feuchtigkeit in ihrem Inneren, und dadurch verstärkt sich das soeben beschriebene Phänomen.


Sommerkondensation
Durch das „Hereinlüften" von warmer Frühlingsluft sollen vielfach der Wintermief verjagt und sonnige Wärme hereingelockt werden. Wurde die Kirche im Winter nicht oder kaum beheizt, dann sind ihre Wände im Frühling noch sehr kalt, und es entsteht die sog. „Sommerkondensation": Die dank ihrer Temperatur relativ feuchte Außenluft kühlt sich am Gemäuer ab, die Feuchtigkeit fällt aus, die Wand wird naß und schmutzt.
Vermieden werden kann dies zum einen, indem die Kirche während der kalten Jahreszeit temperiert wird, um eine vollständiges Auskühlen des Gemäuers zu vermeiden, zum  anderen, indem gezielt nur in nicht zu warmen Stunden und bei trockener Außenluft gelüftet wird.


KONTAKT  
   Tel.+39 0471 055 330
 Fax+39 0471 055 339
 contact
 

 
Copyright © EURAC 2008 Seite versenden Seite drucken Seitenanfang