FRAGEN ZUR VIELFALT
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Europarecht und Vielfalt
Ein Forschungsschwerpunkt "Europarecht und Vielfalt" ruft zur Auseinandersetzung mit vielerlei Formen der "Vielfalt" auf, und zwar:
Die Vielfalt der Völker, wobei sich insbesondere folgende Fragestellungen aufdrängen:
- Gibt es ein "Unions-Staatsvolk" und demnach "EU-Minderheiten"? Wie sollen die Minderheiten der EU geschützt werden? Gibt es Spielraum für eine EU-Minderheitenpolitik? (siehe dazu z.B. das PECEDE-Projekt)
- Wie lässt sich die sprachliche und kulturelle Vielfalt mit dem gemeinsamen Markt in Einklang bringen? Wie kann ein Gleichgewicht zwischen den vereinenden Kräften des gemeinsamen Markts und den identitätsbewahrenden Kräften der nationalen, regionalen und lokalen Kulturen gefunden werden?
- Welcher Status soll Drittstaatsangehörigen in einer erweiterten Union gewährt werden?
Die Vielfalt der Werte, wobei sich insbesondere folgende Fragestellungen aufdrängen:
- Wie funktioniert der verfassungsmäßige Dialog zwischen den verschiedenen Machtzentren und -ebenen der EU-Governance? (siehe dazu z.B. das Projekt "European Governance" oder jenes zur Ausarbeitung des EU-Rechts)
- Wie können divergierende nationale Werte auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden? Wie unterschiedlich dürfen europäische Positionen - z.B. gegenüber Homosexualität oder dem Status der Kirchen - bleiben oder werden?
- Wo soll das neue europäische 'Motto' "In Vielfalt vereint" innerhalb der europäischen Debatte über die Werte der Union positioniert werden?
Die Vielfalt der Staaten, wobei sich insbesondere folgende Fragestellungen aufdrängen:
- Die Effekte der Osterweiterung auf die Bildung von Allianzen zwischen den Mitgliedstaaten (wie etwa "Groß gegen klein", Ost gegen West, Nettoempfänger gegen Nettozahler etc.) und die Frage nach der zukünftigen Rolle des Solidaritätsprinzips in einer bunteren, grösseren Union.
- Ist Verstärkte Zusammenarbeit das richige Lösungskonzept für die divergierenden politischen Präferenzen innerhalb der EU 27?
- Der Balkan als Zentrum ethnischer Spannungen und kultureller Vielfalt. Wie sollte die sog. "dritte Welle" am besten vorbereitet werden?
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