contact | site map | imprint           9.7.2008
Logo EURAC  
  NEWS ARCHIVE    
      Events    
      Education courses    
      On research    
      New print releases    
      Job openings    
SITE SEARCH  
 

Academia 12
 

Home  |  Press  |  Academia  |  12  |  artik_14  

125 Jahre BOKU - Universität des Lebens

von Manfried Welan

Vor 125 Jahren wurde die "Hochschule für Bodenkultur" gegründet. Ursprünglich war sie im Palais Schönborn in der Wiener Josefstadt untergebracht. 1896 bezogen Lehrpersonal und Studenten der Alma Mater Viridis ("Grüne Nährmutter") das Gregor-Mendel-Haus (auch heute noch das Zentrum der in über 20 Häusern untergebrachten Universität in Wien 18. Bezirk, Gregor-Mendel-Straße 33). Die Studien Land- und Forstwirtschaft gibt es an der BOKU seit 1872 bzw. 1875, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft seit 1883. Das Promotionsrecht zum "Dr. rer. nat. techn." erhielt die Hochschule 1906, erst seit 1917 gibt es den Titel "Ingenieur" (heute Dipl. Ing.). Das Studium der Lebensmittel- und Biotechnologie (früher Gärungstechnik) wurde 1945 ins Leben gerufen. Nach der Umbenennung von Hochschule zu Universität im Jahr 1975 kam 1991 das Studium der Landschaftsplanung und -pflege (früher Studienversuch Landschaftsökologie und -gestaltung) dazu. Das Aufbaustudium Technischer Umweltschutz, das gemeinsam mit der Technischen Universität Wien durchgeführt wird, gibt es seit 1984.

Heute ist die BOKU die einzige Universität Österreichs, an der Landwirtschafts- und Waldwissenschaften, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Lebensmittel- und Biotechnologie sowie Landschaftsplanung und -pflege vertreten sind. Die BOKU versteht sich als Lehr- und Forschungsstätte für erneuerbare Ressourcen, die eine Voraussetzung für das menschliche Leben sind. Ihre Aufgabe ist es, durch die Vielfalt ihrer Fachgebiete zur Sicherung dieser Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen entscheidend beizutragen. Durch die Verbindung von Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaftswissenschaften versucht sie, das Wissen um die ökologisch und ökonomisch nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in einer harmonischen Kulturlandschaft zu mehren.

Wichtige Merkmale der Forschung an der BOKU sind das vorausschauende Erfassen von Problemen sowie die Bemühung um Praxisrelevanz, Internationalität und Interdisziplinarität. Das fachübergreifende Zusammenwirken von Wissenschaftern auf internationalem Niveau soll zu möglichst umfassenden Fragestellungen und kreativen Problemlösungen führen. Die Lehre an der BOKU wird ganzheitlich und koordiniert gestaltet; sie verhilft den Absolventen zu Wissen, Verständnis und Flexibilität. Daraus beziehen diese die Bereitschaft, sich künftigen Herausforderungen zu stellen, und die Fähigkeit, mit diesen in kompetenter Weise umzugehen. Getragen von der Dynamik der Forschung und einem hohen Maß an Praxisrelevanz werden mit modernen didaktischen Methoden zeitgemäße Stoffinhalte und aktuelle Bezüge vermittelt. Studenten und Absolventen werden dadurch zu eigenen Ideen motiviert. Eine weltoffene wissenschaftliche Berufsvor- und -weiterbildung ermöglicht es ihnen, auch komplexe interdisziplinäre Zusammenhänge zu erfassen.

Ihre angesehene Stellung verdankt die Universität für Bodenkultur mehreren Umständen; so dem Aufbau der Studien auf grundlegende Fächer wie Mathematik, Physik, Chemie, Botanik, Zoologie, Geologie und Bodenkunde; Meteorologie und Klimatologie und der Einfügung von sozioökonomischen und rechtlichen Disziplinen in die eigentlichen BOKU-Wissenschaften.

Österreichs Boden ist überwiegend bäuerliche Kulturlandschaft, 47% der Staatsfläche sind Wald. Seit 1872, also seit ihrer Gründung, war und ist die BOKU die einzige Agraruniversität Österreichs. Landwirtschaft ist das älteste Studium; seit 1875 sind an ihr auch die Waldwissenschaften in Forschung und als Studienrichtung vertreten. Die holzverarbeitenden Industrien und Gewerbe haben im Waldstandort Österreich auch im globalisierten Wettbewerb besondere Chancen. Zur Waldgewinnung wird mehr und mehr die Holzkultur dazukommen.

Bereiche der Biotechnologie waren in den letzten Jahrzehnten ein wichtiger Faktor für die internationale Anerkennung der BOKU. Die Forschung und Lehre umspannt hier einen großen Bogen, der von der molekularen Nanotechnologie über angewandte Genetik, angewandte Mikrobiologie, Zellmembranforschung bis zur Umweltbiotechnologie geht.

Landwirtschafts- und Ernährungsfragen werden weltweit immer dringlicher. Die Lebensmittelindustrie und die Ernährungswissenschaften sind in der Zukunft herausgeforderter den je. Die Herstellung von traditionellen und neuen Nahrungs- und Genußmitteln, die Entwicklung von ernährungsphysiologisch hochwertigen Produkten, aber auch von Produkten mit hohem Genuß-, aber geringem Nährwert sind Sache der Lebensmitteltechnologie.

Österreich ist ein "Wasserschloß". Wasserwirtschaft wird von der Gewässerplanung und dem konstruktiven Wasserbau bis zum Siedlungswasserbau und Gewässerschutz weltweit wichtiger. Mehr und mehr ist die Erschließung und Nutzung der Wasserkraft zur Aufgabe der Absolventen der Kulturtechnik und geworden. Unsere Kulturtechniker erfahren aber auch im Vermessungs- und Fernerkundungswesen, im Erd- und Grundbau, im Verkehrswesen von der Verkehrsplanung bis zur Verkehrssicherheit, im konstruktiven Ingenieurbau und in der Raumplanung besondere Ausbildung. Der Abfallwirtschaft kommt in mehreren Fachbereichen der BOKU besondere Bedeutung zu.

Österreich ist Landschaft. Daher kommt auf die Landschaftsplanung und -pflege eine Fülle von Herausforderungen zu. 1991 ist diese Studienrichtung gesetzlich entstanden, nachdem Studierende und Lehrer Jahrzehnte auf eine solche Gründung gedrängt hatten.

Heute ist die BOKU ein vielfältiges, dynamisches Unternehmen. Ihr Budget beträgt derzeit 700 Millionen Ös, rund 120 Millionen Ös betragen die eigenen Einnahmen durch Leistungen an Dritte. Von diesen Mitteln werden die Kosten von rund 8.000 Studierenden getragen, wovon rund ein Drittel Frauen sind. Der Anteil an ausländischen StudentInnen beträgt 10%, sie kommen aus 70 Staaten. Es lehren und forschen 60 Professoren, 270 Assistenten und 330 externe Lehrer; 380 allgemeine Bedienstete tragen die Verwaltung.

In der Vorstellung vieler ist mit dem Begriff der Universität für Bodenkultur vorwiegend Land-, Wald- und Wasserwirtschaft verbunden. Das mag bis vor wenigen Jahrzehnten eine wirklichkeitsnahe Vorstellung gewesen sein. Heute ist die BOKU ein vielfältiges, dynamisches Unternehmen. Interdisziplinarität, Universalität und Internationalität kennzeichnen sie. Sie balancierte immer im Dreieck von Naturwissenschaften, technischen und ökonomischen Wissenschaften; aber nie war sie so an Haupt und Gliedern herausgefordert wie im 125. Jahr ihres Bestehens.

Prof. Dr. Dr. hc. Manfried Welan, Vizerektor für Information und Öffentliche Beziehungen der Universität für Bodenkultur Wien.

Abstract:
I partner dell'Accademie Europea Bolzano: la "Hochschule für Bodenkultur" di Vienna

Nell'ambito di questa rubrica verranno presentati i partner di ricerca dell'Accademia Europea di Bolzano. Il primo Istituto è costituito dalla "Universität für Bodenkultur" di Vienna che quest'anno festeggia i suoi 125 anni di fondazione. La "Hochschule für Bodenkultur" è stata fondata nel 1872 con i primi corsi di laurea in Economia agricola e forestale. Nel 1883 vennero introdotti i corsi di laurea in Tecnica culturale ed economia dell'acqua (Kulturtechnik und Wasserwirtschaft); nel 1945 in Tecnologia alimentare e Biotecnologia; nel 1991 in Pianificazione e Conservazione del paesaggio. Il corso integrativo Tutela ambientale tecnico (Technischer Umweltschutz) viene offerto in collaborazione con la "Technische Universität" di Vienna dal 1984. Oggi la "Hochschule für Bodenkultur" di Vienna è l'unica università austriaca ad offrire un così ampio spettro di corsi di laurea a ca. 8.000 studenti di cui il 10% stranieri provenienti da oltre 70 stati.


  The latest issue
 

 
 
Copyright © EURAC 2008 Send page Print page Top of page