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1. Bozner Managementgespräche
von Hans-Herbert Holzamer
Anders als zwischen deutschem und französischem Management, wo es ernsthafte Versuche gibt, aus Vorurteilen Synergien zu formen, bewegt sich der Dialog zwischen deutschem und italienischem Management in freundlichen Nichtigkeiten. "Die Deutschen lieben die Italiener, aber sie schätzen sie nicht, bei den Italienern ist es genau umgekehrt", ist der Spruch, der jedem zu diesem Thema einfällt. Eng geknüpft dagegen ist das Netz zwischen beiden Nationen im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich: das Vigoni-Programm, die DAAD-Förderprogramme seien nur als Beispiele genannt. Jetzt will die Europäische Akademie Bozen mit den "1. Bozner Managementgesprächen" einen Dialog zwischen Firmenlenkern aus beiden Ländern in Gang setzen. Am 23. und 24. Oktober tauschen Italiener und Deutsche ihre Erfahrungen im Umgang miteinander aus, als Vorstandsvorsitzende, wie Giuseppe Vita, der die Geschicke der Schering AG in Berlin steuert, oder Unternehmens- und Personalberater, wie Hans Thoenes von der Firma Eric Salomon und Partners in Mailand. Verträge zwischen Deutschen und Italienern und ihre Spezifika wird der Münchner Rechtsanwalt Philipp Graf Wrangel ausloten, Professor Bernd Müller-Jacquier (TU Chemnitz-Zwickau) referiert über interkulturelles Management und Professor Hans-Hartmann Hinterhuber (Lehrer an den Universitäten Innsbruck und Mailand) über das Verständnis von Leadership in beiden Ländern. Daß die Europäische Akademie Bozen sich dieses Themas angenommen hat, ist kein Zufall. Sie arbeitet seit ihrer Gründung vor drei Jahren daran, "Forschung in europäischer Abstimmung lokal und praxisnah zu betreiben", so ihr Präsident Werner Stuflesser. Und sie ist bei dem Aufbau einer Universität in Südtirol federführend. Da diese, mit den Worten des Südtiroler Landeshauptmannes Luis Durnwalder, "nicht wiederholen soll, was die Universitäten in Innsbruck und Trient" zu bieten haben, wird Betriebs- und Volkswirtschaft mit Blick auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien einen Schwerpunkt bilden. Mit ihr wird sich in der Hauptstadt Südtirols die Struktur verstärken, die Bozen als Standort für grenzüberschreitende Tätigkeiten interessant erscheinen läßt. Ein zweisprachiges Schiedsgericht ist dort schon beheimatet, betriebliche Forschungs- und Vertriebsstrukturen könnten den Gegensatz zwischen italienischer Industrie- und deutscher Handwerksstruktur weiter nivellieren. Die Bozner Managementgespräche sind jedoch weit davon entfernt, eine Südtiroler Veranstaltung zu sein. Ihre Referenten und Teilnehmer findet sie in Oberitalien und in Süddeutschland, den Regionen, deren Wirtschaftsaustausch am intensivsten ist. Die Europäische Akademie sieht Bozen als Schnittstelle, wo der Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und italienischen Führungskräften auf den fruchtbarsten Boden fallen könnte.
Hans-Herbert Holzamer, Redaktionsleiter der Beilagenredaktion der Süddeutschen Zeitung
A differenza del management francese e tedesco, dov'è diffusa la pratica delle collaborazioni sotto forma di sinergie, il mondo manageriale tedesco ed italiano non conosce queste forme di collaborazione. Per colmare questa lacuna l'Accademia Europea di Bolzano organizza il "1° Congresso di Bolzano sul Management", che avrà luogo il 23/24 ottobre 1997 presso il Centro Pastorale di Bolzano. In quei giorni illustri personaggi del mondo imprenditoriale ed universitario daranno il loro contributo sul tema. Il congresso si propone di fornire un apporto all'ottimizzazione delle strutture manageriali per intensificare i rapporti tra le due aree linguistiche.
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