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Zweisprachigkeit an der Universität Freiburg/Fribourg - ein Grundprinzip, unterschiedliche Modelle -
von Francesca Nardin
Dem zwei- bzw. dreisprachigen Lehrangebot kommt an der international ausgerichteten Freien Universität Bozen zentrale Bedeutung zu. Überlegungen zu seiner Gestaltung sind also von großem Interesse und hoher Aktualität. Bis heute ist die Universität Freiburg/Fribourg (Schweiz) die einzige Universität in Europa, die zweisprachige Abschlüsse anbietet. Daher war es für die "Koordinierungsstelle für Hochschulentwicklung" naheliegend, sich über die dortigen Erfahrungen mit dem zweisprachigen Lehren und Lernen zu informieren. Bei einem Besuch an der Universität Freiburg wurden darüber ausführliche Gespräche mit Frau Monique Bersier, Rektoratsadjunktin, sowie mit Dr. Langner, Dozent am Institut für deutsche Sprache, geführt. Mitte Oktober war Dr. Langner auf Einladung der Europäischen Akademie in Bozen zu Gast, um im Rahmen eines Expertengespräches die Erfahrungswerte der Universität Freiburg mit dem zwei- und dreisprachigen Lehrbetrieb vorzustellen. Der folgende Bericht will - auf der Grundlage der Freiburger und Bozner Gespräche - einen Überblick darüber ermitteln, wie und in welchen Formen die Zweisprachigkeit an der Universität Freiburg/Fribourg umgesetzt wird.
Die Universität Freiburg ist eine 1889 gegründete staatliche Universität, die heute ungefähr 8.700 Studenten und 192 Professoren zählt. Diese mittelgroße Universität befindet sich im Herzen der kleinen Stadt Freiburg (33.000 Einwohner). 18% der Studenten sind Ausländer, 22% sind Einwohner des Kantons Freiburg und 60% stammen aus den übrigen Kantonen der Schweiz. 35% der Professoren/innen sind ausländischer Herkunft. Die Universität Freiburg umfaßt die folgenden Fakultäten:
- Theologische Fakultät
- Rechtswissenschaftliche Fakultät
- Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
- Philosophische Fakultät
- Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät.
Die Universität Freiburg ist von mehreren Schweizer Hochschulen umgeben: Nur ungefähr 30 Kilometer entfernt befinden sich die Universitäten Bern, Neuchatel und Lausanne. Im März 1993 haben sich die Universitäten Bern, Neuchatel und Freiburg für eine intensive Zusammenarbeit im Bereich des Unterrichts durch die Konvention "BeNeFri" zusammengeschlossen. Aufgrund dieser Konvention wird den Studenten des 3. und 4. Jahres ein breites Unterrichtsprogramm angeboten: Sie können Vorlesungen und/oder Seminare an jeder der drei Partneruniversitäten besuchen.
Der zweisprachige Kanton Freiburg verbindet frankophone und germanophone Kultur. Die Zahl der Einwohner des Kantons beträgt 220.000. Nach der eidgenössischen Volkszählung von 1990 war das Stärkeverhältnis zwischen Französisch und Deutsch im Kanton ca. 67% zu 33%, in der Stadt Freiburg 72 zu 28%. Im Kanton wurden ungefähr 10% Anderssprachige verzeichnet, in der Stadt fast 19%. Die geschilderten Sprachverhältnisse und die soziolinguistische Situation ähneln teilweise der Situation in Südtirol. Die Minderheitenstellung der Deutschsprachigen in Freiburg bewirkt deren insgesamt höhere Zweisprachigkeit. Das Ausbildungsangebot ermöglicht es, die gesamte Schullaufbahn in der jeweiligen Muttersprache zu absolvieren. Seit den 80er Jahren sind aber Stimmen laut geworden (insbesondere seitens der Frankophonen), die verstärkt den Austausch zwischen den Sprachgruppen sowie den zweisprachigen Unterricht forderten. Infolgedessen sind die meisten Kinderkrippen und Spielgruppen heute zweisprachig (obwohl faktisch das Französische vorherrscht), während es nur isolierte Fälle von zweisprachigen Kinderngärten und Schulen gibt. Immersionsunterricht wurde bis zum heutigen Tag nicht eingeführt. Der wesentliche Unterschied zur heutigen Situation in Südtirol besteht in der weniger ausgeprägten Sprachenregelung durch rechtliche und sprachpolitische Maßnahmen. Die französische und die deutsche Sprache sind z.B. nicht gleichgestellt und es gibt keine einheitliche Regelung für den Gebrauch der Amtssprachen. Die Verordnungen der Gemeinde Freiburg (Reglemente, Beschlüsse u.s.w.) werden nur auf französisch verfasst und auch in der kantonalen Verwaltung ist die Arbeitssprache französisch; es besteht keine Zweisprachigkeitspflicht.
Als bis jetzt einzige Universität in Europa bietet die Universität Freiburg eine breite Auswahl von Studiengängen auf deutsch und französisch sowie zweisprachige Abschlüsse an. 46% der Studierenden sind deutschsprachig, 31% französischsprachig, 12% italienischsprachig und 11% anderssprachig. Aber wie wird an der Universität Freiburg die Zweisprachigkeit tatsächlich realisiert? Eine zweisprachige Universität kann nämlich entweder doppelt einsprachig organisiert werden (d.h. zwei einsprachige Einrichtungen parallel unter einem Dach) oder bilingual (d.h. Unterricht innerhalb einer Einrichtung in zwei Sprachen). An der Universität Freiburg manifestiert sich die Zweisprachigkeit in unterschiedlichen Formen, die sich zwischen diesen beiden Extremen befinden. An den Fakultäten der Geisteswissenschaften können ganze Studiengänge wahlweise in der einen oder anderen Sprache belegt werden, das heißt sie werden durch eine Doppelbesetzung der Lehrstühle doppelt geführt. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät dagegen bietet einen zweisprachigen bzw. dreisprachigen Unterricht an (einige Vorlesungen werden auch auf englisch abgehalten), nach dem Prinzip, daß jeder Dozent die Vorlesungen und Seminare in der eigenen Sprache hält. Es würde nämlich für diese Fakultät allzu hohe Kosten bedeuten, alle Kurse parallel anzubieten. Allerdings werden Praktika, Übungen und Repetitorien parallel auf deutsch und französisch erteilt und die Prüfungen können wahlweise auf deutsch oder französisch abgelegt werden. Weitere Ausnahmen bilden kleinere Studiengänge, wie z.B. der Studiengang in Ethnologie, bei dem ein zweisprachiges Lehrstuhlangebot realisiert wurde (d.h. der/die Lehrstuhlinhaber/in hält Veranstaltungen in der einen Sprache, während die Assistenten/innen die andere Sprache benutzen). An der Rechtswissenschaftlichen und an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, einen zweisprachigen Studienabschluß zu erlangen. Im Reglement der Rechtswissenschaftlichen Fakultät über den Abschluß des Rechtsstudiums in französischer und deutscher Sprache vom 6. März 1995 werden die Bedingungen festgelegt, welche von den Studenten für den Erwerb eines solchen Abschlusses erfüllt werden müssen. Die "erste Sprache" ist diejenige, in welcher der Kandidat/die Kandidatin die meisten Prüfungen abzulegen beabsichtigt. Das Reglement legt sodann jene Prüfungen fest, welche in den verschiedenen Studienabschnitten in der "zweiten Sprache" abgelegt werden müssen. Überdies muß der Kandidat/die Kandidatin eine Seminararbeit oder die Probearbeit in der zweiten Sprache abfassen. Am Ende eines derartigen Studiums erhält der Kandidat auf dem Diplom die folgende Bescheinigung: "Hat nach den von der Fakultät festgelegten Bedingungen einen Teil der Prüfungen in deutscher und einen Teil in französischer Sprache abgelegt". Etwas anders sieht es bei der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät aus, an der das allgemeine Reglement vom 15. Februar 1996 für den Erwerb des entsprechenden Lizentiates nicht qualitativ sondern quantitativ festlegt, welche Studienbedingungen für den Erwerb des zweisprachigen Lizentiates erfüllt werden sollen. Art. 19 lautet: "Kandidaten, die wenigstens 60 Kreditpunkte aus Examina oder schriftlichen Arbeiten in der zweiten Unterrichtssprache erwerben, wird ein Diplom mit dem Vermerk 'Zweisprachiges Lizentiat' ausgestellt", das bedeutet, daß mindestens ein Viertel der insgesamt vorgesehenen Prüfungen und schriftlichen Arbeiten in der zweiten Sprache abgelegt werden müssen1. Der amtierende Rektor der Universität Freiburg Prof. H. Steinauer schreibt im Studienführer der Universität: "(...) auch für diejenigen, die sich nicht in der Lage schätzen, ein zweisprachiges Studium zu absolvieren, bietet die Universität Freiburg eine einzigartige Chance sich mit der anderen Sprache besser vertraut zu machen, durch den Besuch von einigen Vorlesungen auf freiwilliger Basis (...) oder ganz einfach durch den Umgang mit Studierenden oder Dozenten/innen dieser Sprache"2. Das zweisprachige Lehrangebot an der Universität Freiburg bleibt also eine freie Wahl für den Studenten: Grundsätzlich muß nämlich jeder Studiengang (mit Ausnahme der zuvor angedeuteten Fakultäten und Bereiche) die Möglichkeit bieten, in nur einer Sprache zu studieren. Das heißt, es werden Gesamtstudien in einer Sprache garantiert, damit die Zweisprachigkeit nicht zu einem Zwang wird. Es wird vom Grundprinzip ausgegangen, daß eine zweisprachige Universität nicht nur für zweisprachige Studenten gedacht ist, sondern allen Studenten ermöglichen soll, im Laufe des Studiums Kompetenzen auch in einer zweiten Sprache zu erwerben. Im Verwaltungsbereich werden wichtige Reglemente und Richtlinien des Rektorats sowie der einzelnen Fakultäten zweisprachig verfasst (dabei gibt es keinen Urtext: Beide Texte sind juristisch einklagbar); alle weiteren internen Angelegenheiten werden einsprachig gehandhabt. Vom Verwaltungspersonal, das überwiegend französichsprachig ist, wird die Zweisprachigkeit nicht verlangt.
In den letzten Jahren ist im universitären Bereich ein gewisses Unbehagen aus der Erkenntnis entstanden, daß die Zweisprachigkeit, als Verpflichtung und zugleich Attraktivitätsfaktor der Universität Freiburg, mehr sein muß als die Koexistenz von zwei "Einsprachigkeiten". Die Universität Freiburg überlegt daher zur Zeit verstärkt, wie sie ihre Zweisprachigkeit vorteilhafter einsetzen kann. Aus diesem Grund wurde eine Senats-Arbeitsgruppe gebildet, mit der Aufgabe, Wege und Modelle zu finden, um die Besonderheiten der Universität Freiburg stärker auszubauen. Aus Gesprächen mit Vertretern der Universität Freiburg ist deutlich geworden, wie insbesondere folgende Maßnahmen als nötig erachtet werden:
- Die Erarbeitung von Studienplänen für zweisprachige Studien. Das bedeutet in erster Linie, daß jeder akademische Grad mit dem Vermerk "zweisprachig" möglich sein sollte. Weiterhin soll das Lehrangebot derart überprüft werden, daß das zweisprachige Angebot erweitert und parallel gehaltene Vorlesungen vermindert werden. Das rein einsprachige Studium soll zunehmend die Ausnahme werden.
- Die Förderung des Sprachenlernens durch Fachsprachenkurse und Veranstaltungen zu studienrelevanten fremdsprachlichen Fertigkeiten, um die Studierenden mit der Fachterminologie in beiden Sprachen vertraut zu machen. Dabei sind insbesondere die Sprachinstitute gefordert (es gibt kein Sprachzentrum als zentrale Einrichtung der Universität). Jeder Studienplan sollte dann auch ein Tutorensystem vorsehen, das darauf abzielt, die anderssprachigen Studierenden bei zweisprachigen Studien zu unterstützen.
- Die Erarbeitung von Richtlinien zur Anstellung des wissenschaftlichen Personals. Letzteres sollte so ausgewählt werden, daß eine gemeinsame Basis für jede Sprache im ersten Studienabschnitt gewährleistet ist und für den zweiten Abschnitt spezielle Wahlmöglichkeiten geboten werden können. Bei gleicher Qualifikation werden Kandidaten bevorzugt, die Fertigkeiten in beiden Unterrichtssprachen aufweisen.
- Diese Anforderungen zeigen den Willen der Universität, das Modell der "doppelten Einsprachigkeit", welches weiterhin gültig, aber im Hauptstudium eher als Ausnahme bleiben soll, durch ein zweisprachiges Lehrangebot zu ergänzen. Dies soll eine Ausbildung ermöglichen, welche die Studierenden auf die Berufspraxis in beiden Sprachen vorbereitet, indem sie ihnen Lehrveranstaltungen und Prüfungen in beiden Sprachen anbietet und dies zum Schluß in den Diplomen auch ausdrücklich bescheinigt.
- Die Universität Freiburg bietet somit ein Studienangebot an, das unterschiedliche Sprachmodelle vorsieht:
- Einsprachige parallele Lehrveranstaltungen (einsprachiges Studium)
- Zweisprachiges Angebot der Lehrveranstaltungen (entsprechend der Sprache der Dozenten) und zweisprachiges Lehrstuhlangebot
- Besuchen von einzelnen Lehrveranstaltungen in der anderen Sprache und Ablegen von Prüfungen in dieser Sprache (mit entsprechender Bestätigung auf separatem Blatt)
- Besuchen von Lehrveranstaltungen in der anderen Sprache und Ablegen von Prüfungen in der Hauptsprache des Studiums (auf Anfrage entsprechende Bestätigung auf separatem Blatt)
- Fachunterricht und Prüfungen in beiden Sprachen, mit der Möglichkeit, einen zweisprachigen Abschluß zu erlangen.
Die Möglichkeit, zweisprachige Studienabschlüsse zu erwerben, stellt einen wichtigen Weg dar, um die Studenten zum zweisprachigen Studium zu motivieren. Obwohl die Universität nicht auf die Freiwilligkeit des zweisprachigen Lehrangebotes verzichten will, wird nämlich das Modell des doppelt geführten, und somit einsprachigen Studiums als nicht optimale Lösung angesehen. Dies kommt auch in den Worten des ehemaligen Vize-Rektors Alain Borrendorer zum Ausdruck, welche als ein "Signal" für die zukünftige Universität in Bozen interpretiert werden könnten: "Die Alternative ist allerdings klar. Entweder konkretisiert sich der politische Wille, Freiburg zur zweisprachigen Universität zu machen, in den nächsten Jahren durch den Einsatz entsprechender Mittel, oder diese Zweisprachigkeit bleibt ein schöner Vorsatz: Man wird das Wort in Freiburg weiterhin im Munde führen, während die Sache anderswo in die Tat umgesetzt wird"3. Gerade die jüngsten Bestrebungen der Universität Freiburg, das zweisprachige Modell durch unterschiedliche Maßnahmen intensiv zu fördern, zeigen, vor welcher großen Herausforderung die Universität Bozen steht. Einerseits gilt es, für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und für die vorgesehenen Universitätsdiplomstudiengänge ein Sprachmodell zu entwickeln, das "doppelgleisige" Lösungen und somit ein einsprachiges Studium vermeidet, aber gleichzeitig nicht zu einer unüberwindbaren Hürde für die Studenten wird. Die Herausforderung ergibt sich auch andererseits aus dem erklärten Ziel, ein dreisprachiges Lehrangebot zu fördern: Neben der italienischen und der deutschen soll auch die englische Sprache als Unterrichtssprache verwendet werden. Sicherlich ein schwieriges, wenn auch spannendes Vorhaben, zu dessen Realisierung die "Koordinierungsstelle für Hochschulentwicklung" weiterhin von den erzielten Kenntnissen und Erfahrungen der Universität Freiburg lernen kann.
Dott.ssa Francesca Nardin, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der "Koordinierungsstelle für Hochschulentwicklung" an der Europäischen Akademie Bozen.
- Das Reglement der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät beinhaltet ein Kreditsystem zur Vereinfachung der Mobilität der Studierenden und der Interdisziplinarität. Die Kredite entsprechen Punkten, die für bestandene Prüfungen, Seminararbeiten des 2. Zyklus oder die Diplomarbeit verteilt werden. Eine Seminararbeit des 2. Zyklus entspricht zum Beispiel einem Kredit von 7,5. Um den Grad eines Lizentiaten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu erlangen muß der/die Kandidat/in eine Kreditzahl von mindestens 240 gesammelt haben.
- Steinauer, Paul Henri (Rektor der Universität Freiburg): Vorwort, in: Studienführer. Universität Freiburg 1997, S. 16.
- Borrendonner, Alain (ehmaliger Vizerektor der Universität Freiburg): Zweisprachigkeit - Verpflichtung und Chance, in: Universitas Friburgensis, 4, 1993/1994, S. 3.
La Libera Università di Bolzano sarà contraddistinta dal carattere internazionale e dall'offerta plurilingue della maggior parte dei corsi. La valutazione e concezione del modello linguistico da adottare nel futuro ateneo bolzanino è quindi uno dei compiti fondamentali del "Centro di coordinamento per le strutture universitarie", che, a tale scopo, si avvale dell'esperienza dell'Università di Friburgo (Svizzera), unico ateneo in Europa ad offrire corsi di studio in due lingue e a rilasciare titoli di studio bilingui. Un primo proficuo scambio di informazioni ed esperienze è stato possibile grazie ad una visita di più giorni all'Università di Friburgo. In seguito il Dr. Michael Langner, docente di tedesco come lingua straniera presso l'Università di Friburgo, ha partecipato ad una giornata di studio organizzata dall'Accademia Europea sul tema dell'insegnamento bilingue e trilingue in ambito universitario. Il presente articolo riporta i risultati dei colloqui intercorsi con l'obiettivo di illustrare i modelli di insegnamento bilingue realizzati all'Università di Friburgo. Il cantone bilingue di Friburgo unisce la Svizzera tedesca e la Svizzera francese; conta circa 220.000 abitanti, di cui il 61% francofoni, il 30% germanofoni e il 9% parlanti altre lingue. L'Università di Friburgo, fondata nel 1889, è un ateneo di media grandezza, che annovera circa 8.700 studenti e 192 professori. Si trova nel cuore della piccola cittadina di Friburgo (33.000 abitanti). Cinque sono le facoltà attivate: teologia, giurisprudenza, scienze economiche e sociali, lettere e scienze matematiche e naturali. Le lingue d'insegnamento sono il francese ed il tedesco, con la possibilità di intraprendere percorsi di studio bilingui. L'Università di Friburgo si contraddistingue per la realizzazione, nel corso degli anni, di modelli linguistici situati tra quelle che possono essere individuate quali varianti "estreme" dell'insegnamento in due lingue. Una di queste è costituita dal modello del doppio monolinguismo, caratterizzato da percorsi di studio monolingui: ogni singolo insegnamento viene offerto parallelamente nelle due lingue. All'altro "estremo" troviamo la variante che prevede un percorso di studio bilingue, non caratterizzato cioè da un'offerta "doppia" degli insegnamenti: lo studente segue corsi in entrambe le lingue d'insegnamento previste, a seconda della lingua madre dei docenti. Fino a pochi anni fa il modello linguistico dell'ateneo friburgense era sostanzialmente caratterizzato da "doppio monolinguismo", ad eccezione della facoltà di scienze matematiche e naturali, contraddistinta da insegnamento bilingue ed in parte trilingue (alcune lezioni vengono tenute anche in lingua inglese). Qualche anno fa è stata introdotta, presso le facoltà di giurisprudenza e di scienze economiche e sociali, la possibilità di intraprendere un percorso di studio parzialmente bilingue con conseguente menzione nel diploma di laurea. L'offerta, per ogni singolo insegnamento, rimane "doppia", ma lo studente ha la possibilità di svolgere una parte dello studio (ad esempio un quarto degli esami) nell'altra lingua d'insegnamento e di conseguire in questo modo un titolo di studio bilingue. Negli ultimi anni si è andata sviluppando la convinzione che il bilinguismo, quale caratteristica principale e fattore di attrazione dell'Università di Friburgo, debba essere qualcosa di più della mera coesistenza di due "monolinguismi". E' nata quindi la volontà di rendere maggiormente efficace questo modello linguistico e, a tale scopo, è stato istituito un gruppo di lavoro del Senato accademico cui ha fatto seguito l'istituzione di una commissione permanente per il bilinguismo. Sono stati formulati alcuni importanti obiettivi che l'Università di Friburgo si impegnerà a raggiungere nei prossimi anni. Essi riguardano in particolare l'estensione ad ogni facoltà e corso di studio della possibilità di conseguire titoli di studio bilingui. L'offerta formativa bilingue dovrà quindi venire intensificata mentre l'offerta parallela dei corsi di studio verrà ridimensionata. La possibilità di seguire l'intero corso di studio in una lingua verrà ancora garantita, ma lo studio puramente monolingue diverrà sempre più l'eccezione, anche grazie a campagne informative che illustreranno agli studenti i notevoli vantaggi di una laurea bilingue. Gli sforzi compiuti dall'Università di Friburgo per rendere più efficace il modello linguistico bilingue mostrano con chiarezza il difficile, ma stimolante compito che si appresta ad affrontare la Libera Università di Bolzano nella realizzazione di un ateneo trilingue, dove anche la lingua inglese diverrà lingua d'insegnamento accanto all'italiano e al tedesco. Si tratta infatti di elaborare un modello che si allontani il più possibile dalla variante "estrema" del doppio monolinguismo ma che, allo stesso tempo, non rappresenti un ostacolo insormontabile per gli studenti. Le conoscenze e le esperienze maturate dall'Università di Friburgo in questo settore ci accompagneranno lungo il cammino della progettazione e della realizzazione di un modello d'insegnamento plurilingue.
Dott.ssa Francesca Nardin, ricercatrice presso il "Centro di coordinamento per lo sviluppo di strutture universitarie" dell' Accademia Europea di Bolzano
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