contact | site map | imprint           20.7.2008
Logo EURAC  
  NEWS ARCHIVE    
      Events    
      Education courses    
      On research    
      New print releases    
      Job openings    
SITE SEARCH  
 

Academia 15
 

Home  |  Press  |  Academia  |  15  |  Artikel0  

SUSTALP

Evaluation von Instrumenten der Europäischen Union hinsichtlich deren Beitrag zur umweltgerechten Gestaltung der Landwirtschaft im Alpenraum

von Christine Vigl und Hans J. Kienzl

Die Berglandwirtschaft des Alpenbogens mit rund 450.000 Betrieben (1990) steckt heute in einer schweren Krise. Die traditionellen Landwirtschaftsstrukturen brechen flächenhaft in Teilen der Alpen, vor allem in romanischen Gebieten, zusammen. Es gibt bereits zahlreiche Regionen in den Südwest- und Südalpen, in denen kaum noch ein Bergbauer zu finden ist und in der Folge ganze Täler entsiedelt wurden. Südtirol ist, ebenso wie eine Reihe von Gebieten an der Alpennordseite, von dieser Entwicklung noch weniger betroffen. Allerdings zeigt sich auch hier aufgrund der immer ungünstiger werdenden Rahmenbedingungen ein deutlicher Trend vom Haupterwerb zum Nebenerwerb (siehe Europäische Akademie Bozen, 1996).

Die Berglandwirtschaft unterscheidet sich von der Nicht-Berglandwirtschaft in erster Linie durch erschwerte Produktionsbedingungen: schwierige klimatische Verhältnisse, geringe Ertragsfähigkeit der Böden, steile Hanglagen sowie nicht maschinengerechte Geländeformen. Allerdings bestimmen diese „gemeinsamen“ naturräumlichen Voraussetzungen nur zum Teil die Landwirtschaft in den verschiedenen Regionen der europäischen Berggebiete. Abgesehen davon, daß z.B. das großräumige Klima (trockene wärmere Gebirgs-räume mit stärkerer Stellung der Ackerbauern gegenüber den feuchteren und kühleren Räumen mit Dominanz der Viehwirtschaft) die Anbaumöglichkeiten beeinflußt, ist es vor allem das soziale und wirtschaftliche Umfeld, das gerade in Bergregionen zu ganz unterschiedlichen Ausprägungen der Landwirtschaft führt. Es ist daher auch von vornherein klar, daß gesamteuropäische Instrumente, wie EU-Verordnungen ganz unterschiedliche Auswirkungen in diesen verschiedenen, sehr stark vom regionalen Umfeld geprägten „Land-wirtschaftstypen“ haben können. Aus diesem Grund werden in SUSTALP von insgesamt 5 europäischen Partnern unter der Koordination der Europäischen Akademie Bozen (vgl. Abbildung 1) in verschiedenen typischen Gebieten des Alpenraums Fallstudien durchgeführt, die die Wirkung von EU-Verordnungen auf die Landwirtschaft und die Umwelt in ihrem regionalen Kontext aufzeigen sollen.

Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist, daß die Effektivität und Effizienz einer Maßnahme nur dann schlüssig bewertet werden kann, wenn sie gemeinsam mit dem ökonomischen, ökologischen und sozialen Umfeld der entsprechenden Region betrachtet wird. Daher werden im Rahmen von SUSTALP von allen 5.600 Gemeinden des Alpenbogens Indikatoren erfaßt, die die Berglandwirtschaft in diesen Gemeinden ausreichend beschreiben. Jedoch soll nicht die Landwirtschaft allein, sondern ebenso ihr naturräumliches und sozio-ökonomisches Umfeld charakterisiert werden. Im agrarstrukturellen Bereich geben etwa Daten wie die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe sowie die Anzahl der Haupt- oder Nebenerwerbsbauern, die landwirtschaftlich genutzte Fläche, der Viehbestand, die Anzahl der Beschäftigten auf einem Bauernhof, das Alter der Betriebsinhaber und ähnliches Aufschluß über die Struktur der Landwirtschaft. Die Wohnbevölkerung sowie deren Altersstruktur, die Berufstätigen in verschiedenen Wirtschaftssparten, die Bevölkerungsentwicklung oder etwa die Bettenkapazität einer Gemeinde sind Indikatoren aus dem sozio-ökonomischen Bereich. Sie beschreiben die wirtschaftliche und demographische Situation einer Gemeinde. Sie lassen ebenfalls Wechselbeziehungen der Landwirtschaft zu ihrem Umfeld, wie etwa der Tourismusbranche, erkennen. Natürlich dürfen bei einer Beschreibung der Landwirtschaft die naturräumlichen Gegebenheiten nicht vernachlässigt werden. Denn die geologischen Verhältnisse, die Höhenlage einer Gemeinde, die Exposition, Temperatur- oder Niederschlagsverhältnisse sowie Bodenbedeckung oder Landnutzung bieten vielfältige Grundlagen für die Entfaltungsmöglichkeiten einer Landwirtschaft.

Insgesamt werden nun 78 solcher Indikatoren auf Gemeindeebene für den gesamten Alpenraum erhoben. Die Datengrundlage für die agrarstrukturellen sowie die sozio-ökonomischen Indikatoren bildet dabei vor allem die Landwirtschaft sowie die Volkszählung der Statistikämter der jeweiligen Alpenstaaten. Jeder Projektpartner hat im Rahmen des Projekts einen bestimmten geographischen Zuständigkeitsbereich, für welchen er die Daten bereitstellen muß. Im naturräumlichen Bereich gestaltet sich die Bereitstellung der Daten viel schwieriger, da es nur wenige alpenweit einheitliche Erhebungen gibt. Die Europäische Akademie Bozen versucht daher, für den gesamten Alpenbogen die verfügbaren naturräumlichen Daten aufzuarbeiten. So werden etwa anhand eines digitalen Geländemodells Indikatoren wie die Exposition oder die Hangneigung abgeleitet. Für andere Größen müssen analoge Karten digitalisiert werden, um daraus Daten ableiten zu können. Problem dabei ist, daß es nicht viele aktuelle Karten mit Informationen für den gesamten Alpenbogen gibt. Die alpenweite Niederschlagskarte etwa enthält Informationen über die mittlere jährliche

Niederschlagskarte etwa enthält Informationen über die mittlere jährliche Niederschlagshöhe der Jahre 1931-1960. Hingegen gibt es für andere Indikatoren, wie etwa die Landnutzung, aktuellere Datengrundlagen. Informationen zur Landnutzung in Europa wurden im Rahmen des CORINE Programmes der Europäischen Union gesammelt und können nun auch im Rahmen von SUSTALP genutzt werden.

Die Daten, die für den gesamten Alpenraum auf Gemeindeebene erhoben werden, bilden die Grundlage für die Strukturierung und Klassifizierung der Alpengemeinden. Mit Hilfe der statistischen Methode der „Räumlichen Klassifikation“ werden die Gemeinden aufgrund dieser Daten zu eindeutig zusammengehörenden Klassen bzw. Typen zusammengefaßt bzw. geclustert. Wir wollen versuchen, die ca. 5.600 Gemeinden des Alpenbogens in etwa 10 Strukturtypen einzuteilen, aus denen wir in der Folge Modellregionen ableiten, die typisch für diese Strukturtypen der Berglandwirtschaft in den Alpen sind (vgl. Abbildung 2).

In den ausgewählten Modellregionen werden anhand von Fallstudien die Wirkungsweise und Wirksamkeit von EU-Verordnungen bewertet. Dabei wird überprüft, welcher Strukturtyp gute Voraussetzungen bietet, die Ziele, die mit den Verordnungen verfolgt werden, zu erreichen. Rund 25 Verordnungen und Richtlinien werden in die Evalua-tion miteinbezogen. Dabei reicht die Palette der Verordnungen von Maßnahmen für Qualitätssteigerungen bzw. für Absatzförderungen bestimmter landwirtschaftlicher Produkte über Verordnungen zum ökologischen Landbau bis hin zu Richtlinien über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten. Gleichzeitig werden auch die wichtigsten Veränderungen in der EU-Agrarpolitik, die durch die Agenda 2000 entstehen und erheblichen Einfluß auf das Überleben der Berglandwirtschaft haben, in die Evaluationsphase miteinbezogen.

Das Ergebnis der Evaluationsphase sind Vorschläge und Begründungen, wie derartige EU-Instrumente in Zukunft gestaltet werden sollen, damit sie sowohl den ökonomischen, als auch den ökologischen Anforderungen in Abhängigkeit vom regionalen Umfeld besser gerecht werden können. Obwohl das Projekt erst vor 5 Monaten gestartet wurde, zeichnen sich schon jetzt erste spannende Ergebnisse ab, über die wir die interessierten Leser in künftigen Ausgaben der Academia gerne informieren werden

Mag. Christine Vigl, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „Alpine Umwelt“ an der Europäischen Akademie Bozen
Mag. Hans J. Kienzl, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich „Alpine Umwelt“ an der Europäischen Akademie Bozen

Abstract:
SUSTALP: un progetto dell'UE

Dall'inizio del mese di dicembre 1997 l'area "Ambiente alpino" dell'Accademia Europea di Bolzano sta svolgendo in collaborazione con altri quattro partner europei un progetto dell'UE, denominato SUSTALP, che valuta strumenti comunitari rispettosi dell'ambiente nell' impostazione di un sistema agricolo alpino. Scopo principale del progetto è di fare proposte sul miglioramento degli strumenti giuridici comunitari al fine di una maggiore considerazione delle questioni ambientali nell'agricoltura di montagna (con particolare riferimento all'arco alpino). Verranno quindi analizzati sia gli strumenti con effetto immediato sull' agricoltura che quelli di politica ambientale con impatto indiretto sull'agricoltura. All'inizio del lavoro di ricerca vengono classificati i diversi tipi di agricoltura alpina in base al contesto naturale e socio-economico. Questo perché l'efficacia e l'efficienza degli strumenti di promozione e regolamentazione dell'agricoltura di montagna non dipendono solo dalle caratteristiche degli strumenti stessi, ma soprattutto dal tipo di agricoltura e dal suo contesto naturale e socio-economico. Nella fase centrale del progetto vengono poi valutati gli effetti degli strumenti comunitari in comuni dell'arco alpino precedentemente prescelti per ogni tipo di agricoltura alpina. L'obiettivo è analizzare se ai diversi tipi di agricoltura alpina corrispondano diversi strumenti di promozione ottimali.


  The latest issue
 

 
 
Copyright © EURAC 2008 Send page Print page Top of page