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Academia 16
 

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Ein intensives Jahr für den Aufbau der
FREIEN UNIVERSITÄT BOZEN

von Günther Mathà

Der Aufbau der Universitätsstrukturen in Südtirol erfolgte Schlag auf Schlag. Gegründet wurde die Freie Universität Bozen, im Anschluß an die erfolgten Vorarbeiten von seiten der Europäischen Akademie Bozen, im Oktober 1997. Nun – nach nicht einmal einem Jahr - stehen bereits die ersten Lehrangebote auf dem Programm. Im akademischen Jahr 1998/1999 werden zwei Vollstudiengänge angeboten. In Bozen wird eine Fakultät für Wirtschaftswissenschaften mit der Studienrichtung Internationale Wirtschaft den Lehrbetrieb aufnehmen. In der Außenstelle Brixen ist eine Fakultät für Bildungswissenschaften vorgesehen, die die akademische Ausbildung der GrundschullehrerInnen und KindergärtnerInnen gewährleistet. Im akademischen Jahr 1999/2000 wird die Fakultät für Bildungswissenschaften zudem einen Spezialisierungskurs für OberschullehrerInnen anbieten.
Im Rahmen der Universität wird außerdem eine Reihe von Diplomstudiengängen angeboten, wie etwa die Fachhochschule für Tourismus in Bruneck oder der für das akademische Jahr 1999/2000 geplante Diplomstudiengang für Obst- und Berglandwirtschaft (vgl. Nachrichten S. 39).

Dreisprachiges Studium

Was den Lehrbetrieb an der Freien Universität Bozen betrifft, gilt es, einige Besonderheiten hervorzuheben. Als mehrsprachige Bildungsstätte ist der Lehrbetrieb an der Bozner Universität dreisprachig aufgebaut. Wer sich an der Freien Universität Bozen im Fach Wirtschaftswissenschaften inskribiert, muß mindestens zwei der vorgesehenen Unterrichtssprachen (deutsch, italienisch, englisch) gut beherrschen. Die dritte Unterrichtssprache kann indes an einem innovativen Sprachenzentrum während des ersten Studienjahres erlernt werden (vgl. Beitrag S. 16).

Internationaler Lehrkörper

Gewährleistet wird das dreisprachige Lehrangebot durch einen internationalen Lehrkörper mit Professoren und Dozenten aus mehreren europäischen Ländern. Die Freie Universität Bozen kann bis zu 70 Prozent des Lehrpersonals aus dem Ausland berufen, was den internationalen Charakter des Lehrbetriebs hervorhebt.
Eine Ausnahme bildet die Fakultät für Bildungswissenschaften. Diese wird für die deutsch-, italienisch- und ladinischspra-chigen Studierenden sprachlich getrennte Abteilungen anbieten.
Während der vergangenen Monate arbeiteten zwei Gründungskomitees intensiv am Aufbau der beiden Fakultäten. Diese Komitees bestehen aus jeweils sechs ordentlichen Universitätsprofessoren und hatten den Auftrag, den Lehrbetrieb in allen Einzelheiten einzurichten. Teil ihrer Aufgabe war es, den Lehrplan und die Studienordnung festzulegen sowie die Berufung des Lehrkörpers vorzubereiten.

Begrenzte Studienplätze

Die Freie Universität Bozen nimmt nicht - wie an manchen Hochschulen üblich - unbegrenzt viele Stu-dienbewerber auf. Denn eines ihrer Hauptanliegen ist es, eine abnehmerorientierte, international ausgerichtete Ausbildungsstätte zu schaffen, die eine optimale Betreuung der Studierenden ermöglicht.
So wurden für das akademische Jahr 1998/1999 100 Studienplätze für die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und 175 für die Fakultät für Bildungswissenschaften vorgesehen.
Obwohl sich die Uniplaner erwarteten, diese Zahlen anläßlich der Vorinskriptionen tendenziell zu erreichen, war man angenehm überrascht, daß diese ursprünglichen Erwartungen bei weitem übertroffen wurden.

389 Bewerber für 275 Studienplätze

In der Vorinskriptionszeit von Mitte Juli bis Mitte August meldeten sich insgesamt 389 Studienbewerber, 209 für die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, 180 für die Fakultät für Bildungswissenschaften. 15 % der Studienanwärter kommen aus der Nachbarprovinz Trient, aus dem restlichen Staatsgebiet sowie aus dem deutschsprachigen Ausland.
Mit diesem Auftakt wurde aller Skepsis zum Trotz ein einmaliger Erfolg verbucht und gleichzeitig das große Interesse an einer Hochschule in Südtirol von seiten der Bevölkerung unter Beweis gestellt. Es war dabei gar nicht so selbstverständlich, eine organisatorisch und rechtlich äußerst komplizierte Prozedur wie eine Universitätsgründung in weniger als einem Jahr erfolgreich abzuschließen. Alle wichtigen statutarischen Grundlagen einer Universität müssen von mehreren Gremien und Institutionen gleichzeitig abgesegnet werden. Im Falle der Freien Universität Bozen waren dies der Gründungsrat der Universität, die Gründungskomitees der Fakultäten, die Landesregierung sowie das Wissenschaftsministerium in Rom. Die Erfahrung zeigt, daß dieser Weg normalerweise etliche Jahre in Anspruch nimmt.
Bei der Universität Passau, die 1975 gegründet wurde, vergingen beispielsweise fünf Jahre vom Gründungsakt bis zum Start des eigentlichen Lehrbetriebes.
Äußerst positiv verlief zudem die Berufung der akademischen Gründungsgremien. Es konnten international namhafte Universitätsprofessoren gewonnen werden, die sich mit Leidenschaft auf das spannende Projekt einließen, im Herzen Europas eine kleine, dreisprachige und qualitätsorientierte Hochschule aufzubauen.

Gründungsrektor der Freien Universität Bozen

Eine besonders glückliche Hand hatte man bei der Ernennung des Gründungsrektors der Freien Universität Bozen. Hier konnte eine internationale Kapazität gewonnen werden, die in Bozen nicht nur ihre akademische Qualifikationen einbringen wird, sondern auch über wichtige internationale Kontakte in der Wirtschaftswelt der Europäischen Union verfügt. Es handelt sich hierbei um Prof. Alfred Steinherr, derzeit Generaldirektor und Chef-Ökonom der Wirtschafts- und Infor-mationsabteilung der Europäischen In-vestitionsbank in Luxemburg. Was den akademischen Werdegang betrifft, war Prof. Steinherr bis 1988 ordentlicher Professor für internationalen Handel und Finanzwesen an der „Université Catholique” in Löwen. In den vergangenen Jahren übernahm Prof. Steinherr zudem Beratungsfunktionen an der Europäischen Kommission in Brüssel und beteiligte sich an zahlreichen Einsätzen in den Ländern der dritten Welt im Auftrag des IMF (International Monetary Fund). Prof. Steinherr ist Autor von mehreren wissenschaftlichen Publikationen im Bereich des internationalen Finanzwesens.

Umbau der Universitätsstandorte

Mit besonderem Engagement wurden unterdessen auch die Umbauarbeiten der Universitätsstandorte in Angriff genommen. Dies gilt sowohl für die provisorischen Sitze in Bozen und Brixen, als auch für die Durchführung der Wettbewerbe für den Bau der endgültigen Universitätsareale in den beiden Städten.
Mitte September ging die Übergabe der vorläufigen Infrastrukturen der Freien Universität Bozen nach knapp einem Jahr Bautätigkeit reibungslos über die Bühne. In Bozen handelt es sich hierbei um das Alte Spital im Herzen der Stadt, in Brixen um das Priesterseminar sowie um das St. Josefs-Missions-Haus.
Die Studierenden der Freien Universität Bozen werden mit Beginn des akademischen Jahres also voll funktionsfähige Hörsäle, eine mit neuester Technik ausgestattete Universitätsbibliothek sowie ein innovatives Sprachenzentrum vorfinden.

Gewinner des internationalen Wettbewerbs

Was die endgültigen Universitätssitze betrifft, veranstaltete das Landesassessorat für Bauten und Raumordnung einen internationalen Wettbewerb zur Neugestaltung eines 100.000 Kubikmeter großen Abschnitts im Zentrum Bozens im Bereich des alten Spitals. Von den 146 aus ganz Europa eingegangenen Projekten setzte sich bei der Wettbewerbsjury das Schweizer Architektenduo Azzola Roberto und Bischoff Matthias durch. Zur Vollendung des Ausführungsplans stehen dem Zürcher Architektenbüro nun knappe sechs Monate zur Verfügung. Der gesamte Universitätskomplex soll in drei Bauphasen in 6 bis 8 Jahren abgeschlossen sein.
Unter gleichem Zeitdruck stand die Wettbewerbsvergabe zur Realisierung des neuen Brixner Universitätssitzes am zentralen Busbahnhof. Laut Plan wird der Wettbewerbsgewinner Mitte November feststehen, während das gesamte Projekt in vier bis fünf Jahren vollendet werden soll.
Nach einem Jahr intensiver Gründungszeit kann man nun wohl ohne Übertreibung behaupten: die Freie Universität Bozen hat die wichtigsten Gründungshürden erfolgreich genommen. Nun gilt es, den gewonnenen Vertrauensvorschuß durch Einsatz und Engagement sowohl von seiten der Professoren als auch durch eine effiziente Verwaltung des Studienbetriebs unter Beweis zu stellen.

Dr. Günther Mathà, Pressesprecher der Freien Universität Bozen

Abstract:
La Libera Università di Bolzano

La Libera Università di Bolzano è stata ufficialmente istituita il 31 ottobre 1997. Nell'anno accademico 1997/98 vengono già proposti i primi corsi a Bolzano presso la Facoltà di Economia dove saranno attivati i corsi di studio in Economia internazionale ed Economia aziendale nonché a Bressanone presso la Facoltà di Scienze della Formazione dove sarà attivato il corso di laurea in Scienze della Formazione primario per l'insegnamento nella scuola materna e nella scuola elementare.
I corsi della Facoltà di Economia si svolgeranno in lingua italiana, tedesca o inglese, visto che il corpo docente è di provenienza internazionale. Importante requisito di ammissione allo studio è quindi costituito dalla discreta conoscenza delle tre lingue d'insegnamento.
La Facoltà di Scienze della Formazione, invece, si articola in tre sezioni: gli studenti italofoni e tedescofoni possono seguire l'intero corso di laurea nella propria madrelingua; gli studenti di madrelingua ladina seguono parte delle lezioni in italiano e parte in tedesco e potranno frequentare specifici corsi in lingua ladina.

Gli studenti

A conclusione della fase di preiscrizione sono complessivamente 389 le domande presentate alla Libera Università di Bolzano. Alla Facoltà di Economia si sono preiscritti 209 studenti, mentre alla Facoltà di Scienze della Formazione sono pervenute 180 domande.
Alla Facoltà di Economia è stato superato il numero programmato di 100 posti. Il test di accertamento linguistico, che costituisce una parte delle prove di ammissione (vedi anche contributo pag. 16), si è tenuto nei giorni tra il 7 e il 10 settembre 1998.
Per quanto riguarda la provenienza degli studenti, hanno presentato domanda di preiscrizione 333 studenti altoatesini e 56 studenti da altre zone; circa 2/3 sono di madrelingua tedesca, 1/3 di madrelingua italiana. Alla Facoltà di Scienze della Formazione, volta a soddisfare esigenze specifiche del territorio, le 180 domande di preiscrizione sono pervenute soprattutto da studentesse e studenti altoatesini (152 preiscrizioni) e trentini (28 preiscrizioni). Per la sezione in lingua tedesca si contano 103 preiscrizioni, mentre per quella in lingua italiana gli studenti preiscritti sono 70.

Il prof. Alfred Steinherr: un illustre economista alla guida del nuovo ateneo

A partire dal primo anno accademico il prof. Alfred Steinherr assume l'incarico quale rettore della Libera Università di Bolzano.
Attualmente Steinherr è direttore generale, "Chief Economist" della Banca Europea per gli Investimenti (BEI) e vicepresidente della "Ecu Banking Association". E` stato, fino al 1988, professore ordinario di Commercio internazionale e Scienze delle finanze presso l'Università cattolica di Lovanio, in Belgio.
Tra gli incarichi ricoperti, vi è di quello di consulente a Bruxelles della Commissione europea e del Fondo Monetario Internazionale (FMI). Oltre alle numerose pubblicazioni in materia economico-finanziaria, il professor Alfred Steinherr ha lavorato come economista in diversi paesi in via di sviluppo.


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