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 Academia 17 
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Wenn Rossi mit Schmidt

von Karl Seebacher

Am 16. - 17. Oktober erlebten die von der Europäischen Akademie in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Zeitung veranstalteten Bozner Managementgespräche mit der pointierten Gegenüberstellung von deutschen und italienischen Denkweisen und Verhaltensmustern ihre zweite Auflage.

Die Einführung in die Thematik erfolgte durch ein Kabarettstück, das einen deutschen und italienischen Geschäftspartner zeigte, denen es nicht gelingt, auf derselben Wellenlänge zu kommunizieren und die sich infolge dauernder Miß-verständnisse in den gemeinsamen Ruin stürzen. Während der Deutsche seinem Leben ein Ende macht, stürmt der Italiener, für den immer andere die Schuld tragen, mit rauchender Pistole aus dem Saal. Der Präsident der Europäischen Akademie Bozen, Werner Stuflesser, stellte anschließend die Veranstaltung zum Management zwischen Nord und Süd als einen Anstoß vor, die eigene Einstellung zu prüfen, weil die Südtiroler oft allzu leichtfertig glauben, die perfekten Kenner der interkulturellen Situation zu sein. Bei den von Hans-Herbert Holzamer (Süddeutsche Zeitung) moderierten Referaten kam zunächst der Generaldirektor der Porsche Italia, Loris Casadei, zu Wort, der Unterschiede im Organisationsmanagement der deutschen und italienischen Autoindustrie analysierte. Eine interessante Erkenntnis war dabei, daß bei einer europaweiten Selektion von Porsche-Verkäufern es mehr branchenspezifische Gemeinsamkeiten als nationale Unterschiede gab.

Wesentliche Unterschiede zwischen einem italienischen und deutschen Manager machte er darin aus, daß ersterer von einer überbürokratisierten Gesetzgebung zur Erfüllung rein formaler Auflagen genötigt wird, während der deutsche bei lockereren Rahmenbedingungen allzuviel Sorgfalt für die Planung der eigenen Entscheidungen aufwendet. Dazu gab es einen Diskussionsbeitrag von Universitätsrektor Alfred Steinherr. Seine Erfahrung in einer Bank (Europäische Investitionsbank), die Mitarbeiter 15 verschiedener Nationalitäten beschäftigt, haben gezeigt, daß sich der italienische Manager nicht anders verhält als der deutsche. Wenn Menschen unter gleichen Bedingungen arbeiten, dann schwinden nationale Unterschiede.

Klischees und Realität

Diese Thematik setzte der Direktor der lokalen italienischen Tageszeitung "Alto Adige", Fabio Barbieri, mit der These fort, daß man in Italien geradezu genötigt werde, die normativen und logischen Regeln zu durchbrechen, was - und hier flocht er einige Erlebnisse bei seinem Arbeitsaufenthalt in Deutschland ein - nur gelingt, wenn diese Überschreitung nicht zur Regel wird. Er schloß mit einem Vergleich zwischen dem reichen Japan, wo die Bürger einen nicht allzu hohen Lebensstandard haben, und dem weit weniger reichen Italien mit seiner hohen individuellen Lebensqualität. Es falle ihm nicht schwer, seine Wahl zu treffen. Ganz auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Statistiken verließ sich Prof. Roland Wakenhut (Uni Eichstätt), der die Machtdistanz in deutschen und italienischen Unternehmen verglich. Typisch für Italien ist eine größere Machdistanz als in Deutschland und das Vorherrschen von Individualismus und Maskulinität (leistungsorientierte Entlohnung, hoher Jobstreß, weniger Frauen in den Chefetagen.)

Mit seinen Erfahrungen lockerte der Buchautor Roberto Giardina ("Italia e Germania, un amore ambiguo") die Referate auf. Deutschland würde noch immer nach Klischeebildern eingeschätzt, die sogar von Schulbüchern genährt werden: Die Deutsche Bank wird so wie die deutsche Fußballnationalmannschaft als alles überrollender "Panzer" tituliert, während in Wirklichkeit Italiener und Deutsche im Wirtschafts- und Kulturleben bereits stark integriert und aufeinander angewiesen seien. Daß man als Südtiroler die Summe der deutschen und italienischen Kultur verkörpern könne, betonte Reinhold Messner in einem brillanten und mitreißenden Vortrag, der die Highlights seiner Karriere als Extrembergsteiger streifte. Er selbst bezeichnete sich als "Eroberer des Nutzlosen" und definierte die Begriffe Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit als völlig unterschiedliche Werte. Mit dem Alleingang auf den Everest habe er die damalige These der Wissenschaft widerlegt, daß diese Höhen ohne Sauerstoff nicht zu bewältigen wären. Beim Yeti habe er hingegen bewiesen, daß er nicht ein Phantom sei. Den Anschluß zur Tagesthematik fand er mit seinem Credo als Südtiroler: die Betonung der Brückenfunktion dieses Landes und die daraus resultierenden großen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Chancen.

Kulturelle Navigation

Mit einem sehr fachspezifischen Referat über die Strategien zur Überwindung der Krankenshauskrise in Deutschland und Italien wartete am zweiten Veranstaltungstag Prof. Albrecht Goeschl auf. Italienische Krankenhausmanager neigen weniger zu konzeptionellem Denken, in Italien dominiert als Leitbild die Privatklinik mit gesellschaftlicher Exklusivität. Hingegen sei man in Deutschland stärker darin geübt, innerhalb der bestehenden Strukturen Voraussetzungen für neue mittel- und langfristige Betätigungen zu schaffen. Eine sehr eingehende Gegenüberstellung der typischen Verhaltensweisen bei Vertragsverhandlungen von Deutschen und Italienern bot der Südtiroler Rechtsanwalt Christoph Jenny, der nach Aufenthalten in Österreich und Amerika eine Kanzlei in Mailand betreibt. Er habe vielfach erfahren, wie wichtig es sei, die unterschiedliche Mentalität zu kennen, ein Potential, das man in Südtirol bisher viel zu wenig ausgeschöpft habe, auch weil man eher darauf zielte, Volks- und Sprachgruppen abzugrenzen als die Erfahrungen aus anderen Kulturkreisen aufzunehmen und zu nützen. Ein weiterer Südtiroler, Erich Clementi, Direktor of Banking bei der IBM in Deutschland, vertiefte das Thema vom multinationalen zum globalen Unternehmen und brachte seine Konzernerfahrungen ein: Globale Unternehmen müssen die Multikulturalität fördern und lernen, in der Vielfalt zu leben. Kulturelle Navigationsfähigkeit wird in absehbarer Zukunft den Führungsqualitäten im Management gehören und wird als solche trainiert, bewertet und gemessen werden.

Aufgrund der positiven Resonanz wird es auch im nächsten Jahr eine weitere Auflage der Bozner Managementgespräche geben und zwar am 21. und 22. Oktober. Die Beiträge der diesjährigen Veranstaltung erscheinen im Februar '99 in der Schriftenreihe der Europäischen Akademie Bozen.

Wir danken nochmals unserem Haupt-sponsor und den Medienpartnern für Ihre freundliche Unterstützung

Il 2° Congresso sul Management

Il 16 e 17 ottobre l'Accademia Europea di Bolzano ha organizzato la seconda edizione del Congresso sul Management. Al convegno, intitolato "L'agire interculturale quale fattore di successo per il futuro", hanno partecipato 80 manager provenienti dai paesi tedescofoni e dall'Italia.

Tra i relatori spiccavano Loris Casadei, direttore generale di Porsche Italia, che nella sua relazione ha paragonato il management d'organizzazione dell'industria automobilistica italiana a quella tedesca. Secondo uno studio sui venditori le differenze nazionali contano molto meno delle differenze di prodotto. Un venditore di macchine italiano e uno tedesco hanno molto più in comune che due venditori italiani che vendono uno formaggi, l'altro vestiti. Il prof. Roland Wakenhut, ordinario di psicologia economica presso l'Università Eichstätt, ha invece sottolineato le differenze organizzative fra l'impresa dell'area tedesca e quella italiana. Il divario gerarchico è maggiore in Italia rispetto alla Germania e man mano che si sale verso nord questo divario diminuisce. Erich Clementi, direttore finanziario della IBM Germania, ha parlato del fenomeno delle imprese multinazionali che pur essendo globali non possono rinunciare ad adattarsi, almeno lievemente, alla realtà locale per potersi affermare. Il problema della comunicazione nelle trattative tra tedeschi e italiani è stato al centro dell'intervento di Christoph Jenny, avvocato ed esperto in questo campo. Infine ha preso la parola il neo rettore della Libera Università di Bolzano, Alfred Steinherr, direttore generale della Banca Europea per gli Investimenti a Lussemburgo. Steinherr ha voluto ridimensionare il mito della globalizzazione, ricordando che soprattutto in Europa le peculiarità nazionali contano.

Al 2° Congresso sul Management è infine intervenuto anche Reinhold Messner, alpinista ed esploratore, che ha raccontato delle sue imprese paragonabili in qualche modo a quelle di un manager che si avventura per la prima in un'impresa a lui del tutto nuova. In seguito al grande successo che ha riscontrato la manifestazione, è già stata stabilita la data della terza edizione che avrà luogo il 21 e 22 ottobre dell'anno a venire.

Gli atti del convegno verranno pubblicati all'interno della collana Quaderni dell'Accademia Europea di Bolzano e usciranno nel febbraio 1999.


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