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Konflikt oder Zusammenarbeit? Ungarn und die Slowakei haben immer noch Probleme miteinander Academia Nr: 20 (September - Dezember / settembre - dicembre 1999)Stephanie Risse-Lobis Die Wunden sind noch nicht ganz verheilt. Die Wunden aus der Geschichte und der Gegenwart, das zeigte der Workshop „Conflict or Coopartion? The case of Slovakia and Hungary". Gerade das Gebiet der heutigen Südslowakei mit einer großen ungarischen Minderheit ist immer noch der diplomatische Zankapfel zwischen den beiden Regierungen. Die ungarische Regierung fühlt sich für alle ca. 14 Millionen Ungarn verantwortlich, also auch für die knapp vier Millionen Ungarn, die außerhalb des Staatsgebiets leben. Das war auch ein Grund dafür, daß Ungarn mit gutem Beispiel voran gehen wollte und ein fast vorbildliches Minderheitengesetz erlassen hat, das seit 1993 mit gutem Erfolg praktiziert wird. Eine anschauliche und praktische Innenansicht lieferte Jenö Kaltenbach, Ombudsmann für nationale und ethnische Minderheiten des ungarischen Parlaments. Sein Kollege, Peter Kovàcs, ehemals Mitarbeiter des ungarischen Außenministeriums berichtete über den völkerrechtlichen Aspekt der Beziehung zwischen „Vaterland" und „Minderheit". Silvia Mihalikova, Direktorin des UNESCO-Lehrstuhls für Menschenrechte in Bratislava sieht den Konflikt zwischen Ungarn und der Slowakei eher auf Regierungsebene: „Im Alltag haben Slowaken und Ungarn überhaupt keine Schwierigkeiten miteinander." Die historischen Ursachen des Konflikts erläuterte Zuzanna Polackova, slowakische Akademie der Wissenschaften. Die Slowakei, die erst 1993 zu einem eigenständigen Staat wurde und von 1993 bis 1998 unter dem autokratischen Premier Meciar wenig demokratische Strukturen ausbilden konnte, muß erst zu sich selbst finden. Doch das im Juli erlassene Sprachengesetz, das den Minderheiten mehr Rechte einräumt, ist ein bedeutsamer Schritt in Richtung Demokratie und Achtung der Menschenrechte.
Stephanie Risse-Lobis
„Politik muß in Köpfe investieren" Landesrat Herbert Paierl zu Gast bei der Sommer Akademie
Er war morgens schon eine halbe Stunde am Eisack entlang gejoggt, erschien mit lässigem Drei-Tage-Bart und gut gelaunt zum Workshop Transregional Cooperation and Territorial Competitiveness in an Integrating Europe. Herbert Paierl, Landesrat der Steiermark für Struktur und Wirtschaftspolitik, war aus Graz angereist, um die Erfolgsgeschichte des „Automobil-Clusters" zu erläutern. Zusammen mit ihm kamen Professor Michael Steiner aus Graz, Peter Stanovnik aus Ljubljana, sowie Manager des Automobilclusters. Noch vor wenigen Jahren war die Steiermark Sinnbild für Arbeitslosigkeit und Stillstand. Anstatt mit staatlichen Investitionen die Wirtschaft künstlich zu verarzten, haben sich vor drei Jahren zahlreiche Unternehmen und zwei Universitäten im Bereich Forschung, Marketing und Logistik vernetzt und einen „Cluster", den Automobil-Cluster Steiermark gebildet. Die kleinen und großen steirischen Unternehmen haben sich rund um Chrysler-Eurostar, Steyr-Daimler-Puch und AVL gruppiert und innerhalb von zwei Jahren ein florierendes Netzwerk aus über 120 Zuliefererbetrieben und 14.000 teils hochqualifizierten Fachkräften gebildet. Auch das Nachbarland Slowenien ist eng in den Cluster mit eingebunden. „Berührungsängste gibt es bei uns nicht", betonte der umtriebige Landesrat, „Politik muß in Prozesse investieren und in Köpfe. Denn Politik bedeutet nicht Blasmusik, Chöre und Band durchschneiden."
Stephanie Risse-Lobis Stephanie.Risse@eurac.edu
Herbert Paierl, Landesrat der Steiermark für Struktur und Wirtschaftspolitik: „Politik bedeutet nicht Blasmusik, Chöre und Band durchschneiden!"
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