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Ein Praktikum an der Terminologieabteilung der Europäischen Akademie Academia Nr: 20 (September - Dezember / settembre - dicembre 1999)von Ruth Torggler Schon seit einiger Zeit können Universitätsstudenten und Jungakademiker, die ein Sprach- oder Rechtsstudium abschließen bzw. abgeschlossen haben, im Bereich „Sprache und Recht" an der Europäischen Akademie Bozen ein Berufspraktikum absolvieren. Im Rahmen des Praktikums gewinnen sie einen Einblick in die Forschungstätigkeit und können gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Arbeit im Terminologiebereich leisten. Die ersten Berufserfahrungen helfen darüber hinaus, sich ein Bild über die Arbeitsmöglichkeiten zu machen.
Worin bestand meine Terminologiearbeit? Im Rahmen des umfangreichen SOCID-Projekts, das zum Ziel hat, die Terminologie im Bereich des italienischen (in deutscher Sprache für Südtirol) und österreichischen Wirtschaftsrechts zu erarbeiten und einen Vergleich zwischen den beiden herzustellen, hat der Bereich „Sprache und Recht" verschiedene Themen für Diplomarbeiten vergeben; u.a. auch die Erarbeitung der Terminologie im Bereich des Konkursrechts. Nach ausführlichen Gesprächen mit Juristen und Fachsprachenexperten an der Europäischen Akademie Bozen, habe ich beschlossen, diese Terminologiearbeit in meine „Tesi di Laurea" als Abschluß meines Übersetzerstudiums in Forlì einfließen zu lassen. Meine Aufgabe bestand zunächst darin, die Terminologie des italienischen Konkursrechts, genauer gesagt des Konkurses (dabei handelt es sich um einen äußerst kleinen Teil des Konkursrechts), zu erarbeiten. Die von mir erstellten terminologischen Einträge wurden dann vorläufig in der Datenbank gespeichert. Zu einem späteren Zeitpunkt, sofern die Terminologiekommission nicht dagegen stimmt, werden diese terminologischen Einträge in die auf den Webseiten allen zugängliche Bluterm Datenbank überführt.
Terminologische Arbeitsschritte Für jedes italienische Fachwort mußte ich eine Definition und einen dazu passenden Kontext finden, der dem Datenbankbenutzer Zusatzinformationen zum Wort selbst geben soll oder ihm auch die Art und Weise, wie der Fachterminus im Kontext eingebettet ist, erläutert. Weiterhin mußte ich auch die in Südtirol gebrauchte deutsche Terminologie eines italienischen Fachworts mit jeweiligem Kontext aufnehmen. Auf diese Weise wird festgestellt, ob es Übersetzungen in Gesetzen, Büchern, Zeitschriften oder Zeitungen gibt und ob bereits auf dieser Grundlage ein Übersetzungsvorschlag vorgelegt werden kann. Wenn es aber keinen Terminus für Südtirol gibt, so müssen weitere Recherchen angestellt werden. Dabei wird der italienische Terminus bzw. das Konzept hergenommen, und es wird geprüft, ob in den deutsch-sprachigen Nachbarländern sprich Österreich, Deutschland oder der Schweiz bereits ein ähnlicher Terminus vorhanden ist. Ist dies der Fall, so kann der bereits in den deutschsprachigen Ländern vorhandene Terminus für Südtirol, sollte sich dort kein entsprechender Terminus finden, übernommen werden. Auch bei meiner Arbeit habe ich diese Vorgehensweise angewandt. Nur habe ich weder die österreichische noch die Schweizer Terminologie beachtet, denn meine „Tesi di Laurea" ist darauf ausgerichtet, die italienische Rechtsterminologie des Konkurses in Südtirol mit der in Deutschland zu vergleichen, Übersetzungsprobleme bzw. Terminologieprobleme festzustellen und diese zu analysieren. Um bei der gesamten Arbeit einen besseren Überblick über beide Rechtssysteme zu erlangen, habe ich bereits zu Beginn meiner Arbeit zwei Begriffssysteme, eines für das italienische Konkursrecht sowie eines für das deutsche Insolvenzrecht, angefertigt. Diese sollten dazu dienen, die verschiedenen Zusammenhänge der Begriffe, Konzepte und Institute innerhalb einer Rechtsordnung vor Augen zu führen, um somit auch eine sinnvolle und gezielte Terminologie zu erarbeiten. Bei der Terminologiearbeit an der Europäischen Akademie wird immer vom italienischen Recht ausgegangen, um dann, wie eben schon erwähnt, auf die Nachbarländer zu schauen und danach eine begründete und inhaltlich korrekte deutsche Terminologie für Südtirol zu entwickeln. Daher habe ich mich im Laufe des ersten Monats mit der Terminologie des italienischen Konkurses und den jeweiligen Einträgen beschäftigt. Nachdem ich einen Großteil der Einträge fertiggestellt hatte, habe ich sie zur inhaltlichen Korrektur den Kollegen gegeben. Bei Verständnisproblemen, die sich auf das Recht bezogen, sind mir die Juristen der Akademie zur Seite gestanden, die sich auch darum gekümmert haben, die von mir erarbeiteten terminologischen Einträge vom rechtlichen Inhalt her zu prüfen. Zusätzlich habe ich noch weitere Bezugspersonen angeschrieben, die mir mit Erläuterungen weitergeholfen haben. Diese Vorgänge gehören eigentlich zur routinemäßigen Terminologiearbeit an der Akademie im Fachbereich „Sprache und Recht", denn alle Einträge müssen inhaltlich korrekt sein, bevor sie der Terminologiekommisson vorgelegt bzw. von dieser anerkannt werden.
Terminologie- und Rechtsvergleich zu Deutschland Im zweiten Monat habe ich mich hauptsächlich auf das deutsche Insolvenzrecht bzw. die deutsche Insolvenzordnung konzentriert. Dazu möchte ich hinzufügen, daß am 1. Januar 1999 in Deutschland die neue Insolvenzordnung in Kraft getreten ist, die die alte Konkursordnung völlig ersetzt hat. Nachdem es einige tiefgehende inhaltliche sowie rechtliche Unterschiede zwischen diesen beiden gibt, habe ich mich als nicht-Juristin anfangs relativ schwer getan, wenn es darum ging, gerade diese Unterschiede zwischen der alten und der neuen Konkurs- bzw. Insolvenzordnung herauszuarbeiten. Um Aufschlüsse bezüglich meiner Fragen und Zweifel zu bekommen, habe ich mich an einen Fachmann in Deutschland gewendet, der mir durch seine Erläuterungen weitergeholfen hat. Wie auch beim italienischen Konkursrecht – und wie bei jeder Erarbeitung von terminologischen Einträgen - habe ich mich auch in das deutsche Insolvenzrecht bzw. in die Insolvenzordnung einlesen müssen, um überhaupt zu verstehen, wie dieses aufgebaut ist. Nachdem ich einen Großteil meiner italienischen Einträge mit Südtirolerischen sowie bundesdeutschen Termini abdecken konnte, stand ich vor dem schwierigsten Teil meiner Arbeit, dem Terminologie- und Rechtsvergleich mit Deutschland. Nun mußte ich feststellen, ob auch alle italienischen Termini mit den bundesdeutschen, nicht nur vom terminologischen Gesichtspunkt, sondern vor allem vom inhaltlichen her, übereinstimmten. Dieser Vorgang, der eine enge Zusammenarbeit mit Juristen erforderte, war sehr zeitaufwendig und problematisch, denn nicht immer stimmte der übersetzte Terminus mit dem Inhalt überein, und folglich konnte dieser auch nicht als Äquivalent im Eintrag aufgenommen werden. In diesen Fällen mußte, wie bereits schon zuvor erwähnt, ein zutreffender Übersetzungsvorschlag für Südtirol gefunden werden.
Ausblick Die interessanten Erfahrungen, die ich im Laufe meines Praktikums am Bereich „Sprache und Recht" und bei der Terminologiearbeit gesammelt habe, haben dazu beigetragen, mir ein genaueres Bild von der konkreten Vorgehensweise bei der Terminologiearbeit in Südtirol zu verschaffen. Zudem hat mir diese Erfahrung auch ein Stück bei meiner zukünftigen Berufswahl weitergeholfen, denn für Übersetzerstudenten bietet sich nicht nur ausschließlich die Tätigkeit als Übersetzer, sondern eventuell auch jene als Terminologe, der mit der Aufgabe betraut ist, die Terminologie für Übersetzer und Fachleute zu erarbeiten bzw. die Vorarbeit für diese zu leisten.
Dott. Ruth Torggler, Praktikantin im Bereich „Sprache und Recht" an der Europäischen Akademie Bozen Sprachkurs für die Uni Bozen „Be crazy, be cool, be Bozen" ... liest man im neuen Studentenführer/guida dello studente. „Von Studenten für Studenten" lautete das Prinzip der Studienneulinge Karl, Betty, Paul I, Boris, Paul II und Theresia, die sich mit viel Engagement in einem Sprachkurs besonderer Art an einen Studentenführer wagten. In vielen Stunden harter Arbeit entdeckten die Studienanfänger unterschiedlicher Muttersprachen nicht nur, wie man bei Vorlesungen mitschreiben oder sich gegenseitig beim Ausformulieren helfen kann, sondern auch wie Begriffe in der Fachsprache anders gebraucht werden als in der Gemeinsprache. Kurz: Es geht um eine Simulation des universitären Alltags mit besonderem Gewicht auf die dabei verwendeten Sprachen. Die Studenten der Freien Universität Bozen besuchen bekanntlich Lehrveranstaltungen auf Deutsch, Italienisch und Englisch. Was wäre naheliegender als mindestens zwei dieser Sprachen in einem Sprachkurs zu vereinen und diese Studienrealität gepaart mit praxisrelevanten Fertigkeiten zu simulieren. Für Ken Jones, der ein Modell für die Arbeit mit Simulationen entwickelt hat, ist wichtig, daß die Teilnehmer in eine Geschichte bzw. ein Projekt verwickelt werden, in dem sie gewisse Freiheiten, aber auch Pflichten für die Gestaltung der Ereignisse haben. Dieses Projekt hatte zum Ziel, bis Ende der ersten Kurshälfte einen Studentenführer zu produzieren. Darin sind alle Erlebnisse, Ratschläge und Erfahrungen gesammelt, die in dieser simulierten Welt gemacht wurden. In der zweiten Kurshälfte wurden diese Texte in sprachlich getrennten Gruppen auf sprachliche Problemfelder und Fragen der Studenten hin untersucht und systematisiert. Karl, Betty, Paul I, Boris, Paul II und Theresia beginnen dieses Jahr ihr Studium an der Freien Universität Bozen. Sie haben in den letzten beiden Septemberwochen schon viel über ein mehrsprachiges Universitätleben gelernt, oder besser: sie haben voneinander gelernt, wie man es aufbauen kann.
Tirocinio presso l'area scientifica "Lingua e diritto"
Già da tempo quest'area dell'Accademia offre la possibilità a studenti universitari di effettuare tirocini. Questi sono prevalentemente impostati sull'elaborazione di schede terminologiche italiano-tedesche inerenti a vari ambiti del diritto, lavoro di primaria importanza per la normazione del linguaggio giuridico tedesco in Alto Adige. Durante il mio tirocinio mi sono occupata della terminologia italiana del fallimento, con particolare riferimento alla realtà tedesca in Alto Adige, confrontandola con la realtà germanica e analizzando così le differenze terminologiche e giuridiche tra la disciplina italiana e tedesca in questa materia. In alcuni casi, date le differenze giuridiche e quindi anche terminologiche tra i due ordinamenti, è stato necessario fornire delle proposte di traduzione tedesche per l'Alto Adige, se si trattava di un termine italiano non presente nell'ordinamento tedesco, metodo fra l'altro adottato normalmente nel lavoro terminologico svolto dall'Accademia Europea.
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