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Deutsche Politik entdeckt Europäische Akademie Bozen als Kompetenz-Zentrum
Academia Nr: 21 (Dezember - März / dicembre - marzo 2000)


Prof. Joseph Marko sprach am 27. Oktober in Berlin vor dem Deutschen Bundestag über die Lage in Bosnien-Herzegowina

Darf die Politik im Asylverfahren alle Flüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina gleich behandeln? Oder müßte vielmehr nach Herkunftsregionen unterschieden werden? Wird das Staatskonstrukt Bosnien– Herzegowina Bestand haben oder ist es als Kunstprodukt bereits dem Untergang geweiht? Serben, Kroaten und Bosnier in Bosnien-Herzegowina: drei gleichberechtigte Einheiten? Oder doch nicht? Welche Entität stützt das Gebilde von Dayton und welche liebäugelt mit seiner Beseitigung? Ist Bosnien ein Rechtsstaat oder existieren die Menschenrechte nur auf dem Papier? Welche Institutionen sollen letztere garantieren? Welche Rechtsgrundlagen existieren und welches Recht kommt in der Judikatur zur Anwendung? Werden Urteile denn überhaupt vollzogen? Kommt ein einzelner kriegsgeplagter Heimkehrer in Bosnien- Herzegowina je zu seinem Recht?

Alles Fragen, die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Menschenrechte an Professor Marko, Vizepräsident des Verfassungsgerichtes in Bosnien-Herzegowina und Bereichsleiter an der Europäischen Akademie Bozen, stellten. Die meisten Abgeordneten in diesem neuen Ausschuß des Deutschen Bundestags sind gleichzeitig Mitglieder im Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten. Für eine entsprechende Vorbildung des Auditoriums war somit gesorgt. In einem halbstündigen Referat wurden die Abgeordneten über die aktuelle Lage in Bosnien aus der Sicht des Universitätsprofessors und Internationalen Richters informiert. Danach erfolgte eine angeregte Diskussion. Die Idee, Prof. Joseph Marko nach Berlin in den Bundestag zu laden, stammt von Claudia Roth, der Ausschußvorsitzenden sowie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin a.D. Die Wortmeldung eines Parlamentariers mag beispielhaft den Erfolg der Veranstaltung darstellen: „Wir sollten öfters Leute zu Lageberichten einladen, die auf so ideale Weise wissenschaftlichen Wissenshintergrund und konkrete Praxiserfahrung vereinen".

Vor der Sitzung im Ausschuß präsentierten Professor Marko und Dr. Werner Stuflesser, Präsident der Europäischen Akademie, das von Professor Marko herausgegebene Buch „Gordischer Knoten Kosovo/ a – Durchschlagen oder Entwirren?" (vgl. S.7). Die Buchpräsentation fand in der Parlamentarischen Versammlung vis-à-vis des historischen Reichstagsgebäudes statt. Professor Marko, einer der führenden Balkan Experten, hielt zur Thematik des Buches ein Impulsreferat. „Ob in Slowenien, Kroatien, Bosnien oder jetzt im Kosovo/a: im letzten Jahrzehnt sind die internationalen Vermittler den Konflikten auf dem Balkan immer hinterhergehinkt. Statt nach langfristigen Lösungen zu suchen, hat man sich darauf beschränkt, einzelne Brandherde zu löschen". Die Studie soll einen Überblick über die Situation am Balkan geben. „Komplex aber nicht ausweglos", so sein Fazit. Eine Lösung für die langfristige Sicherung des Friedens sieht Marko in der schrittweisen Integration der Balkanländer in die EU. Nur durch eine aktive Balkan-Politik der EU besteht Hoffnung für eine Demokratisierung des Balkans.

Gabriel v. Toggenburg, Joseph Marko, Werner Stuflesser zu Besuch im Deutschen Bundestag in Berlin



L'Accademia Europea di Bolzano ha presentato il libro sul Kosovo al Bundestag di Berlino
Su invito di Claudia Roth, Presidente della Commissione parlamentare per i diritti umani del Bundestag, e di Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ex ministro federale, il prof. Joseph Marko, curatore dello studio, e Werner Stuflesser, Presidente dell'Accademia Europea, hanno presentato il 27 ottobre al Bundestag di Berlino il libro "Gordischer Knoten Kosovo/a". Lo studio dell'Accademia Europea analizza le cause del conflitto e le sue possibili soluzioni, che l'autore ritiene "difficili ma non impossibili". La mediazione internazionale ha sempre fallito nei conflitti balcanici, dalla Slovenia alla Croazia, dalla Bosnia al Kosovo, perché ha sempre cercato di spegnere incendi già scoppiati invece di prevedere soluzioni di lungo periodo. Oggi è il momento di pensare a scenari futuri in un contesto di pacificazione, e l'ipotesi più realistica appare quella di una graduale integrazione dei paesi balcanici nell'Unione europea. Solo così è pensabile una democratizzazione di quell'area. Durante la visita a Berlino il prof. Marko, direttore dell'area "Minoranze e autonomie regionali" dell'Accademia Europea e Vicepresidente della Corte costituzionale della Bosnia-Erzegovina, ha partecipato anche ad un'audizione presso la Commissione per i diritti umani del Parlamento tedesco.


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