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 Academia 22 
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Master für Gemeindesekretäre
Academia Nr: 22 (März - Juni / marzo - giugno  2000)

von Anton Geiser

Mit der Welt des Arbeitnehmers allgemein befindet sich auch das Berufsbild des Gemeindesekretärs im Umbruch. Flexibilität, Führungsfähigkeit, ziel- und leistungsorientiertes Handeln, sowie fachliche Qualifikation werden zur großen Herausforderung. Für die erste Führungskraft einer Gemeinde, dem Gemeindesekretär, besteht Handlungsbedarf um dieser Entwicklung rechtzeitig begegnen zu können. Der Verband der Gemeindesekretäre Südtirols verfolgt mit Interesse diese Reformbewegung und ist davon überzeugt, dass eine berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung vor allem auch für die Gemeindesekretäre eine unverzichtbare Notwendigkeit darstellt. Dieser Ansicht ist auch der Südtiroler Gemeindenverband.

Auf der Suche nach einem geeigneten Partner für die berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung wurden Kontakte mit der Europäischen Akademie Bozen geknüpft. Das erste angestrebte Ziel war, einen Lehrgang auf universitärer Basis vorzubereiten um gleichzeitig mit der Weiterbildung die Ablegung von Prüfungen mit akademischer Anerkennung zu ermöglichen. Durch eine regionale Übergangsbestimmung sind derzeit immer noch über 50% der Gemeindesekretäre Nichtakademiker und somit stellt die universitäre Anerkennung einen wesentlichen Anreiz dar, sich einer eingehenden und tiefgreifenden Ausbildung zu stellen. Die Wirtschaftsfakultät der Universität Trient hat dieses Projekt auf Anhieb als Chance der Erneuerung auch aus der Sicht des Universitätsbetriebes gesehen und in einer für einen öffentlichen Betrieb fast einmaligen Unkompliziertheit innerhalb kürzester Zeit einen Sonderlehrgang spezifisch für die Berufsgruppe der Gemeindesekretäre ausgearbeitet und vorgestellt. Nach der Aneignung des erforderlichen theoretischen Grundwissens, sind wissenschaftliche Arbeiten auf dem Sachgebiet der Gemeindeordnung und des Finanzwesens der Gemeinden geplant. Professoren und Gemeindesekretäre können sich dabei ergänzen. Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertretern des Gemeindenverbandes, der Universität, der Europäischen Akademie und des Verbandes der Gemeindesekretäre wird den Fortgang des 3jährigen Lehrganges mit Interesse verfolgen. Insgesamt 22 Gemeindesekretäre haben sich dieser Herausforderung gestellt mit dem angestrebten Ziel, das Doktorat in Wirtschaftswissenschaften zu erlangen. Sie haben einen mühevollen Weg mit vielen Opfern vor sich, der nur mit ihrem Interesse an der Arbeit in der Gemeinde zu erklären ist, da damit keine besoldungsmäßigen oder andere wirtschaftliche Vorteile verbunden sind !

Parallel zum Hochschullehrgang sind getrennte Ausbildungsmodule auch für jene Gemeindesekretäre geplant, die nicht am Lehrgang teilnehmen. Mit dieser Ausbildungsoffensive erwartet man sich, dass die vom staatlichen und regionalen Gesetzgeber vorgesehene Reform der Gebietskörperschaft "Gemeinde" und deren Wirken zum Wohle der Allgemeinheit rasch und gekonnt umgesetzt werden. Der Gemeindesekretär kann somit dem Bürgermeister qualifiziert und gut vorbereitet bei der Bewältigung der vielseitigen Erfordernisse der Verwaltungstätigkeit zur Seite stehen. Der Gemeindesekretär muss seiner von der Gemeindeordnung definierten Rolle als erster und unverzichtbarer Mitarbeiter des Bürgermeisters gerecht werden können. Er soll die Voraussetzungen und die Kenntnisse besitzen, als Geschäftsführer der Gemeinde und als deren Rechtsberater zu wirken. Das ist schließlich das Hauptziel der angestrebten Aus- und Weiterbildung.

Für die Organisation des Hochschullehrganges gebührt Dank und Anerkennung der Europäischen Akademie, dem Südtiroler Gemeindenverband und vor allem der Wirtschaftsfakultät der Universität Trient mit Rektor Prof. Zaninotto und Prof. Cerea an der Spitze. Es bleibt zu wünschen, dass die eingeschriebenen "Studenten" diesen schweren Weg zu Ende führen, und dass sie danach das zusätzlich angeeignete Wissen zum Wohle der Gemeinden einsetzen können.

Dr. Anton Gaiser,
Präsident des Verbands der Gemeindesekretäre Südtirols

Der Gemeindesekretär
Dass er viel zu tun hat, wissen viele. Aber was das so im einzelnen ist wenige. „Er ist halt ein wichtiger Mann (in Südtirol gibt es nur xx wichtige Frau in der Gemeinde) in der Gemeinde!" Tatsächlich ist das Wort Sekretär(in) etwas irreführend, handelt es sich doch um den leitenden Beamten (die leitende Beamtin) der Gemeinde. Gemeindemanager(in) oder Gemeindedirektor(in) würde da schon eher passen, wenn man seine (ihre) Aufgaben näher betrachtet:
  • leitet das Personal,
  • koordiniert alle Gemeindeämter und Körperschaften,
  • ist für die Durchführung von Maßnahmen verantwortlich,
  • ist Sachbearbeiter von Beschlüssen,
  • unterzeichnet die im Interesse der Gemeinde abgeschlossenen Verträge,
  • erledigt die ihm vom Bürgermeister (-in gibt's in Südtirol auch nur nats Schabs und Unsere liebe Frau im Walde St. Felix xx) übertragenen Aufgaben.......
  • Ein Fulltime-Job, bei dem einiges abverlangt wird. Mit einem Master für Gemeindesekretäre bietet die Uni Trient in Zusammenarbeit mi tder Europäischen Akademie Bozen einen einmaligen Spezialisierungslehrgang für eben diese Berufssparte.


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