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 Academia 23 
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Forschung zahlt sich aus!
Academia Nr: 23 (Juli / luglio  2000)


Mit Finanzbeiträgen in Höhe von 300 Millionen Lire gehörte die Stiftung Südtiroler Sparkassen im letzten Jahr mit zu den wichtigsten Sponsoren der Europäischen Akademie Bozen. Warum die Akademie ihr Geld wert ist, darüber berichtet Stiftungspräsident Hans Rubner.

Academia: Die Südtiroler Sparkassenstiftung ist v.a. in den Bereichen Kultur, Bildung, Kunstgüter und Soziales aktiv. Aber auch der Wissenschaft und Forschung fließt ein Anteil der Stiftungsgelder zu. Warum wissen nur wenige davon?
Rubner: Wissenschaftsförderung betreibt die Sparkassenstiftung schon seit langem, allerdings in einer Form, die weniger an die Öffentlichkeit getragen wurde. Forschung eignet sich halt nicht so sehr für Öffentlichkeitsarbeit. Ihr Nutzen für die Gesellschaft ist nicht immer unmittelbar ersichtlich, im Gegensatz z.B. zur Unterstützung des Vereins von Krankenhausclowns. Forschung bringt langfristige Marktvorteile für ein Land wie Südtirol. Deshalb ist es wichtig, in Wissenschaft zu investieren und die Öffentlichkeit über den Nutzen dieser Investition aufzuklären.

A:Welche Investitionen in die Wissenschaft hat die Sparkassenstiftung getätigt?
R:Die Stiftung hat im vergangenen Jahr zwei Südtiroler Assistentenstellen an der Universität Innsbruck finanziert. Z.z. unterstützen wir ein Forschungsprojekt, das die Laimburg in Kooperation mit dem Mikrobiologischen Institut der Universität Innsbruck durchführt. Bei dem Projekt, das demnächst abgeschlossen sein wird, geht es um die Regeneration verseuchter Böden durch den Einsatz von Mikroorganismen. Die Stiftung finanziert zur Gänze die Universitätsbibliothek der Freien Universität Bozen. Um nur einiges zu nennen.

A:Im letzten Jahr hat die Südtiroler Sparkassenstiftung die Europäische Akademie Bozen mit rund 300 Millionen Lire unterstützt. Welche Akademie-Projekte finanziert die Stiftung?
R: Projekte mit lokalem Bezug! Das Geld wurde in Südtirol verdient und gespart, also soll es auch der hiesigen Bevölkerung zu Gute kommen.
An der Akademie unterstützen wir mit der genannten Summe die Projekte Regionalentwicklung Gröden 2005, Kirchenheizung und Expo Tourismusschule. Weiters hat die Stiftung einen finanziellen Beitrag zur Dolomiten-Akademie Tagung Minderheitentagespresse vergangenen Mai geleistet und finanziert zwei Lehrstühle im Bereich „Minderheiten und regionale Autonomien". A:Welchen lokalen Nutzen kann ein „Südtiroler Sparer" in der Finanzierung zweier Lehrstühle sehen?
R:Die beiden Akademie Professoren Joseph Marko und Sergio Ortino leisten viel für Südtirol im Bereich der Minderheiten-, Autonomie- und Regionalforschung. So soll z.B. unter ihrer Leitung in den nächsten Jahren an der Europäischen Akademie Bozen die größte elektronische Minderheitendatenbank Europas entstehen. Eine wichtige Dienstleistung nicht nur für Südtirol sondern für ganz Europa.

A:In diesem Fall geht das lokale Interesse in ein internationales über?
R:Ja, und das ist gut so. Als Südtiroler sind wir ja quasi moralisch verpflichtet, anderen Minderheiten in Europa, denen es nicht so gut geht, beratend zur Seite zu stehen. Was langfristig gesehen wiederum einen entscheidenden Vorteil für das Bild Südtirols nach außen bringt. Mit einer solchen Minderheitendatenbank werben wir für Südtirol als ein weitsichtiges, engagiertes Land, das sich aktiv für Minderheitenschutz und friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Sprachgruppen einsetzt. Themen, die im zusammenwachsenden Europa zunehmend an Bedeutung gewinnen.

A:Wird die Sparkassenstiftung künftig also vermehrt in die Wissenschaft investieren und darüber auch berichten?
R:Die Absicht besteht, aber mit der neuen Gesetzeslage sollen öffentliche Stiftungen innerhalb der nächsten vier Jahre wieder in private übergehen. D.h. wir werden nicht mehr Hauptaktionär der Südtiroler Sparkasse sein, was unseren Finanzhaushalt beeinträchtigen könnte. Sowie das neue Statut ausgearbeitet sein wird, wird das neue statutarisch vorgesehene Organ die bisherig geleistete Forschungsarbeit überprüfen. Dann wird dieses Organ entscheiden, welche Investitionen sich bezahlt gemacht haben und deshalb weiterhin getätigt werden sollen, welche nicht.
So einfach ist das.

Das Interview führte Sigrid Hechensteiner

Die Sparkassenstiftung finanziert u.a. zwei Lehrstühle an der Akademie: jenen von Prof. Sergio Ortino (Zweiter v.l.) und jenen von Prof. Joseph Marko (Fünfter v.l.). Stiftungspräsident Hans Rubner (Vierter v.l.) bei der Scheckübergabe


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