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Bergwiesen mähen oder auflassen? Academia Nr: 23 (Juli / luglio 2000)ULRIKE TAPPEINER, ERICH TASSER Dieser Frage ist ein internationales Forscherteam auf den Grund gegangen. In Berggebieten, von Schottland über die Alpen bis hin zu den Pyrenäen, wurde von 60 Wissenschaftler analysiert, was es für Folgen für die Umwelt hat, wenn sich die Landnutzung ändert.
Die Ergebnisse des internationalen Forschungsprojektes sind nun in der Reihe des Fachbereiches "Alpine Umwelt" im Blackwell Wissenschafts-Verlag publiziert. Das Projekt wurde von der EU gefördert.
Änderungen der Landnutzung beeinflussen die Landschaft Die internationalen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft ändern sich massiv – und mit ihnen die Landnutzung. Gerade in den ökologisch sensiblen, aber für die Agrarproduktion ungünstigen Berggebieten, ist ein massiver Wandel in der Landnutzung im Gange. Die ökologischen Folgen dieses Wandels waren bisher kaum untersucht. Die Veränderungen in der Landschaft sind aber in einigen Berggebieten Europas schon deutlich sichtbar. So setzte in den spanischen Pyrenäen, genauso wie in den Westalpen, oder auch im Friaul und in Slowenien die Landflucht schon vor Jahrzehnten ein: In manchen Gebieten sind heute fast alle Höfe aufgelassen. Viele ehemals offene, bewirtschaftete Flächen hat sich daher wieder der Wald zurückerobert. Dies hat nicht nur ästhetische Konsequenzen für die Landschaft, sondern beeinflußt auch die Struktur, Funktion und Stabilität der betroffenen Ökosysteme.
Vorteile internationaler Kooperationen Das Zusammenwirken vieler Fachleute aus verschiedenen Disziplinen und Ländern bot die Möglichkeiten, zahlreiche neue wissenschaftliche Untersuchungsmethoden zu entwickeln und erstmals zu erproben. Zur Anwendung kamen Simulationen am PC, mit deren Hilfe beispielsweise die Landschaftsveränderung durch unterschiedliche Nutzungsszenarien (z.B. großflächige Nutzungsauflassung, Intensivierung,...) dargestellt wurden. Der Vergleich der Untersuchungsergebnisse aus dem Schottischen Hochland, den spanischen Pyrenäen, der Schweiz und aus Südtirol erlaubte es zudem, allgemein gültige Ergebnisse von lokalen Aspekten zu trennen. Damit konnten auch wertvolle Hinweise für eine umweltgerechte Agrarpolitik gegeben werden
Bewirtschaftung und Ökologie Die wichtigsten Ergebnisse von ECO-MONT: Zwischen der Vegetation und der aktuellen Bewirtschaftung bzw. den Jahren, seit eine Fläche aufgelassen wurde, gibt es einen deutlichen Zusammenhang. Dadurch können je nachdem, welche Vegetation in ehemals bewirtschafteten Gebieten vorhanden ist, Rückschlüsse auf die Bewirtschaftungsart und –intensität gemacht werden. Dies dürfte besonders für ein zukünftiges Monitoring (Überwachung) im Bezug auf Förderungsmaßnahmen interessant sein. Die höchste Artenvielfalt (Biodiversität) wurde auf traditionell bewirtschafteten Flächen gemessen. Sowohl die Intensivierung, als auch die Brachlegung führt zu einer Verminderung der Biodiversität. Dies bedeutet, dass bei zukünftigen Fördermaßnahmen besonders darauf geachtet werden sollte, dass die traditionellen Nutzungsformen – trotz bzw. gerade wegen der geringen Rentabilität – gefördert werden. Im ECOMONT – Untersuchungsgebiet „Waltner Mähder" im Passeiertal konnte gezeigt werden, wie sehr sich die Bewirtschaftung auf den Boden auswirkt. Stark gedüngte Wiesen weisen neben hohen Nährstoffkonzentrationen auch höhere Bodenverdichtungen und geringere Wasserversickerungsraten auf. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung des oberflächlich abfließenden Wassers und einem vermehrten Bodenabtrag. Somit kann die Wildbachgefahr bei Gewitterniederschlägen steigen. Andererseits kommt es aber auch bei Brachlegungen zu ähnlichen Vorgängen, wobei dafür aber die Versauerung des Bodens durch den hohen Pflanzenabfall verantwortlich ist. Die Durchwurzelungsdichte der Böden verändert sich ebenfalls durch die Bewirtschaftung. Die höchste Durchwurzelung trifft man auf traditionell bewirtschafteten Flächen (bis zu 90km/m2 Bodenoberfläche) an. Die Dichte nimmt sowohl bei einer Intensivierung als auch bei einer Brachlegung ab, was wiederum zu einer geringeren Bodenstabilität führt. Sowohl auf intensiv genutzten Flächen als auch teilweise auf brachgelegten Flächen bricht somit der Boden unter bestimmten Umständen (etwa bei Gewitterereignissen oder während der Schneeschmelze) leichter ab. Durch das Auflassen von Flächen kommt es zu einer Erhöhung des Risikopotentials. Das Schneegleiten und damit auch die Lawinengefahr nehmen zu. Daneben kommt es auch zu einer Erhöhung des Erosionsbereitschaft durch Rutschungen. Dies bedeutet jedoch nicht, daß alle aufgelassenen Flächen gefährdet sind. Dies trifft nur zu, wenn bestimmte Standortbedingungen (z.B. einer Hangneigung zwischen 30-40°, N-NO- Hang, feuchte Bodenverhältnisse und stark verstrauchte Vegetationsdecke) vorhanden sind. Die ECOMONT- Forschungserkenntnisse können somit helfen, frühzeitig Gefahren zu erkennen und einzudämmen.
ULRIKE TAPPEINER / ERICH TASSER Europäische Akademie Bozen Alpine Umwelt ulrike.tappeiner@eurac.edu erich.tasser@eurac.edu
La coltivazione dei pascoli riduce il rischio di erosione
Lo spopolamento e l'abbandono dei territori montani non incide soltanto sul paesaggio, ma ha conseguenze notevoli anche a livello ecologico. Nell'ambito del progetto internazionale ECOMONT, sovvenzionato dall'Unione Europea, in varie aree montane - dalle montagne scozzesi alle Alpi, fino ai Pirenei - circa 60 scienziati hanno collaborato per tre anni per studiare in dettaglio le conseguenze ecologiche dovute ai cambiamenti di sfruttamento del territorio. Poiché le zone montane sono ambienti caratterizzati da un'elevata sensibilità ecologica, i cambiamenti evidenziati a livello territoriale si ripercuotono anche sulla struttura, funzione e stabilità degli ecosistemi. Grazie a simulazioni al calcolatore, per esempio, si è potuto studiare possibili variazioni del paesaggio ad es. a seguito di un abbandono massiccio del territorio o di una intensificazione di colture, etc. Da questi studi è risultato che l'abbandono di superfici coltivate influenza non solo la biodiversità, il tipo di associazioni vegetali, le caratteristiche del suolo ed il ciclo idrologico, ma anche la stabilità del terreno. Quest'ultimo fattore è fondamentale per lo studio preventivo di fenomeni erosivi, slittamenti nevosi e di slavine. I risultati della ricerca possono quindi servire a riconoscere a priori e a minimizzare il più possibile i rischi potenziali, nonché fornire un utile contributo per una politica agraria ecocompatibile. L'approccio innovativo elaborato nell'ambito di questa ricerca pluriennale ora viene pubblicato, insieme ai risultati principali, nella collana dell'area "Ambiente alpino" della casa editrice Blackwell.
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