Die Entwaffnung der IRA - Ein Stolperstein auf dem Weg zum FriedenSunday, Bloody Sunday, alle kennen das Lied der irischen Popgruppe U2. „I can' t believe the news today. Oh, I can't close my eyes. And make it go away!" Am 30. Januar 1972, dem Bloody Sunday, sind in Londonderry 13 Menschen von britischen Soldaten erschossen worden. Ins-gesamt hat der Nordirlandkonflikt rund 3.600 Menschenleben gefordert. Die Entwaffnung der IRA ist im Streit zwischen pro-irischen Katholiken (Nationalisten) und den der britischen Krone treuen Protestanten (Unionisten) einer der wichtigsten Teilaspekte. Doch auch innerhalb der Protestanten führt dieser Knackpunkt zu einer Spaltung und wird immer wieder als Argument für die Unfähigkeit des politischen Widersachers herangezogen. Wer ist der Führer der Protestanten: David Trimble von der UUP (Ulster Unionist Party) oder Ian Paisley von der DUP (Democratic Unionist Party), der sich ganz klar und deutlich gegen das von Trimble ausgehandelte Good Friday Agreement (siehe Kasten) positioniert?
Ursprünglich wollte Trimble keine Verhandlungen mit Sinn Fein eingehen, solange die IRA ihre Waffen nicht niedergelegt hatte. Im Juli 1997 erneuerte die IRA lediglich ihre Waffenstillstandserklärung.
Daraufhin begann Trimble Gespräche mit Sinn Fein, trotz interner Widerstände. Immerhin konnte er noch 68% der Protestanten von seiner Strategie überzeugen. Der Rest war nicht bereit, mit „nicht reuigen Terroristen" zu verhandeln. Paisleys DUP boykottierte die Verhandlungen. Während der Gespräche zwischen Sinn Fein und David Trimble sollte schließlich die IRA damit beginnen, ihre Waffen niederzulegen. Sinn Fein distanzierte sich jedoch von der IRA: Die Partei habe keinen Einfluss auf die paramilitärische Organisation, da sie nicht deren Sprachrohr sei. Die Entwaffnung habe also nichts mit Sinn Fein zu tun. Trotz dieser negativen Vorzeichen führten die Verhandlungen im April 1998 zum Good Friday Agreement, dem in einer Abstimmung im Mai 71% der Nordiren und 94% der Iren zustimmten. In einer Stellungnahme zu dieser Vereinbarung betonte die IRA, dass sie nicht beabsichtige, ihre Waffen niederzulegen.
Als die UUP zusammen mit Sinn Fein in die nordirische Regierung (Executive) eintrat, versprach Trimble im Februar 2000 das Fortschreiten der Entwaffnung der IRA überprüfen zu wollen und drohte im Falle der Untätigkeit mit seinem Rücktritt als Erster Minister. Bis zum Februar wurde nicht einmal mit der Entwaffnung begonnen. Um Trimbles Rücktritt und somit Neuwahlen zu verhindern wurde sowohl die nordirische Versammlung (Assembly) als auch das Executive ausgesetzt. Bei einer Abstimmung im April dieses Jahres entschieden sich nur mehr 53% der UUP für eine Rückkehr in die Assembly. Trimble verliert kontinuierlich an Zustimmung. Sein Bemühen um Dialog mit dem politischen Arm der IRA und seine Nachgiebigkeit in der Frage der Entwaffnung könnten zu seinem politischen Verhängnis werden.
Am vergangenen 15. Juni besuchte Prof. Antony E. Alcock, Professor für Europäische Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Ulster, die Europäische Akademie Bozen, um während eines Workshops über die letzten Entwicklungen im Friedensprozess in Nordirland zu diskutieren. Prof. Alcock hat sich in seinen Publikationen außerdem ausgiebig mit der Südtirolproblematik auseinandergesetzt.
EMMA LANTSCHNER
Europäische Akademie Bozen
Minderheiten und regionale Autonomien
emma.lantschner@eurac.eduIl conflitto nordirlandese
Il 30 gennaio 1972, passato alla storia come 'Bloody Sunday', tredici cittadini irlandesi furono uccisi da soldati britannici a Londonderry. Da allora il conflitto irlandese è costato la vita a 3.600 persone. La smilitarizzazione dell'IRA – prevista dal Good Friday Agreement firmato dalle parti nel 1998 – è a tutt'oggi uno dei punti nodali che vedono contrapposti i cattolici nazionalisti ai protestanti unionisti. Le divisioni sono però anche interne alle fazioni. Chi è il vero capo dei protestanti? David Trimble della UUP (Ulster Unionist Party), che ha firmato l'accordo del '98, oppure Ian Paisley della DUP (Democratic Unionist Party), che all'accordo si oppone?
Il professore di storia Antony Alcock ritiene che le prospettive per il futuro dell'Irlanda siano tutt'altro che rosee. Se fallirà il Good Friday Agreement, ciò demoralizzerà gli unionisti e farà arrabbiare i cattolici. Il test più importante sarà quello delle prossime elezioni amministrative (local elections) a maggio, alle quali parteciperanno anche i partiti d'opposizione intorno a Ian Paisley per l'estrema destra e l'ala armata di Sinn Fein per l'estrema sinistra. Se dovessero uscire vincitori, tutti gli sforzi di pace sarebbero stati inutili.
The Good Friday Agreement
The Agreement of 1998 recognises the „opportunity for a new beginning" and the need for „reconciliation, tolerance and mutual trust." It recognises that: