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alpentravel.com Academia Nr: 24 (September / settembre 2000)JAN VON TROTT Hinter dieser Internet-Site kann sich bald schon ein Infonetzwerk über den Alpentourismus verbergen. Verbunden mit einem einheitlichen Computerreservierungsystem können alle Angebote direkt am Bildschirm gebucht werden.
Der Ferienkatalog vom Kalterersee in Südtirol macht so richtig Lust auf Urlaub. Bilder von sanft-hügeligen Weinbergen, wohlgelaunten Badegästen, Radfahrern und Wanderern, einem netten Dreisternehotel mit Geranienbalkon zu erschwinglichen Preisen, was will man mehr. Und schließlich war der Nachbar im Vorjahr auch schon dort. Für Herrn Meier aus Berlin steht fest: in diesem Jahr geht's an den Kalterersee. Gebucht wird im Reisebüro. Jörn, ein 22-jähriger Medizinstudent aus Berlin, will sich den Gang ins Reisebüro ersparen. Der begeisterte Mountainbiker surft schon seit Stunden im Internet. Er sucht nach einem tollen Angebot in den Alpen, findet aber kaum was passendes. Schließlich stößt er eher zufällig auf ein verlockendes Ferienangebot auf Kreta. „Wird's halt ein Badeurlaub. Auch egal!" Schade nur für den Alpentourismus. Im Zeitalter der Internetrevolution wird es immer mehr WWW-Touristen wie Jörn geben und immer weniger Herr Meiers, die ihren Urlaub aus dem Katalog oder im Reisebüro buchen. Wer also „nicht drinnen ist", wird nicht mehr gebucht. Doch auch der Vertrieb im Internet gestaltet sich nicht so einfach. Internet-Angebote machen sich eigentlich erst bezahlt, wenn sie über ein umfangreiches Infonetzwerk verfügen, über das der Kunde schnell zum erwünschten Urlaub findet, der dann auch noch direkt per Mausklick buchbar ist. Ein solches Netzwerk aufzubauen und zu bewerben ist für einzelne Feriendestinationen viel zu kostspielig. Die Lösung für den alpinen Tourismus wäre ein gemeinsames alpenländisches Netzwerk von mehreren Destinationen. Ansonsten droht der Alpenraum auf längere Sicht mit seinen unwirtschaftlichen Reservierungssystemen auf der Strecke zu bleiben.
Herkömmliche Unwirtschaftliche Reservierungssysteme Fast jede mittlere oder größere Feriendestination unterhält heute ein eigenes Computerreservierungssystem. Die Buchungszahlen, die über diese Systeme erzielt werden, sind völlig jenseits aller wirtschaftlichen Betrachtung. Auch in großen Destinationen. Legt man in einer Vollkostenrechnung alle Kosten der Reservierungssysteme auf die einzelnen tatsächlich generierten Buchungen um, so übersteigen oft die Kosten je Buchung den Wert der vermittelten touristischen Leistung selbst. Andererseits verfügen die meisten der Reservierungssysteme weder über direkten Zugang in die Reisebüros in den wichtigsten Quellmärkten noch über Minimalfunktionen wie Vollinkasso und Abrechnung. Sehr hohe Investitionen und laufende Kosten werden hier ohne nennenswertes betriebswirtschaftliches oder volkswirtschaftliches Ergebnis verausgabt.
Bedeutung der Internetrevolution für den Vertrieb Gerade im Alpenraum wird von vielen – gerade modern orientierten – touristischen Leistungsanbietern und Destinationen das Internet oft als das Allheilmittel für den Tourismusvertrieb gesehen. Eine aufwendig gestaltete Homepage, auf der es „flashed" und „animiert" – und schon werden die Gäste direkt buchen und lästige Mittlerprovisionen fallen weg, so die Hoffnung. Das aber ist ein Trugschluss und wird immer eine Illusion bleiben. Nach der Pionierphase – wer die besten Ideen hatte, hatte den größten Erfolg – tritt der Tourismusvertrieb heute in die Oligopolphase - nur sehr große und leistungsfähige Anbieter können bestehen. Ständig neue Technologien und erhebliche Marketingmittel zur Bekanntmachung der Buchungs-Site verschlingen große Summen an Geld. Selbst mittelgroße Internet-Händler verausgaben heute leicht 50 Mio. DM Werbemittel pro Jahr für ihre Seite. Gleichzeitig bieten sie ein größeres Angebot als jedes einzelne Hotel oder jede einzelne Destination das je kann. Und so ziehen die Microsoft-Expedias, die travelocities, die travelchannel und wie sie alle heißen die explodierende Internet-Nachfrage nach touristischen Leistungen magnetisch an. Denn auch im Internet orientiert sich der Käufer an Marken, die erst gebildet werden müssen. Interessant, dass bei diesen großen des Marktes Angebote aus dem Mittelmeer zuhauf, aus dem Alpenraum aber fast nicht buchbar sind. Die klassische Gegnerschaft der Alpen zu Vermittlern und Veranstaltern setzt sich im Internet fort und wird sich bitter rächen. Die Masse wird das buchen, was am „Point of Sales*" buchbar ist. Für Homepages einzelner Hotels oder kleiner Destinationen bleiben da nur Krümel über.
Alpentourismus per Mausklick Tourismus verkaufen heißt Informationen verkaufen, weil das Produkt zum Zeitpunkt des Kaufs selbst nicht zu besichtigen ist. Das gilt letztlich auch für Stammkunden. Genau deshalb explodiert der Tourismusverkauf via Internet in den USA stärker als jede andere Branche. Diese Entwicklung wird auch Europa erreichen – mit nur 3 bis 5 Jahren Zeitverzug. Allerdings geht es hier nicht nur um Informationen, sondern um intelligente Informationen. Informationsmassen über Tausende verschiedener Homepages sind unintelligent, nicht schnell suchbar und werden vom Verbraucher nicht angenommen. Gefragt sind intelligente Informationen – also möglichst große Angebote auf einer Site, Preisvergleichsmöglichkeiten, Bilder, Videos, Event-Kalender zum Zielort und vor allem die sofortige Online-Buchbarkeit. All dies ist neben dem Kapitaleinsatz das wichtigste Mittel für den Erfolg einer touristischen Internet-Site. Und genau hier liegt die Chance von Destinationen im Alpenraum. Sie können ihre Destinationen hinsichtlich Kontingenten und Informationen im Internet verfügbar machen, d.h. „digitalisieren". Allerdings kann dies wirksam und wirtschaftlich nur betrieben werden, wenn beispielsweise mindestens 15 Destinationen aus der Schweiz, Österreich und Südtirol ein Netzwerk bilden. An dem Netzwerk sollte eine große private Firma (Computersystembetreiber, Telefonprovider oder ähnliches) mit Mehrheitsanteilen beteiligt werden. Dieses Netzwerk sollte ein einheitliches Computerreservierungsystem betreiben und eine gemeinsame Internet-Seite aufbauen und bewerben („alpentravel.com"). Dadurch kann die kritische Masse für den wirtschaftlichen Betrieb erreicht werden. Mit der Zeit werden mehr und mehr Destinationen hinzu kommen. Dennoch können die Destinationen – wenn sie es wünschen – ihre regionalen Homepages behalten, allerdings müssen und sollten sie ihre regionalen Reservierungssysteme einstellen, wodurch sie hohe Kostenersparnisse hätten. Die von den Destinationen digitalisierten Informationen werden an die gemeinsame Site abgegeben und von dieser selbst und durch Kooperationen mit Dritten, z.B. großen Internet-Händlern, vermarktet. Woher soll Expedia in den USA jemals einen Konzertkalender für St. Moritz, Bozen oder Lech erhalten? Diese Informationen sind, kritische Masse vorausgesetzt, vermarktbar. Mit diesen Voraussetzungen sollte es innerhalb von 2 bis 3 Jahren möglich sein, die Gewinn zu erreichen und danach deutliche Überschüsse zu erwirtschaften.
JAN VON TROTT Eventconsult eventconsult@t-online.de
Il turismo alpino via Internet
Vendere turismo significa vendere informazioni, perché al momento dell'acquisto il prodotto stesso si trova altrove. Ed è proprio questo il motivo per cui la vendita di pacchetti turistici via Internet è il settore in maggiore espansione negli Stati Uniti. Si può essere certi che questo trend raggiungerà presto anche l'Europa. L'utilizzo di Internet consente di mettere a disposizione del cliente 'informazioni intelligenti', cioè collegamenti a listini prezzi, immagini, video, calendari di manifestazioni delle mete turistiche. Ma non è tutto: cosa ancor più importante, tramite Internet si può prenotare il viaggio in pochi istanti, online. L'esperto di turismo Ian von Trott ritiene che anche il futuro del turismo alpino risieda nello sfruttamento di Internet. Ma attenzione! Non basta certo una semplice homepage per attirare maree di turisti. Il sine qua non dell'offerta turistica in rete è l'interconnessione intelligente di informazioni, che nel caso delle Alpi significherebbe creare una rete comune di almeno 15 destinazioni turistiche sparse tra Italia, Svizzera e Austria, collegata ad un sistema efficace di prenotazione computerizzata. Von Trott è certo che basterebbe già questo a mettere in moto la macchina del turismo via Internet. E ha già fatto registrare il nome del futuro sito: alpentravel.com
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