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Academia 9
 

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Bildungsoffensive und Universitätsreformen

von Gerwald Wallnöfer

Nicht nur in Südtirol sind die Universitäten wieder verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Das "Rubertigesetz" und die Reformpläne von Minister Berlinguer bringen einschneidende Veränderungen im italienischen Bildunssystem mit sich. Aber auch in anderen Europäischen Ländern werden zum Teil revolutionäre Reformen im Universitätsbereich diskutiert. Schlagwörter für diese Diskussionen sind: Effizienzsteigerung, Verbesserung des Qualifikations- und Forschungsstandes sowie Sparmaßnahmen und Reformen des institutionellen und organisatorischen Aufbaues, Internationalisierung und Einsatz von neuen Medien und Methoden. Der folgende Beitrag stellt keinen Versuch einer systematischen Analyse der bestehenden Systeme und Problemfelder dar, er soll vielmehr Anregungen für die Diskussion über eine innovative Hochschule in Südtirol bieten.

Utopia

Am Anfang eines neuen Unternehmens braucht es neben der pragmatischen Basis der Machbarkeit eine reale Utopie, d.h. eine Vorstellung des Erträumten und Gewünschten, die sich innerhalb der Möglichkeiten des Realisierbaren bewegt. Am Anfang dieser Visonen steht die Erfahrung mit einer unbefriedigenden Realität. Diese Erfahrung speist sich in Südtirol aus zwei Quellen. Einmal ist die Erfahrung eines Landes, das bisher ohne Universität und Forschungseinrichtungen auskommen mußte, mit allen daraus entstandenen Vor- und Nachteilen, bedeutsam. Zum zweiten spielt die Krise der Bildungssysteme und insbesondere der Universitäten in Italien und in anderen europäischen Ländern eine große Rolle. Aus vielerlei Gründen findet zur Zeit ein Umbruch und eine Neuorientierung statt, auf die wir nicht mit den alten Lösungen durch einfaches Delegieren eines Teiles unseres Bildungssystems an Einrichtungen außerhalb des Landes reagieren können.

Was soll Universitopia leisten?

Bevor wir uns damit beschäftigen können, wie eine innovative Univerität aussehen soll, ist es wichtig zu klären, was diese Universität leisten soll und welchen spezifischen Problemlösungsbeitrag sie für das Umfeld und die Zielgruppen bringen soll.

Effektivität und Effizienz

Die Vorstellung, daß man sich in der Jugend möglichst viel des gesamten der Menschheit verfügbaren Wissens aneignen soll und dann einen Vorrat für den Rest des Berufslebens besitzt, der höchstens noch gelegentlich aufgefüllt werden muß, war bis in die Neuzeit wahrscheinlich sinnvoll, da das verfügbare Wissen noch relativ überschaubar und in einzelnen Fachdisziplinen in seinen Grundlagen über Jahrhunderte hinweg Gültigkeit behielt. Die grundsätzliche Frage lautete also, wie weit ein Gelehrter in der Aneignung allen verfügbaren Wissens in den "septem Artes" kommen würde. Der Universalgelehrte, der in der Philosophie, den Naturwissenschaften und der Theologie unterwiesen war und eine der drei akademischen Berufe Priester, Jurist oder Arzt erlernt hatte, war das höchste Ziel der Studien. Nebenbei erfolgte die Ausbildung in einer Sprache, meist Latein, die in der gesamten abendländischen Welt von allen Akademikern verstanden wurde. Diese Situation hat sich radikal geändert, das verfügbare Wissen auch nur in Teilbereichen von Disziplinen vermehrt sich derart schnell, daß dessen laufende Aneignung nicht mehr möglich ist. An die Stelle des Universalwissens der Antike und des Spezialistentums der Neuzeit tritt zunehmend das Vermögen des Wissensmanagements, d.h. die Fähigkeit, neuen Wissensbestand systematisch aufzufinden, zu bewerten und den Transfer zur eigenen Forschung oder Anwendung zu schaffen. Nicht mehr die Speicherung von Wissensbeständen, sondern das Zurechtfinden in der Informationsflut und das Erlernen der dazu notwendigen Schlüsselqualifikationen ist gefragt.

Was bedeutet dies für die Effektivität von Bildungssystemen?

Effektivität bedeutet, daß wirklich wichtiges, für die entsprechende Zielgruppe verwertbares Wissen vermittelt wird. Dies kann mit dem klassischen Bildungsideal des umfassenden Wissens auf einigen Bildungsstufen durchaus erreicht werden - ich meine auf der Stufe der Grundausbildung, wo Enkulturation, Akkulturation und soziales Lernen elementar sind und auf der höchsten Stufe, die dem "Adlerblick" für Zusammenhänge und der Vertiefung philosophischer Bildung bis hin zur Beschäftigung mit metaphysischen Fragen dient -, nicht aber in jenen Bereichen des Bildungssystems, die derzeit in Europa und besonders in Italien im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Nämlich in den wirtschaftlich entscheidenden Bereichen der wissenschaftlich fundierten, praxisbezogenen Berufsausbildung an den Universitäten. Grundvoraussetzungen dafür, daß das Gelernte effektiv, d.h. nicht nur richtig und nachvollziehbar, sondern auch dem Ausbildungsziel entsprechend einsetzbar ist, sind daher: ständige Überprüfung der Ausbildungsziele und der Inhalte und zwar ganz gezielt und überprüfbar bezogen auf die jeweilige Bildungsstufe und Zielgruppe unter Einbeziehung von 'Feedbacks' durch die Abnehmer. Diese Forderungen mögen banal erscheinen, weil sie immer wieder erhoben werden. Was aber fehlt, ist die Fähigkeit oder der Wille, in den bestehenden, durchaus trägen Bildungsinstitutionen das nötige Instrumentarium für die Umsetzung zu entwickeln. Es gibt ineffektiv arbeitende Systeme, die zwar gut ausbilden, dies aber in Bereichen, wo kaum Nachfrage besteht. Das wichtigste Wissen muß außerhalb dieser Institutionen erworben werden. Es gibt ineffiziente Systeme, die mit großem Aufwand geringe Wirkung erzielen. In Italien z.B. schließen ca. 70% der Inskribierten das Studium nicht ab. Es gibt auch Systeme, die ineffektiv und ineffizient arbeiten. Das bedeutet, daß mit großem Aufwand Dinge gelehrt und gelernt werden, die kaum brauchbar sind. Dies dürfte auf die meisten Bildungsysteme zutreffen, weil es kaum eine systematische Beschäftigung mit Hochuldidaktik (der Auswahl des relevanten Stoffes) und Hochschulmethodik (wie wird das Wichtige wirkungsvoll vermittelt) gibt. Hinzu kommt, daß die Widerstände gegen eine transparente Evaluierung der Forschung und Lehre Fortschritte verhindern. Dadurch laufen die traditionsreichsten Einrichtungen Gefahr, in Formalismen und Machtkämpfe auszuarten.

Was kann getan werden?

Die Ziele der Ausbildung müßten klar und differenziert definiert werden. Die Strategie, möglichst viel in möglichst langen Schulzeiten, ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht zielführend. Es nützt wenig, viele Kilometer zurückzulegen, wenn man nicht weiß, wohin man will. Früher gab es nur einen Weg. Da die Strecke unendlich war, galt es, möglichst weit zu kommen. Heute sind alle Wege offen, ich muß aber wissen, auf welchem Weg ich eine möglichst weite Strecke zurücklegen will. Zunächst braucht es also einen Grundkonsens über die Ausgangslage und Zielsetzungen, damit die didaktisch-methodischen Entscheidungen und Maßnahmen wirksam und zielgerichtet sein können. Es braucht klarere Zieldefinitionen für die interne Ausgestaltung von Lehre und Forschung. Es bedarf aber auch einer transparenten Diskussion über Entscheidungsprozesse zur Planung und Errichtung von Bildungs- und Forschungsstrukturen. Da in der öffentlichen Diskussion bezüglich der Errichtung einer Universität in Südtirol lehr- und forschungsimminente Fragen gegenüber bildungs- und kulturpolitischen Ansichten eher im Hintergrund standen, werden im folgenden einige für Südtirol besonders bedeutende Rahmenbedingungen als Diskussionsanregung angeführt.

Kulturpolitsche Aspekte

  • Das kulturelle Überleben von Minderheiten hängt direkt von der Investition in Bildung und Kultur ab. Die kulturelle Vitalität muß auf der selbstbewußten Entwicklung und Erhaltung der entsprechenden Infrastrukturen gestützt sein.
  • Das allgemeine Bildungsniveau und die Anforderungen sind in den letzten Jahrzehnten ruckartig angestiegen. Was früher die Matura war, ist heute die erste Stufe der akademischen Ausbildung (Diplomstudien, Fachhochschulen u.s.w.). Der Kampf und Einsatz für die Kompetenzen in Schule und Berufsausbildung müssen konsequent fortgeführt werden, indem die Kompetenzen auf allen Bildungsstufen des Landes wahrgenommen werden können. Dann kann in Südtirol entschieden werden, mit wem und in welchem Ausmaß zusammengearbeitet wird.
  • Die europäische Entwicklung ist sehr weit fortgeschritten. Forschungseinrichtungen und Universitäten arbeiten eng zusammen. Südtirol ist noch ein unbeschriebenes Blatt auf der Landkarte. Eine internationale Zusammenarbeit ist nur zwischen jenen Institutionen möglich, die in den jeweiligen Staaten anerkannt sind. Innsbruck soll in diesem Rahmen mit Bozen zusammenarbeiten und nicht nur mit Trient.

Bildungspolitische Aspekte

Das vorrangigste bildungspolitische Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der eigenständigen Ausbildung im Rahmen der Autonomie, unter besonderer Berücksichtigung der Minderheitensituation in Südtirol. Dazu gehört die Heranbildung des akademischen Nachwuchses und der Führungskräfte für das Land. Durch die Reformen der letzten Jahre ist in Italien die Aufgabe der beruflichen Ausbildung in weiten Bereichen den Universitäten übertragen worden. Die berufliche Ausbildung ist ein Kernbereich des Bildungswesens und muß daher aus kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Gründen im Lande geplant und angeboten werden. Nur durch die zu errichtende Hochschule kann der Verlust eines ganzen Ausbildungssektors verhindert werden. Über die Erhaltung des Status quo hinaus sind in zwei Richtungen Akzente zu setzten, um den sich ständig verändernden Anforderungen im Ausbildungs- und Berufswesen zu entsprechen:

  • die zahlenmäßige Erhöhung der Absolventen in der tertiären Ausbildung;
  • die ständige und flexible Verbesserung der Ausbildungsqualität sowie die Entwicklung eines neuen Bildungsstranges zur lebenslangen Weiterbildung.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Identitätsbildung. Die Minderheiten müssen zur Wahrung ihrer Identität einen "Mehraufwand" im Kultur- und Bildungsbereich betreiben. Nicht nur die "staatstragenden Wissenschaften" wie Jurisprudenz und in weiten Bereichen die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bedürfen einer ständigen Reflexion und Hinterfragung unter den spezifischen Bedingungen der Minderheiten, sondern insbesondere auch die Bildungs- und Erziehungswissenschaften. Entgegen der landläufigen Meinung durchläuft das europäische Bildungswesen zur Zeit nicht einen linearen Prozeß der Vereinheitlichung, sondern eine Phase der gegenläufigen Entwicklungstendenzen. Es handelt sich hier auf der einen Seite um eine Vereinheitlichung in formaler Hinsicht, was Dauer und formale Regelungen der Ausbildungsstufen betrifft, und auf der anderen Seite um eine starke, länderspezifische Differenzierung betreffend Inhalte, Methoden und Grundausrichtung in den einzelnen Bildungsbereichen. Dies er- schwert unter anderem die lineare Übernahme von Wissen und Erkenntnissen aus anderen Ländern, natürlich auch aus Österreich. Auch unter der Annahme, daß alle Südtiroler in Österreich ausgebildet würden, muß die Transferleistung, d. h. die Übertragung des im Ausland erworbenen Wissens, hier im Lande unter den entsprechenden Bedingungen des italienischen Staates und dessen Institutionen erfolgen. Dies trifft auch für jene Südtiroler zu, die in Italien studiert haben. Diese können nicht ohne weiteres das zum Teil kultur- und landesspezifische Wissen direkt in und auf Südtirol anwenden. Schon allein die Erforschung und Bearbeitung von Transfererfordernissen könnten wissenschaftliche Einrichtungen in Südtirol rechtfertigen. Was für die Ausbildung zutrifft, gilt in noch stärkerem Maße für die Forschung. Das Forschungsinteresse ist immer kultur- und zeitabhängig. Der Import von anderswo erworbenem Wissen gibt nicht immer Antwort auf die brennendsten Fragen im eigenen Land. Dadurch ist der Entstehungs- und Verwertungszusammenhang von Wissen weitgehend abgekoppelt von der gesellschaftlichen Realität. Dies führt auf Dauer zu einem Bedeutungsverlust der Wissenschaften im betroffenen Land und zum Verlust der vitalen Identitätsbildung. Eine Grundannahme der bisherigen Bildungspolitik in Südtirol lautete: "Der wissenschaftliche Nachwuchs kann in Tirol alle für die Wahrung der kulturellen Identität erforderlichen Lernprozesse erfahren, eine Universität in Südtirol hingegen würde diese 'Nabelschnur' kappen und somit zu einem Verlust führen." Die in Italien studierenden Südtiroler sind dieser Annahme zufolge eine Minderheit, die für die Verwaltung und Wirtschaft wichtige, staatsspezifische Wissens- und Erfahrungsinhalte nach Südtirol bringen. Dabei muß billigend in Kauf genommen werden, daß ein Akkulturationseffekt erfolgt. Dieses System des labilen Gleichgewichts der Einflüsse funktioniert unter den geänderten Bedingungen aus mindestens zwei Gründen nicht mehr:

  • Die Zahl der akademisch auszubildenden Berufsbilder hat sich in Italien durch die Reformen der 90er Jahre schlagartig erhöht. Die unterschiedlichen Bildungssysteme lassen ein einfaches Delegieren der tertiären Ausbildung an Österreich nicht zu.
  • Die Studenten halten sich nicht an volkstumspolitische Ideale, sondern entscheiden nach anderen Kriterien wie: Anerkennung und damit Brauchbarkeit des Studientitels, Kosten, durchschnittliche Studiendauer u.ä..

Welches sind die bildungspolitischen Ziele?

  • Sicherung des akademischen Nachwuchses unter den geänderten Bedingungen;
  • Erhaltung und Ausbau des Bildungssystems in Südtirol;
  • verstärkte Anstrengungen im Bildungsbereich, damit die individuelle und kollektive Wettbewerbsfähigkeit auf dem sich internationalisierenden Arbeitsmarkt erhöht wird;
  • Vervollständigung des Bildungssystems in den Bereichen Fort- und Weiterbildung (lebenslanges Lernen, Umqualifikation, Nachqualifikation usw.);
  • Schaffen von universitären Angeboten, um im Lande deutschsprachige Antworten auf die sich laufend verändernden Anforderungen des italienischen Systems anbieten zu können;
  • Schaffung einer Hochschule zur Stärkung des Selbstbewußtseins und der kulturellen Identität Südtirols;
  • Vermittlung von ausreichender Ausbildung im Lande, damit die qualifiziertesten Arbeitsplätze in Südtirol von Einheimischen besetzt werden können;
  • Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen an der Universität in Südtirol, um einen zwar schwer meßbaren, dafür aber wichtigen


Einfluß auf das gesamte gesellschaftliche Leben und die kulturelle Entwicklung zu erreichen.

Welches sind die kulturpolitischen Ziele

In erster Linie ist es die Erhaltung und Förderung der kulturellen Vitalität des Landes und seiner Bevölkerung; aber auch die Förderung der Kompetenzen, um möglichst effizient agieren zu können. Dem unterschwelligen Konkurrenzkampf zwischen der italienischen und der deutschen Kultur im Lande steht die Entwicklung eines faktischen Dritten gegenüber. Dieses dritte Element, das aus der täglichen Notwendigkeit der Lösungssuche in einem dreisprachigen Land entspringt, soll verstärkt zum Gegenstand von Forschung und akademischer Auseinandersetzung werden. Dadurch werden einer Polarisierung, die längerfristig zu einer Assimilierung vor allem in weiten Bereichen der Alltagskultur an die Staatskultur führen wird, konstruktive und kreative Impulse entgegengesetzt. Der souveräne und selbstsichere Umgang mit mehreren Kulturen und Sprachen würde die Südtiroler von den Italienern des übrigen Staatsgebietes und von den deutschsprachigen Nachbarn unterscheiden. Wird dies als Gefahr für die Kultur und Identität der deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler angesehen, so werden die Fähigkeiten, die ein souve- räner Umgang mit dieser Situation erfordert, nicht gefördert. Bleibt die Betonung in der Kulturpolitik auf das bisherige Prinzip der möglichst klaren Trennung der Kulturkreise beschränkt, wird dieses chancenreiche Feld des kulturellen Kompetenzvorsprungs an der Schnittstelle zweier großer Kulturkreise in einem geeinten Europa dem Zufall überlassen. Der Ausspruch "Je mehr wir trennen, desto besser verstehen wir uns" aus der Ära vor dem Paketabschluß bietet der Volksgruppe auf dem Hintergrund einer postulierten politischen Sicherheit nur defensive Perspektiven und engt deren Handlungsspielraum erheblich ein. Diesem Ausspruch würde ich persönlich einen situations- und zeitgemäßeren Slogan vorziehen: "Je mehr wir kennen, können und wissen, desto besser können wir uns als Individuen und als Volksgruppe verwirklichen und behaupten." Die Förderung der kulturellen Identität und Selbstsicherheit der Bevölkerung eines dreisprachigen Gebietes ist nicht mit lokalchauvinistischen Zielsetzungen zu verwechseln. Im Gegenteil, chauvinistische Tendenzen entstehen vor dem Hintergrund von Minderwertigkeitsgefühlen und aus einem eingeschränkten Handlungsspielraum heraus. Der offene und unvoreingenommene Austausch und Diskurs in einer internationalen Gesellschaft kann nur dann erfolgen, wenn die aus Angst heraus entstandenen Abkapselungstendenzen überwunden werden können. Dies ist nicht alleine eine Frage der individuellen Entwicklung, sondern auch der institutionalisierten Formen der Auseinandersetzung mit der eigenen und der fremden Kultur.

Dr. Gerwald Wallnöfer, Projektleiter im Fachbereich "Hochschulentwicklung"

Abstract :
Riforme universitarie

Non solamente in Alto Adige il tema università si trova al centro dell'attenzione pubblica. La legge Ruberti e i progetti di riforma del ministro Berlinguer hanno comportato cambiamenti fondamentali per l'intero sistema educativo italiano, mentre anche a livello europeo numerosi paesi assistono a riforme rivoluzionarie nell'ambito universitario. Le tematiche principali di questa vivace discussione si concentrano principalmente sull'aumento dell'efficacia e dell'efficienza delle istituzioni universitarie. In quest'ottica gli sforzi sono indirizzati da un lato verso un miglioramento della ricerca e dello stato di qualificazione del corpo docente, un'internazionalizzazione della realtà università nonché verso l'impiego di nuovi mezzi di comunicazione e di metodi didattici innovativi. Dall'altro lato, si tende ad adottare provvedimenti di natura economica e ad attuare riforme istituzionali e organizzative. In questo contributo vengono analizzati sistamaticamente gli attuali sistemi universitari e i problemi a loro connessi, cercando, allo stesso tempo, di proporre nuovi spunti per una vivace discussione in merito all'istituzione di un'Università innovativa in Alto Adige.


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