| | "Wie können wir gemeinsam, und zwar alle drei Volksgruppen, in die Zukunft schauen? Was können wir tun, um in Südtirol auch künftig ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten, ohne daß sich die einzelnen Volksgruppen in ihrer Kultur und Tradition eingeschränkt sehen?"
Am 25. Jahrestag des Inkrafttretens des zweiten Autonomiestatuts standen diese Fragen und ihre europäische Dimension im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Tagung (Bozen, 31. Jänner 1997). Drei Referenten, die gleichzeitig die drei Sprachgruppen repräsentierten, näherten sich der Fragestellung aus unterschiedlicher Perspektive: Prof. Schambeck schilderte die Südtirolautonomie im System des europäischen Minderheitenschutzes, Prof. Bartole ging auf die jüngsten Bemühungen zur Reform der italienischen Verfassung und ihre Auswirkungen ein, während Prof. Runggaldier zu den Veränderungen im sozialen Bereich Stellung nahm, die zunehmend die Europäische Union und die Regionen als Akteure sehen.
Die beiden wissenschaftlichen Leiter des Bereiches "Ethnische Minderheiten und regionale Autonomien", Prof. Ortino und Prof. Pernthaler, spannten den Bogen vom Minderheitenschutz zu einem stärker funktionale Gesichtspunkte betonenden Autonomiesystem, das seinen Platz in der Europäischen Integration und den Globalisierungsprozessen finden muß. |