Gemeinden führen in Südtirol und in der Schweiz. Ein Vergleich
Gemeinden führen in Südtirol und in der Schweiz. Ein Vergleich

EURAC und Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur richten Tagung zum Gemeindemanagement aus


Im Kanton Graubünden in der Schweiz lassen sich in kleineren Berggemeinden kaum Personen finden, die sich für die Gemeinderatswahlen aufstellen lassen. Sogenannte Amtsverweser kommen zum Einsatz, wenn keiner das Amt des Bürgermeisters bekleiden will. Der Verweser lenkt dann solange die Geschicke der Gemeinde bis sich ein Bürgermeisterkandidat finden lässt. In Südtirol hingegen ist es schwierig, genügend Frauen für die Gemeindepolitik zu finden. Über die unterschiedlichen Führungsmodelle in den beiden Nachbarsländern und welche Faktoren die politische Beteiligung auf Gemeindeebene fördern könnten, diskutierten Experten und Gemeindepolitiker auf einer Tagung am 3. November in der EURAC.

Auf der Tagung, zu der das EURAC-Institut für Public Management und die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur geladen haben, haben Kurt Promberger, Leiter des EURAC-Instituts für Public Management und Dominik Just, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur die Unterschiede zwischen der Gemeindeführung in Südtirol und in der Schweiz aufgezeigt und sind näher auf die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen eingegangen, die für eine erfolgreiche Gemeindeführung erforderlich sind. Während in der Schweiz jede Gemeinde autonom ihr Führungsmodell wählen kann, herrscht in den 116 Gemeinden Südtirols eine einheitliche Gemeindeführung vor.
„Durch eine effizientere Gemeindeführung und einer klaren Arbeitsaufteilung zwischen Politik und Verwaltung könnten mehr Bürger und indes auch Frauen angesprochen werden sich politisch zu engagieren“, so Kurt Promberger. Die Gemeindepolitiker könnten sich somit vermehrt auf die strategischen Entscheidungen konzentrieren, während die Verwaltung die Umsetzung und die operativen Tätigkeiten durchführt. Bürgermeister und Ausschuss könnten somit etwas entlastet und diese Mandate auch interessanter für Frauen werden.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Stärkung der Gemeindeführung zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Berggebieten“ statt. Ziel des auf zwei Jahre angelegten Interreg-Projekts Italien-Schweiz ist es, Strukturen und Gemeindeführungsmodelle in den Kantonen Graubünden, Wallis und Tessin sowie in Südtirol zu untersuchen, um daraus Empfehlungen für eine ideale Gemeindeführung unter stärkerer Miteinbeziehung von Frauen zu entwickeln.


Für weitere Informationen:

Andreas Januth, Tel. 0471 055 415

Kontakt
Drususallee 1
Tel. +39 0471 055 055
Fax. +39 0471 055 059