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Antikörper-Studie bei Mitarbeitern des Weißen Kreuzes zeigt: Kein erhöhtes Infektionsrisiko
2.709 Mitarbeiter hat das Weiße Kreuz Ende April in allen Südtiroler Landesteilen mithilfe von Covid-19-Antikörper-Schnelltests untersucht. Ziel war es, den Immunstatus der Mitarbeiter zu ermitteln um zu verstehen, wie gut die Schutzmaßnahmen sind. Das Ergebnis war eine Positivrate von 7,7 Prozent, die jedoch mit jener der Normalbevölkerung gleichzusetzen ist; denn in 27 von 30 Sektionen zeigt sich kein erhöhtes Covid-Risiko bei den Mitarbeitern des Weißen Kreuzes im Vergleich zu den gemeldeten Fällen in der Bevölkerung. „Positiv“ bedeutet in diesem Fall, dass diese 7,7 Prozent (208 Mitarbeiter) mit hoher Wahrscheinlichkeit in Kontakt mit dem Virus gekommen sind (mit oder ohne Symptome). „Die überraschend niedrige Positivrate zeigt, dass sich die Mitarbeiter des Weißen Kreuzes fast überall sehr gut geschützt haben“, erklärt Hermann Brugger, Leiter des Instituts für Alpine Notfallmedizin. In Zusammenarbeit mit dem Institut war der Biostatistiker Markus Falk für die Auswertung der Daten verantwortlich. An den per Schnelltest positiv getesteten Mitarbeitern zeigte ein zusätzlich durchgeführter PCR-Test, dass keiner zum Testzeitpunkt positiv und somit möglicherweise ansteckend für andere war.

Die weiteren Ergebnisse im Überblick:
Die Sektion Gröden weist mit 30,8 Prozent die höchste Positivrate auf. Die niedrigsten Raten wurden mit je unter zwei Prozent für die Sektionen Ultental und Mals ermittelt, wohingegen für Naturns kein einziger Fall gezählt wurde.
Weder hinsichtlich der Geschlechter, noch des Anstellungsverhältnisses (angestellt, Freiwilliger) konnte ein Unterschied in der Positivrate festgestellt werden. Auch hatte die jeweilige Tätigkeit der Mitarbeiter des Weißen Kreuzes – etwa das Durchführen von Covid-19-Transporten, die Lieferung von Essen, oder der Einsatz im Altersheim – keinen nachweisbaren Einfluss auf die Positivrate. Einzig beim Alter wurde festgestellt, dass die höheren Altersklassen öfters betroffen waren. So lag die Positivrate bei den bis zu 26-Jährigen bei 5,4 Prozent, jene der Über-52-Jährigen fast doppelt so hoch bei 11 Prozent.   
Auffälligstes Symptom unter den positiv Getesteten im Vergleich zu den Negativen war der Verlust des Geschmacks- oder Geruchsinns, Fieber über 37,5°C über mindestens drei Tage, Husten, Schüttelfrost und Müdigkeit. Auch Magen-Darm-Beschwerden, das Auftreten einer Lungenentzündung oder Atembeschwerden waren in der Gruppe der Positiven häufiger anzutreffen.

In einem Drittel der Sektionen liegen die Infektionsereignisse schon länger zurück, da dort ein Großteil der Personen bereits Langzeit-Antikörper (IgG+) entwickelt hat. Diese bilden sich erst Wochen nach der Infektion heraus und lassen somit zeitliche Rückschlüsse zu. Kurzzeit-Antikörper (IgM+) bilden sich hingegen bereits in oder nach der ersten Woche nach der Infektion heraus, bleiben für etwa einen Monat bestehen, und nur in den Sektionen Salurn und Ulten hatten die positiv getesteten Mitarbeiter ausschließlich diese Kurzzeit-Antikörper.

Eurac Research und das Weiße Kreuz planen gemeinsam eine Langzeitbeobachtung: Es sollen weitere Untersuchungen folgen, da es weltweit bisher kaum Aufschlüsse über das Verhalten des Immunsystems nach einer durchgemachten SARS-COV-2 Infektion gibt. Die Erkenntnisse dienen dazu, den Schutz der Mitarbeiter von Rettungsorganisationen kontinuierlich zu verbessern.

Foto Credit: Adobe Stock/mbazilio

26.05.20

Kontakt: Hermann Brugger, hermann.brugger@eurac.edu, T 0471 055540

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